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Fußball: Frauen-Stadtmeisterschaften

Nach 77 Jahren: Wie es zum ersten Frauenteam beim SC Nienberge kam

Münster

Die Hallen-Stadtmeisterschaften der Frauen sind zurück – und das mit einer Premiere. Erstmals in der Clubgeschichte schickt der SC Nienberge ein Team an den Start. Was dahinter steckt und was eine Ex-Schalkerin damit zu tun hat.

Seit Sommer 2022 gibt’s beim SC Nienberge eine Frauenmannschaft, am Samstag feiert sie Premiere bei der Stadtmeisterschaft. Foto: SC Nienberge

Die Fußballerinnen der Stadt mussten drei Jahre warten, um endlich wieder eine Hallen-Stadtmeisterschaft bestreiten zu können. Eine lange Durststrecke, aber nichts im Gegensatz zu den 77 Jahren, die der SC Nienberge auf seine Premiere beim Budenzauber warten musste. Denn: Erst seit dem vergangenen Sommer gibt es beim 1946 gegründeten Club in Münsters Nordosten eine Frauen-Mannschaft.

Am Samstag um 17.27 Uhr wird in Gremmendorf (Sporthalle am Anton-Knubel-Weg) Geschichte geschrieben. Thomas Reeken, einer von drei Trainern der SCN-Frauen, sagt: „Wir werden unser Bestes versuchen und rennen, so weit uns die Füße tragen.“ Ein Turnier in Nienberge und die Hallenkreismeisterschaft in Warendorf hat das junge Team bereits hinter sich, eine Winterpause gab’s nicht.

Die Mädels – viele sind gerade erst der U 17 entwachsen – und Frauen sind auf den Geschmack gekommen. Im Sommer 2022 kamen 17 zum ersten Probetraining, inzwischen umfasst der Kader 33 Spielerinnen. In der Hinrunde hatte Nienberge ein Neuner-Team gemeldet, die Rückrunde bestreitet die Mannschaft aber nun in voller Stärke.

„Viele der Mädels hatten keine Perspektive“

Draußen gab’s in elf Partien immerhin schon zwei Siege und ein Unentschieden. „Erst mal haben wir natürlich auf den Deckel bekommen“, sagt der Trainer. Zweistellig wurde es aber nur im Pokal gegen A-Ligist SC Münster 08. „Vielen Spielerinnen fehlte komplett die Erfahrung im Erwachsenenbereich, aber wir sehen von Monat zu Monat eine Leistungssteigerung“, erklärt Reeken, der das Team gemeinsam mit Marco Krane, Maik Nelson und Betreuer Jens Thewes begleitet.

Die Entwicklung lässt sich auch in den Resultaten ablesen: Bei der B-Liga-Taufe kassierte der SCN ein 1:8 bei Wacker Mecklenbeck III, das Rückspiel gewann die Truppe mit 2:0.

Die Gruppen

Für Nienberge spielen keinesfalls nur Frauen aus dem Stadtteil, sondern viele aus Gievenbeck und einige aus Nordwalde, Hohenholte, Altenberge, Kinderhaus, Greven. Ein Großteil war zuvor Teil der Jugendspielgemeinschaft Nienberge/Gievenbeck – genau wie Reeken selbst. „Ich wollte eigentlich aufhören, auch viele der Mädels hatten keine Perspektive“, erzählt der Coach.

Ex-Schalkerin als Nienberger Winterzugang

Aber es reifte die Idee einer Neugründung. Der SC Nienberge stand voll dahinter, Unterstützung und Trainingsbedingungen beschreibt Reeken als „traumhaft“. Ganz wichtig ist ihm, dass die Frauen-Mannschaft im Nordosten Münsters „keine Eintagsfliege bleibt“. Eine U 15 und eine U 11 gibt es in Nienberge, sie versprechen – wenn auch erst in ein paar Jahren – Nachwuchs für die Erwachsenen.

Die Live-Ergebnisse der Frauen-Stadtmeisterschaften finden Sie hier.

Bei der Stadtmeisterschaft in Gremmendorf läuft mit Celine Eisfeldt auch eine Rückkehrerin wieder für den SCN auf, die zuletzt für die Frauen des FC Schalke 04 spielte. Aber: Zu Hause ist es eben doch am schönsten.

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