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Reiten: Dressur-WM

„Irgendwie war die Luft raus“, aber bei Klimke überwiegt der Stolz

Münster

In der Vielseitigkeit ist Ingrid Klimke hochdekoriert, gewann Goldmedaillen bei allen großen Championaten. Keine Frage, die Münsteranerin ist eine erfahrene Reiterin – und betrat in Herning dennoch Neuland, startete erstmals bei einer Dressur-WM. Und das erfolgreich, mit der deutschen Equipe gewann sie Bronze. Sicher auch ein Trost, als es später im Special mit Franziskus nicht so lief wie erhofft.

Die Münsteranerin Ingrid Klimke (2. v. l.) gewann bei der Dressur-WM mit dem deutschen Team um Isabell Werth (l.), Benjamin Werndl (Mitte), Frederic Wandres (2. v. r.) und Equipe-Chef Klaus Roeser (r.) Bronze. Foto: Imago/Lafrentz

Im ersten Moment war die Enttäuschung groß. Im Special der WM in Herning lief es für Ingrid Klimke und Franziskus nicht rund, mehrere kleine Fehler summierten sich zu einem Auftritt, mit dem die Reitmeisterin aus Münster nicht zufrieden war.

„Ich hatte mir schon gewünscht, dass es besser klappt. Wir hatten zwar auch einige Höhepunkte wie die Wechsel oder die Verstärkungen dabei. Aber irgendwie war die Luft bei Franziskus raus, ich habe schon beim Abreiten gemerkt, dass er etwas mau war. So hat dann das gewisse Etwas gefehlt“, sagte Klimke. Doch mit einem Tag Abstand war die Enttäuschung gewichen, Stolz machte sich bei der 54-Jährigen breit. Stolz über eine weitere WM-Medaille (Team-Bronze), ihre erste in der Dressur.

Klimke mit persönlicher Bestleistung

„Damit bin ich wirklich happy“, meinte Klimke, die im für die Mannschaftswertung zählenden Grand Prix mit Franziskus eine Top-Leistung abgeliefert hatte. Der Holkenbrink-Hengst zeigte sich von seiner feinsten Seite, mit 75,683 Prozent stellte das Paar eine persönliche Bestleistung auf – und gab damit als Startreiterin der neuformierten Equipe mit vier championatsunerfahrenen Pferden den nötigen Schwung.

Am Sonntagabend baumelte dann die Bronze-Medaille um ihren Hals, nach Edelmetall-Gewinnen bei Olympischen Spielen und Welt- (je zweimal Gold) sowie Europameisterschaften (siebenmal Gold) in der Vielseitigkeit eine mit ganz besonderer Bedeutung. Immerhin war ihr Vater Dr. Reiner Klimke einer der erfolgreichsten Dressurreiter der Welt.

Video in Kooperation mit dem WDR:

Kommt es zum Einsatz als Reservepaar?

Obwohl die Münsteranerin als 19. des Specials die Qualifikation für die abschließende Kür am Mittwochabend verpasste, ist die WM in Dänemark noch nicht ganz vorbei. Als eines von sechs Reservepaaren bleibt sie mit Franziskus vor Ort, hält sich für den Fall der Fälle bereit. „Auch wenn es eher unwahrscheinlich ist, dass wir noch reinrutschen, freuen wir uns, dass wir noch dabei sind. Die Tage hier sind ein tolles Erlebnis, es macht unheimlich viel Spaß.“

Beim Grand Prix Speciale belegte Ingrid Klimke mit Franziskus Platz 19.  Foto: Imago/Lafrentz

Den dürfte Klimke sicher auch in Münster beim Turnier der Sieger haben, wo sie Franziskus in der stimmungsvollen Kür vor dem Schloss vorstellen wird. Und da kann das Training im großen Stadion von Herning ja nicht schaden – selbst wenn es mit einem Einsatz am letzten Tag der Dressur-Entscheidungen nichts mehr werden sollte.

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