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Fußball: Tribünengespräch

Kopfschmerzen bei Wiedenhöft, Toury und Schulte – stürmischer Eschhaus

Münster

Beim 1:1 des 1. FC Gievenbeck stand Keeper Nico Eschhaus im Zentrum des Interesses. Weil er von allen am meisten Ehrgeiz zeigte und zugleich etliche Gegentore verhinderte. Sein Kumpel Julian Wiedenhöft wiederum verlässt den SC Münster 08 nach 27 Jahren.

Von Ansgar Griebel und Thomas Rellmann

Nico Eschhaus leitete auch einige Angriffe ein. Foto: Johannes Oetz

Den ehrgeizigen Keeper des 1. FC Gievenbeck hielt es nicht hinten. Nico Eschhaus fragte beim 1:1 in Nottuln in der Nachspielzeit um Erlaubnis, mit nach vorn zu rennen. Ein Sieg, und die Meisterschaft wäre noch drin gewesen. Doch eine Niederlage hätte bei einem späten Tor für Espelkamp in Lünen die sichere Relegationsteilnahme noch mal ins Wanken gebracht. Als musste der 30-Jährige hinten bleiben. An diesem Nachmittag, an dem er in einem mittelprächtigen Spiel mit Abstand bester Mann war, war ihm alles zuzutrauen. Doch die Vernunft siegte.

Nico Eschhaus

„Wir haben nach 20 Minuten leider etwas den Faden verloren. Kann sein, dass uns am Ende die Kraft fehlte“, sagte Eschhaus. Das Kreispokal-Finale in Freckenhorst gegen den TuS Hiltrup hatte Körner gekostet, doch auch GWN hatte ja parallel in Ahaus/Coesfeld den Titel gegen Oberligist Vreden geholt und wenig Zeit, sich auszuruhen. Dass die Gastgeber dem FCG nicht liegen, war bekannt. Insofern stufte Trainer Florian Reckels das Remis auch nicht als Tiefschlag ein, verwies auf eine „sehr gute Phase nach der Pause“ und räumte zugleich ein, dass der Gegner nicht schlechter war. Für sein Team geht es nun am 9. Juni gegen den TuS Hordel um den Oberliga-Aufstieg. Die Bochumer schlugen nach drei Niederlagen am Stück den DSC Wanne-Eickel 1:0 und machten die Vizemeisterschaft klar. Mittwoch wird ausgelost, wer Heimrecht hat.

Sein vorletztes Spiel beim SC Münster 08 hat Trainer Julian Wiedenhöft nach einer wechselhaften und allein deswegen nie langweiligen Spielzeit noch einmal Kopfschmerzen bereitet. Natürlich auch wegen eines rätselhaften Elfmeterpfiffs gegen sein Team in der Nachspielzeit, der Gegner SuS Neuenkirchen II den späten 3:3-Ausgleich bescherte. Vor allem aber, weil der Fußball-Tag mit diesem Treffer längst nicht beendet war. Es folgte ein Abschied, der naturgemäß auch das Zeug für zünftige Kopfschmerzen hatte. Immerhin verlässt Wiedenhöft „seinen“ Club nach dem Saisonfinale am Wochenende gen Süden, wo er den Landesligisten SV Herbern trainieren wird. Das klingt wie ein branchenüblicher Trainerwechsel, hat für den 31-Jährigen aber eine ganz andere Dimension. „Das kann man schon sagen“, sagt Wiedenhöft. „Ich bin seit 1995 im Verein. Nächste Woche werden es 27 Jahre.“ Zwischenzeitlich gab es kurze Ausflüge zu anderen Vereinen, „aber wenn ich woanders gespielt habe, dann habe ich bei Nullacht eine Mannschaft trainiert. Es gab keine Saison, die ich nicht für Nullacht gespielt oder trainiert habe.“ Das wird sich ändern – die Kopfschmerzen ließen am Montagmittag schon nach, ein bisschen Wehmut wird bleiben.

Schwerer Zusammenprall

Kopfschmerzen dürften auch Kebba Touray und Andreas Schulte in die Woche begleiten. Beide erlebten den 4:0-Sieg von Westfalia Kinderhaus II beim ersten Spiel der Aufstiegsrunde zur Bezirksliga nicht auf dem Platz von BW Beelen, sondern im Krankenhaus. Tourays Platzwunde erforderte einiges handwerkliches Geschick des medizinischen Personals und acht Stiche, Schulte kam mit „nur“ fünf Stichen davon. Beide konnten aber mit ihrem Team die Rückfahrt antreten. Ob sie bei der vermutlichen Aufstiegsentscheidung am Montag in Everswinkel gegen die Warendorfer SU schon wieder antreten können, lässt Trainer Stefan Kloer offen: „Wir können sie gut gebrauchen, sie wollen unbedingt. Für beide wäre es das letzte Spiel für Westfalia. Aber am Montag können erst die Fäden gezogen werden, ob das Risiko vertretbar ist, müssen wir dann entscheiden“, so Kloer. Touray wechselt zu Münster 08, Schulte hängt die Schuhe an den Nagel.

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