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Triathlon

Hawaii ist Dirksmeiers Ziel

Münster

Keine Wettkämpfe, keine Herausforderung, keine kurzfristigen Ziele: Die Pandemie und der damit verbundene Stillstand hat auch Triathlet Patrick Dirksmeier eiskalt erwischt. Im kommenden Jahr möchte der 36-Jährige in den Dreikampf zurück. Pläne sind längst geschmiedet.

Alexander Heflik

Im Keller auf der Rolle unterwegs: Patrick Dirksmeier Foto: privat

Kein Jahr wie jedes andere. Die Corona-Krise hat alles durcheinander gewirbelt, auch im Sport. Patrick Dirksmeier kann davon ein Lied singen. Nur gut, dass der Jurist nicht nur auf einem beruflichen Bein steht, nicht nur auf die Karte Profisport gesetzt hat. Dirksmeier hatte dennoch an der Flut von Rennabsagen zu knabbern, und auch im Sponsorenbereich brach einiges weg. Deshalb wird er im nächsten Jahr, wenn sich die Triathlon-Rennszene wieder einer gewissen Normalität nähern sollte, zum einen vermutlich mal am Fuschlsee in Österreich Urlaub und Sport verbinden können. Zum anderen wird er für das „Team Mohrenwirt“, benannt nach dem Sport-Hotel, an den Start gehen. Canyon, Castelli, Sailfish und Garmin sind dann seine Ausrüster. „Das Ausrüsterpaket stimmt“, sagt Dirksmeier. Das ist seine neue sportliche Heimat.

Hauptsache wieder Wettkämpfe lautet seine Hoffnung. In diesem Jahr nahm er an zwei Wettbewerben teil. Den „Hölle von Q“-Triathlon, eine Mitteldistanz im Harz bei Quedlinburg, gewann er. Beim Stadtwerke-Triathlon in Ratingen, einer olympischen Mitteldistanz, sprang der elfte Rang heraus. Vor wenigen Tagen hätte er bei der mit einer Million Dollar dotierten Veranstaltung in Daytona (USA) starten können. „Ich hätte meine Schwierigkeiten damit gehabt, in dieser Zeit zu verreisen“, verzichtete er auf eine Teilnahme.

„Geisterrennen“ oder auch geheime Rennen im Triathlon sind aber aktuell der letzte Schrei. Auch Dirksmeier wollte so ein Rennen am Möhnesee ausrichten. Bei diesen Veranstaltungen treffen sich unter Corona-Schutzbedingungen die Athleten und absolvieren einen Wettkampf, alle entsprechenden Behörden sind informiert, nur auf Twitch oder in einem anderen ­Livestream kann das Rennen von Zuschauern verfolgt werden. Bis zum Startschuss ist der Austragungsort geheim. Am Möhnesee hatte Dirksmeier die Straßensperrungen schon genehmigt bekommen, die Strecke war geplant, er sagte dann aber das zuschauerfreie Event aufgrund der internen Konkurrenz von in noch ausgetragenen Ironman-Wettkämpfen ab.

Dirksmeier als Ausrichter ist damit wieder Geschichte. Dirksmeier als Athlet will dagegen im kommenden Jahr wieder für Furore sorgen. 2019 wurde er bei der Ironman-Europameisterschaft Siebter, bis Platz sechs lösten die Athleten Tickets für die WM auf Hawaii. Da will der 36 Jahre alte gebürtige Münsteraner, der mehrfach Sportler des Jahres bei der Wahl dieser Zeitung wurde, auch noch hin. Entweder 2021 oder im Jahr darauf soll es klappen mit der Qualifikation. Es ist sein großes Ziel.

Wenn es der Rennkalender zulässt, dann erwägt der Aktive von Tri Finish Münster einen Start entweder bei der EM in Frankfurt, beim Klassiker „Challenge Roth“ oder beim Ironman in Klagenfurt. Immerhin ist er jetzt Mitglied eines österreichischen Teams. Die Schwimmstrecke im Wörthersee sowie die schnellen 180 Rad-Kilometer und der abschließende Marathon dürften ihm liegen. Klagenfurt ist bekannt für superschnelle Zeiten. Da könnte die Reise dann hingehen.

Was folgt, das ist ein „langsamer Aufbau bis in den Mai“, sagt Dirksmeier. Sohnemann Henry, der eineinhalb Jahre alt ist, hält ihn sowieso auf Trab. Für die Grundlagen-Ausdauer ist das nicht schlecht. Alles weitere wird sich zeigen. Nach einer fast rennfreien Corona-Saison ist Dirksmeier bereits Feuer und Flamme für 2021.

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