Leichtathletik: Europacup und DM

Voigt und Schulze Kalthoff steigern sich noch mal

Münster

Zwei Leichtathleten aus Münster machten am Wochenende mit starken Ergebnissen auf sich aufmerksam. Nils Voigt wurde Vierter über 10 000 Meter beim Europacup in Birmingham und bestätigte seinen Aufwärtstrend. Kerstin Schulze Kalthoff landete bei der DM in Braunschweig auf Platz acht über 3000 Meter Hindernis.

Von Jürgen Beckgerd

Beim Europacup in Birmingham erneut in Top-Form: Nils Voigt verbesserte über 10 000 Meter seine Bestzeit auf 27:49,04 Minuten und wurde Vierter. Kerstin Schulze Kalthoff wurde bei der DM in Braunschweig über 3000 Meter Hindernis Siebte – in ebenfalls persönlicher Bestzeit 10:18,57 Minuten. Foto: Imago/Beautiful Sports

Einsam, aber schneller: Mit einem fulminanten Ergebnis und einer nahezu spektakulären persönlichen Bestzeit hat Nils Voigt, Münsteraner im Trikot des TV Wattenscheid, den Leichtathletik-Europacup in Birmingham über die 10 000-Meter-Distanz beendet. Auf Platz vier in 27:49,04 Minuten, gut 20 Sekunden unter seiner alten Bestmarke und vor dem Vierfach-Olympiasieger Mo Farah (Großbritannien; 27:50,64 Minuten), sprintete Voigt ins Ziel. Im Wortsinn, denn auf den letzten zweieinhalb Runden lief der 24-Jährige in 2:36,61 Minuten den schnellsten Schlusskilometer aller 41 Teilnehmer. Sieger wurde der französische Europameister Morhad Amdouni in 27:23,39 Minuten vor Bashir Abdi (Belgien; 27:24,41 Minuten) und Carlos Mayo (Spanien; 27:25,00 Minuten).

Voigt war als einziger deutscher Teilnehmer, sozusagen „auf eigene Faust“ nach Birmingham gefahren. Der Deutsche Leichtathletik-Verband hatte wegen der Delta-Mutante des Corona-Virus in Großbritannien auf den offiziellen Start eines Teams verzichtet. Aus rein sportlicher Sicht war es eine gute Entscheidung, die Voigt da traf. Zuvor hatte der DLV offiziell grünes Licht für den Einzelstart gegeben.

Schweres Rennen

„Das sieht alles vielleicht aus wie ein großer Sprung, was vielleicht auch stimmt, aber ich habe während des ganzen letzten Jahres in vollem Umfang weiter trainiert“, sagte Voigt über sein beherztes, aber schweres Rennen. „Ich war sehr lange für das Tempo der Verfolger verantwortlich. Auf den letzten 300 Metern, Mo Farah in Reichweite, konnte ich trotzdem noch mal zulegen“, so Voigt.

Die Reise nach Deutschland improvisierte der Schützling von Trainer Tono Kirschbaum allerdings. Weil für den Rückkehrer aus einem Risikogebiet hierzulande eine 14-tägige Quarantäne verordnet ist (ohne jegliche Trainingsmöglichkeit), nahm er den Umweg über die Niederlande. „Ich werde jetzt zehn Tage in einem holländischen Leistungszentrum weiter trainieren. Dann kann ich wieder in Deutschland einreisen“, sagt Voigt. Der Kontakt kam über die Niederländerin Yasmijn Lau, Dritte der U-23-Europameisterschaft über 5000 Meter, zustande.

Strahlend im Ziel

Grund zu strahlen hatte am Wochenende auch Kerstin Schulze Kalthoff. Bei den Deutschen Meisterschaften in Braunschweig verbesserte die 22-Jährige von der LG Brillux Münster ihre persönliche Bestzeit über 3000 Meter Hindernis auf 10:18,57 Minuten und beendete das Rennen beim Sieg von Top-Favoritin Gesa Felicitas Krause (Trier; 9:31,36 Minuten) auf Platz sieben. „Mit der Zeit hatte ich vorher geliebäugelt“, so Schulze Kalthoff. „Ein super Rennen.“

Krause und die Zweitplatzierte Lea Meyer (Löningen; 9:41,02 Minuten) liefen ihr „eigenes Rennen“ vorneweg, dahinter hielt Schulze Kalthoff in der zweiten Gruppe gut mit. „So war der Plan, er ging voll auf“, freute sich die Münsteranerin, die im Übrigen schneller im Stadion war, als sie wieder herauskam: Dopingproben dauern manchmal etwas länger... Erst gegen 22.30 Uhr konnte sie die Heimreise antreten.

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