Fußball: Regionalliga West

Heimmacht, Dauerdritter und Serienhelden – die Preußen-Bilanz in Zahlen

Münster

40 Liga-Spiele in neun Monaten –  ein echter Mammutritt. Platz drei in der Abschlusstabelle der Regionalliga West war ein Erfolg. Unterm Strich wurde ein Rechtsverteidiger zum besten Torjäger, zwei Routiniers sammelten die meisten Minuten und Spiele, aber auch einige Eigengewächse spielten sich in den Vordergrund.

Von Thomas Rellmann

Bester Torjäger und bester Vorbereiter: Alexander Langlitz und Joshua Holtby waren die effektivsten Preußen. Foto: Jürgen Peperhowe

Es war zu befürchten, dass diese Saison für Preußen Münster nicht die einzige in der Regionalliga bleibt. Nach dem Abstieg musste der Traditionsclub quasi bei null beginnen – dafür blickt er auf eine gelungene Spielzeit zurück. Viele Zahlen untermauern den Eindruck, einige zeigen aber auch, wo Luft nach oben ist.

Dauerbrenner: Jeweils 38 der 40 Partien absolvierten Julian Schauerte und Simon Scherder. Auf die gleiche Anzahl kommt Nicolai Remberg, ein Talent aus dem eigenen Stall. 35-mal mischte Alexander Langlitz mit, 33-mal Marcel Hoffmeier, 32 Spiele verbuchten Joel Grodowski, Niklas Heidemann und Max Schulze Niehues. 27 Profis liefen insgesamt auf. Die Nummer drei Steffen Westphal kam nur auf eine Partie, Sven Rüschenschmidt-Sickmann (auch U 23) war zweimal Reservist ohne Einsatz.

Spieldauer: Schauerte verzeichnete 3400 Minuten, Scherder 3315, Hoffmeier als Drittbester 2825. Schulze Niehues (2880), Langlitz (2700), Heidemann (2575). Remberg (2462) und Grodowski (2294) folgen. Kurzarbeiter waren Westphal (90), William Møller (123), Ousman Touray (385) und Gianluca Przondziono (446).

Tore: Langlitz kam als Rechtsverteidiger, wurde jedoch im Herbst nach vorn versetzt und war mit zwölf Treffern erfolgreichster Angreifer. Grodowski und Winter-Einkauf Gerrit Wegkamp kamen wie A-Junior Deniz Bindemann auf acht Tore, Scherder, Schauerte und Jules Schwadorf auf je vier.

Vorbereiter: Bester Vorlagengeber war Joshua Holtby mit elf Assists. Grodowski kam auf fünf, Remberg, Schwadorf und Justin Möbius auf vier. Okan Erdogan, Heidemann, Hoffmeier und Langlitz waren immerhin je dreimal Wegbereiter.

Scorer: Langlitz holte 15 Punkte, Holtby 14, Grodowski 13, Wegkamp zehn. Jules Schwadorf bringt es wie Bindemann auf acht, Remberg auf sieben.

Joker: Zwölf Treffer gelangen dem SCP nach Einwechslungen. Je dreimal trafen Grodowski, der nur fünfmal von der Bank kam, und Bindemann, der sechs Joker-Einsätze hatte.

Noten: In seinen sieben Einsätzen sammelte Marko Dedovic einen erstaunlichen Schnitt von 2,86. Knapp dahinter folgt Hoffmeier (2,89), dann kommen Wegkamp (2,91) und Scherder (2,92). Die weiteren Top-Werte besitzen Bindemann (2,93), Dennis Daube, Schulze Niehues (beide 2,98) und Remberg (3,02). Nur zwei bewertete Einsätze weist William Møller auf. Der Däne, der dabei einmal das goldene Tor gegen Aachen schoss, ist damit Notenbester (2,25), aber wohl außer Konkurrenz aufgrund der wenigen Einsätze.

Elfmeter: Nur sieben von elf Versuchen saßen. Wegkamp verwandelte alle vier nach der Winterpause. Holtby traf einmal, ebenso Schwadorf und Langlitz, die zugleich wie Schauerte und Grodowski aber auch je einen Strafstoß vergaben.

Wechsel: Gleich zwölfmal kamen Lukas Frenkert und Erdogan sowie elfmal Dominik Klann im Laufe des Spiels. Zehnmal war das bei Benedikt Zahn, Holtby, Remberg und Schwadorf der Fall, neunmal bei Jannik Borgmann und Möbius. Gleich 18-mal wurde Grodowski rausgenommen, 16-mal Daube, 14-mal Holtby. Remberg und Langlitz erwischte es zwölfmal.

Karten: Zweimal gab’s glatt Rot, für Remberg unberechtigt in Bonn und für Roshon van Eijma in Oberhausen. Heidemann bekam gegen Homberg eine Ampelkarte. Bei den Verwarnungen liegt Scherder (neun) an erster Stelle vor Hoffmeier (acht) und Frenkert (sieben). Auch Erdogan und Langlitz (je fünf) waren gesperrt.

Altersschnitt: Die ein­gesetzten Akteure beim SCP waren im Schnitt 25,17 Jahre alt. Damit liegt Münster ­exakt im Mittelfeld der Liga – und das bei fünf U-23-Auswahlen im Tableau.

Zuschauer: In dieser Saison eigentlich keine mess­bare Größe. Der SCP begrüßte 1997 gegen Wiedenbrück, 990 gegen Homberg und Lotte, 500 gegen Oberhausen zuletzt und 300 gegen Bergisch Gladbach. Insgesamt waren es also 4777 (Schnitt 796), was Platz drei in der wenig aussagekräftigen Tabelle hinter RW Essen und Alemannia Aachen macht.

Tor-Statistik: Der Tabellendritte schoss auch die drittmeisten Tore (70) und kassierte zusammen mit Rödinghausen die drittwenigsten (39).

Halbserien: Nach der Hinrunde war der SCP Fünfter mit 34 Zählern und 16 Punkten Rückstand auf die Spitze. Die Rückserie beendete Münster als zweitbestes Team mit 44 Punkten zwei Zähler hinter Meister BVB.

Heimranking: Zu Hause kassierten die Preußen nur eine Niederlage und leisteten sich vier Unentschieden. 15 Partien wurden gewonnen. Eine (um sieben Punkte) bessere Bilanz wies nur Essen auf. Auswärts waren die Adler Vierter bei 29 Zählern (29:25 Tore). Acht Siege und sieben Pleiten in der Fremde sind aber nicht der Wert einer Spitzenmannschaft.

Serien: 18 Partien am Stück schlossen die Adler zwischen Mitte Dezember und Mitte Mai ohne Niederlage ab (vier Unentschieden). Drei Siege hintereinander gab es vom zweiten bis vierten und 14. bis 16. Spieltag, fünf sogar von Mitte Januar bis Anfang März. Nur ein Punkt aus den vier Partien von Runde 17 bis 20 ließ im Spätherbst alle Titel­träume platzen.

Tabellenränge: Schlechteste Platzierung war Rang neun nach der ersten Begegnung. Nach Runde acht war der SCP sogar einmal Erster (allerdings in dem Moment mit einer Partie mehr als BVB und RWE). Seit dem 25. Spieltag waren die Münsteraner dauerhaft Dritter.

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