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Fußball: Bezirksliga

Gelmer trotzt strukturellem Nachteil – und setzt auf neuen Co-Trainer

Münster

GW Gelmer hat den Saisonstart mit vier Niederlagen aus fünf Partien sowie dem Pokal-Aus in den Sand gesetzt. Wirklich? Die Verantwortlichen haben Rückschläge einkalkuliert und sind optimistisch. Zumal eine frische Personalie für Aufsehen sorgt.

Die Gelmeraner Bryan Ojiako (l.) und Pascal Altefrohne (r.) sind dabei, sich in die Saison reinzukämpfen. Vom Verein gibt es für sie keinerlei Druck. Foto: Wilfried Hiegemann

Eine Veränderung im Trainerstab nach nur fünf Partien beim Tabellenvorletzten? Das riecht nach einer Reaktion auf die Krise, logisch nach nur drei Punkten aus fünf Spielen. Doch bei GW Gelmer liegen die Dinge etwas anders. Der Bezirksligist musste zwar den Abgang von Assistenzcoach Vito Taurino aus beruflichen Gründen hinnehmen, hat mit Heiner Lause nun aber einen in Münster recht prominenten Nachfolger vorgestellt. Der 49-Jährige, dessen Söhne Luca und Yannick auch zum Kader zählen, spielte nicht nur für die Grün-Weißen, sondern auch den SC Münster 08 in den 90ern höherklassig und gilt zudem als einer der besten Defensivspezialisten der Hallen-Stadtmeisterschaft.

„Eine super Lösung“, findet der Sportliche Leiter Simo Sroub. Auch sportlich hat er noch keine echten Sorgen. Nach dem „riesigen Umbruch“ waren Startschwierigkeiten einkalkuliert. „Wir haben viele junge Spieler ohne Erfahrungswerte geholt, dazu ein neues Trainerteam, an das sich alle gewöhnen müssen.“ Und das Emre Kücükosman anführt. „Ich habe in den vergangenen Partien eine super Entwicklung gesehen“, sagt der 32-Jährige, der in der Regel auch selbst auf dem Platz stehen möchte. „Die Ergebnisse haben die Leistungen nicht gespiegelt. Aber ich mache mir keine großen Gedanken und habe gute Ansätze registriert.“

Abgänge und Ausfälle schmerzen Gelmer

Der Start gegen Nullacht und Ex-Coach Gerrit Göcking war ein 0:8-Debakel. „Danach hätten wir in allen Begegnungen den Sieg verdient gehabt“, so Kücükosman. Doch nur bei Schlusslicht TuS Altenberge gelang ein Erfolg (5:2). „Fast jedem Gegentor gingen bislang extreme Fehler voraus.“ In der Vorbereitung passte die Urlaubsplanung vieler nicht zum Trainingsplan, auch das ist für ihn eine Erklärung. „Ich glaube, dass in der Liga viele Mannschaften qualitativ schwächer besetzt sind.“

Neu an Bord bei GW Gelmer: Co-Trainer Heiner Lause Foto: Peter Leßmann

Sroub verspricht Geduld. „Es ist ein Erneuerungsprozess mit kleinen Schritten. Auch Lehrgeld gehört dazu.“ Gegen Borussia Münster (1:2) oder den TuS Recke (2:3) war GWG schon nah dran, „bald werden wir sicher punkten“. Die Abgänge arrivierter Spieler wie Torjäger Niklaas Houghton oder Keeper Marcel Schmidt tun weh, genauso aber die längerfristigen Verletzungen von Leistungsträgern (Yannick Lause, Markus Schürmann, Steffen Hemesath).

Sroub: „Die Strukturen sind schwierig“

Das Saisonziel ist natürlich der Klassenerhalt, vielleicht ein einstelliger Platz. „Die Strukturen in Gelmer sind schwierig, uns fehlt der Unterbau, finanziell machen wir auch keine großen Sprünge“, sagt Sroub. „Wir geben dem Team daher Zeit, machen keinen Druck und sind von den Jungs weiter absolut überzeugt.“

Zugänge bringen oft die Trainer wie jetzt Kücükosman mit, oder sie kommen aus Vereinen, in denen sie wenig gespielt haben. Einige Akteure sprechen Kumpels an, so hält sich der Club, der eine durchaus bemerkenswerte Geschichte für einen so kleinen Stadtteil hat (viele Jahre Landes- und Bezirksliga), über Wasser. „Wir kriegen das mit unseren Mitteln immer irgendwie hin“, sagt Sroub. Nun ist Emsdetten 05 zu Gast, ein Top-Team. An die Trendwende und den ersten Heimsieg glauben die Gelmeraner dennoch schon am Sonntag. Resignation? Gibt’s im Heidestadion nicht.

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