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Rhythmische Sportgymnastik: Neustart

TG Münster tastet sich langsam wieder heran

Münster

Die Corona-Krise hat den Sportgymnastinnen der TG Münster schmerzhafte Einschnitte gebracht. Nun geht es so langsam wieder los. Doch es gibt einiges aufzuholen, wie Trainerin Janina Schlarmann nach den ersten Gehversuchen sagt.

Von Ansgar Griebel

Doch etwas ganz anderes als die Videoeinheit am Computerbildschirm: Die TG-Gymnastinnen trainieren endlich wieder in ihrer Halle. Foto: TG Münster

Die Sportgymnastinnen der TG Münster haben wieder zusammengefunden. Nach monatelanger Fernbeziehung konnte das Trainerinnen-Team seine Schützlinge erstmals wieder per Handschlag begrüßen – inoffiziell und unter allen gegebenen Vorsichtsmaßnahmen dürfte es in der TG-Halle an der Lotharinger Straße auch zu der einen oder anderen vorsichtigen Umarmung gekommen sein. Allemal war die Wiedersehensfreude riesig – wenn auch nicht ganz frei von bitteren Wermutstropfen. „Es fühlte sich an, als sei man wieder nach Hause gekommen“, schildert Trainerin Janina Schlarmann das Live-Comeback nach sieben Monaten Trennung. Eine Zeit, die sich in einem Maße gedehnt hat, wie es die Turnerinnen in dieser Zeit eben nicht tun konnten. Die beiden wöchentlichen Bildschirmeinheiten und Video-Challenges konnten das „echte“ Training mit bis zu vier Einheiten natürlich nicht wirklich kompensieren. Keulen, Ringen und Bällen fehlte es an schlicht an Raum und Deckenhöhe – und nicht nur das: „Die Fitness, Beweglichkeit und Disziplin haben doch schon sehr unter der langen Trainingspause gelitten“, so Schlarmann.

Tatsächlich fehlten dann auch einige Gymnastinnen, die die Leidenschaft und auch die Aufopferung für ihren Sport nicht über die Corona-Pause retten konnten. „Das ist wirklich traurig und sehr bitter. Es fehlte den Mädchen vor allem an Struktur im Alltag, was es jetzt umso schwieriger macht, ihre Trainingszuverlässigkeit bis zu viermal in der Woche wiederzuerlangen.“

Aufbruchstimmung bei der TG

Dennoch herrschte beim Wiedersehen eine spürbare Aufbruchstimmung. Auch wenn der Neustart gleichzeitig der Abschluss einer einzigartigen und hoffentlich auch einmaligen Saison war, hoffen die sieben Trainerinnen, nach der Sommerpause wieder voll durchstarten zu können – unter anderem mit neuen jungen Talenten, die der eleganten und herausfordernden Sportart eine Chance geben. Für die Jüngsten (vier bis sieben Jahre) findet dienstags (16 – 17.30 Uhr) eine Anfängergruppe statt.

Tatsächlich bietet sich den erfahreneren Wettkämpferinnen sogar noch ein sportlicher Saisonausklang: Alexandra Vaintraub, Luise Leipelt und Christin Herwegen können sich im September noch für die verschobenen Regionalmeisterschaften qualifizieren. Dagegen wird sich Clarissa Eichwald nicht mehr den Wertungsrichtern stellen. Die über viele Jahre beste und erfolgreichste TG-Gymnastin hat nach 18 Jahren ihre Karriere in der Corona-Pause still und leise beendet. Die geplante Abschlusssaison ist dem Virus zum Opfer gefallen, die ­24-Jährige widmet sich jetzt mit voller Kraft ihrem Medizinstudium.

Alle anderen Turnerinnen genossen die erste Einheit nach der Corona- und die letzte vor der Sommerpause – mit einer gelungenen Abschieds- und Neustart-Party.

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