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Handball: Landesliga Frauen

Sparta, Roxel, Nullacht und Westfalia II mit Vorsicht zurück zur Belastung

Münster

Vier Mannschaften aus Münster spielen in der Frauen-Landesliga. Sie alle fiebern dem Wiederbeginn der Meisterschaft entgegen. BSV Roxel, SC Münster 08, Sparta Münster und die zweite Mannschaft von Westfalia Kinderhaus haben ganz unterschiedliche Herangehensweisen.

Von Thomas Austermann

Andreas Helftewes hat nach seinem Wechsel nach Roxel im Vorjahr noch kein einziges Pflichtspiel des BSV gecoacht. Foto: fotoideen.com

Münster bildet in einer Staffel den Mittelpunkt in der nächsten Serie der Handball-Landesliga der Frauen. Gleich vier von zwölf Mannschaften stellt die Uni-Stadt, weil die Aufstiegsregularien diese Konstellation ermöglichten und nun auch Teams in dieser Liga ankommen sind, die unter regulären Bedingungen diese Ebene nur schwerlich erreicht hätten. Nicht wenige halten den sportlichen Wert für verwässert.

„Für mich ist das alles eine Farce, die dem Sport nicht förderlich ist“, sagt BSV Roxels Trainer Andreas Helftewes. „Ich weiß nicht, ob sich alle Mannschaften einen Gefallen tun, in dieser Klasse zu spielen.“ Die Verantwortung trage der Verband, dem er ohnehin keine kluge Regie in der pandemiebedingten Krise attestiert. Helftewes, der nach Amtsantritt Mitte 2020 noch kein einziges BSV-Spiel coachte, stellt sich dem Programm. „In dieser Gruppe müssen wir ganz klar den Klassenerhalt packen!“ Wie genau der Abstieg geregelt wird, ist noch offen angesichts des Vorhabens des Verbandes, binnen zwei Jahren den alten Stand erreichen zu wollen.

BSV Roxel mit Teamgeist

Roxels Kader hielt engen Kontakt während der Ebbe. Der Trainer spricht ein „großes Lob aus. Das hat bestens geklappt“. Ob Online-Training, Lauf-Challenge oder Team-Event am Dümmer, an Aktionen mangelte es nicht. „Aber nach dem ersten echten Training hatten alle Muskelkater.“ Für Helftewes der nächste Beleg für die Notwendigkeit einer auf mindestens sechs Wochen angelegten Vorbereitungsphase. Mit Lena Heitkamp fehlt künftig eine Leistungsträgerin, die sich auf den Fußball bei BW Aasee fokussiert. Jana Bertelt vom Soester TV kommt als Neue, das Studium hat sie nach Münster verschlagen. „Die Mannschaft hat ihr klares Interesse bekundet, viel investieren zu wollen“, hat der Coach gern vernommen. „Das Team ist ein echtes solches. Der Zusammenhalt spornt mich an.“

Bei Sparta Münster, wie Roxel Aufsteiger aus 2020 und kaum erprobt in der Landesliga, hat niemand aus Frust über die Auszeit die Brocken hingeschmissen. Trainer Enno Grühl fahndet noch nach der besten Kaderbesetzung und sammelt eine große Gruppe auf der Sentruper Höhe. „Wir wollen uns und die Zweite in der Bezirksliga so aufstellen, dass beide Teams die Klasse halten“, sagt er.

Sparta Münster auf der Sentruper Höhe

Zwei Wochen lang hat sich der Kader, der zuvor Online-Einheiten absolvierte, draußen an der frischen Luft dem Aufbautraining gewidmet, dann ging es in die Halle. Grühl: „Priorität hat die Gesundheit aller. Wir wollen uns erst einmal wieder an die Belastung gewöhnen.“ Gespielt wird künftig, das gilt für alle Spartaner, ausschließlich auf „der Höhe“ – Ausweichstätten böten „nicht die Bodenqualität, die wir hier vorfinden“.

Münster 08 strotzt nur so vor Handballtradition, das ist hinlänglich bekannt. Die gebotene Aufstiegschance nimmt der Kader von Thomas Paus optimistisch wahr. Der seit acht Jahren amtierende Coach hat im Winter „etliche Wetten verloren“, weil er seine Spielerinnen unterschätzte, wenn sie laufend Meter machten oder andere handballferne Aufgaben souverän meisterten. 18-köpfig wird sich Nullacht dem neuen Niveau stellen. „Aus alten Bezirksligazeiten kennen wir manchen Gegner noch. Wo wir wirklich stehen, werden wir sehen“, sagt Paus, der seit Anfang des Monats das Kollektiv zum Training sammelt.

Der Sportlehrer hält es grundsätzlich mit sportwissenschaftlichen Erkenntnissen: „Nach der langen Pause muss man eigentlich drei Monate einplanen, um den Körper wieder an den Betrieb zu gewöhnen. Ich bin also sehr vorsichtig.“ Zurückgestellt werden zunächst Einheiten, „die wir eigentlich brauchen, um unsere festen Abläufe im Spiel zu schulen.“ Mit Verena Schnur und Nele Wild, die aus dem Saarland kommen, meldeten sich zwei Studentinnen an. Sie werden auf eine Einheit treffen, die ihr Miteinander sehr pflegt und immer für Atmosphäre sorgt. „Der Zusammenhalt hier ist beispielhaft gut“, wertet Paus. „Manchmal wünsche ich mir, dass sich alle ein wenig mehr Konkurrenz machen!“

Westfalia II behilft sich

Noch immer ohne Trainerin oder Trainer stellt sich die Zweite von Westfalia Kinderhaus der Vorbereitung, die die beiden Kapitäninnen Franziska Puthen und Lina Müller zeitlich organisieren, während die inhaltliche Verantwortung reihum wechselt. „Nach Corona bleiben 95 Prozent aller Trainer bei ihrem Club“, sagt Franziska Puthen (24) zur andauernden Suche. In der Rolle einer Trainerin sieht sie sich nicht.

Im Miteinander gebe es trotz der Mehrarbeit für alle keinerlei Probleme. „Wir haben eine coole Mischung hier, sind ehrgeizig und entspannt zugleich.“ Auch rein anzahlmäßig ist die Gruppe groß genug, die in der Vorsaison genau ein Spiel absolvierte und gewann.

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