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Reiten: Weltcup-Finale

Langehanenberg, Nieberg und Schulze Topphoff – zufrieden, aber mit Abstrichen

Münster

Für die Plätze ganz vorne in der ersten Reihe hat es für Helen Langehanenberg, Gerrit Nieberg und Philipp Schulze Topphoff beim Weltcup-Finale in Leipzig zwar nicht gereicht. Richtig unglücklich aber war keiner aus dem Trio, die Leistungen ihrer Pferde stimmte sie zufrieden – ein bisschen Selbstkritik aber alle drei.

Von Henner Henning

Helen Langehanenberg war glücklich über die Auftritte mit Annabelle beim Weltcup-Finale. Foto: Imago/Stefan Lafrentz

Mit Dressurreiterin Helen Langehanenberg (RV St. Georg Münster) sowie den beiden Springreitern Gerrit Nieberg (RV St, Hubertus Wolbeck) und Philipp Schulze Topphoff (RV Roxel) war Münster beim Weltcup-Finale in Leipzig gleich dreifach vertreten. Am Ende war es die Routinierteste aus diesem Bunde, die bei ihrer fünften Teilnahme mit Rang sechs das beste Ergebnis lieferte. Aber auch die Debütanten feierten mit dem Einzug in den finalen Umlauf der besten 20 zumindest einen Achtungserfolg. So wurde Nieberg mit Ben 13., Schulze Topphoff belegte mit Concordess Platz 17.

Mit gemischten Gefühlen reiste Langehanenberg aus Leipzig ab. Da war auf der einen Seite die große Freude über die Auftritte ihrer Stute, die sowohl im Kurz-Grand-Prix (75,019 Prozent) als auch am Samstagabend in der Kür (78,839 Prozent) überzeugte und so auf Rang sechs einlief. „Mausi fühlte sich gigantisch an. Sie war elektrisch“, schrieb die 39-Jährige in den sozialen Netzwerken, sie war hin und weg von ihrem vierbeinigen Partner. „Ich bin so stolz auf Annabelle. Sie hat mir das beste Gefühl überhaupt gegeben.“

Langehanenberg: „Zu viel riskiert“

Da waren aber eben auch auf der anderen Seite der leichte Ärger „über mich selbst“, wie die Weltcup-Siegerin von 2013 zugab. „Ich habe etwas zu viel riskiert. Aber es war ein Weltcup-Finale. Wann dann, wenn nicht hier? Ich bereue nichts“, sagte Langehanenberg, die mit dem Abschluss der Hallensaison zum dritten Mal in Folge bei einem Großereignis mit Annabelle dabei war. Zuvor hatte sich das Duo als Ersatzpaar für die Olympischen Spiele qualifiziert und dann auch zur siegreichen deutschen EM-Equipe gehört.

Unter dem Strich zufrieden, aber durchaus mit einer selbstkritischen Einordnung verließen Nieberg und Schulze Topphoff ihre Premiere beim Weltcup-Finale ein. Als Fünfter der Gesamtwertung war Nieberg in die letzte Prüfung mit zwei Umläufen gegangen, büßte seine gute Ausgangslage und damit ein besseres Resultat aber noch ein. Erst kassierte er zwei Abwürfe, im finalen Durchgang erwischte es ihn und Ben dann am letzten Hindernis. „Es fing bei uns hier gut an, aber den Sonntag hatte ich mir anders vorgestellt“, sagte der 28-Jährige, für den ein Top-Ten-Platz durchaus in Reichweite war. „Aber kleine individuelle Fehler machen den Unterschied, die Konkurrenz war stark. Wir haben uns dennoch nicht schlecht verkauft. Es war für uns beide ja Neuland“, meinte Nieberg über sich und seinen elfjährigen Wallach.

Abwürfe in der Dreifachen

Gleiches galt auch für Schulze Topphoff, den zweiten Final-Novizen aus dem Münsterland. Auch er startete mit Concordess gut in die Tage von Leipzig, war aber am Sonntag im Parcours nicht frei von kleineren Problemen. Nach vier Strafpunkten in der ersten Runde kamen in der zweiten satte zwölf dazu – darunter gleich ein Fehler an Hindernis eins sowie Abwürfe eingangs und ausgangs der dreifachen Kombination. „Da war etwas die Luft raus“, gestand Schulze Topphoff, der gerne den „einen oder anderen individuellen Fehler“ vermieden hätte. „Aber an diesem Wochenende haben alle sehr viel gelernt, meine Pferde und ich“, sagte der 23-Jährige aus Havixbeck.

Siege mit Avantus und Vivantas

Denn nicht nur Concordess zeigte in der Gesamtbetrachtung gute Leistungen, auch Avantus und Vivantas waren überzeugend im Parcours unterwegs. So gewann Schulze Topphoff mit Avantus ein Springen der Drei-Sterne-Tour, wurde dort einmal Zweiter und hatte im Großen Preis – in dem wurde Nieberg mit Blues d’Aveline starker Zweiter – nur einen Abwurf (Rang 26). Und Vivantas zeigte sein Potenzial auf der Youngster-Tour der siebenjährigen Pferde, auf der er sogar seinen Reiter mit einem Sieg sowie dem vierten Platz im Finale überraschte. „Er war das erste Mal überhaupt international dabei und hat es gut gemacht“, lobte Schulze Topphoff hinterher sein Nachwuchspferd.

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