1. www.muensterschezeitung.de
  2. >
  3. Sport
  4. >
  5. Muenster
  6. >
  7. Mit weißer Weste in eigener Halle – WWU Baskets Münster siegen

  8. >

Basketball: 2. Liga Pro B

Mit weißer Weste in eigener Halle – WWU Baskets Münster siegen

Münster

Die Serie hält. In der Sporthalle am Berg Fidel bleiben die WWU Baskets eine Macht. Gegen den ETV Hamburg gab es den neunten Sieg im neunten Heimspiel. Trainer Philipp Kappenstein sah trotzdem kleine Mängel.

Thomas Austermann

Kraftvoll zupacken, das kann Foto: Jürgen Peperhowe

Auch wenn sich in der Nordstaffel der 2. Basketball-Bundesliga Pro B kein Team aufs Ruhekissen legen kann, ging in diesem Duell die Schere zwischen Favorit und Außenseiter doch weit auseinander. Glanzlos schlugen die WWU Baskets Münster das überforderte Schlusslicht ETV Hamburg mit 93:72 (54:42) und setzten ein Sternchen hinter die imponierende Heimbilanz.

Neun Spiele in Berg Fidel, neun Siege. Hierher kann kommen, wer will. In der Normalrunde stellen sich noch die Sixers aus Sandersdorf und der VfL aus Bochum vor. Zwei Spitzenteams, die Münster wirklich fordern werden. „Wir passen uns ja gerne dem Niveau des Gegners an – in jeder Hinsicht“, gab sich Trainer Philipp Kappenstein nachsichtig. „Heute nehmen wir den Sieg mit. Das zählt. Das Feuer aber fehlte und defensiv war das nicht so toll.“ Jeder wisse: „Jetzt kommen noch fünf Kracher auf uns zu. Da müssen wir abliefern.“

Die Knieverletzung von Adam Touray trübte den Erfolg. Dem Center aufs rechte Bein knallte Kollege Marck Coffin im dritten Viertel unglücklich, weil er in einer Abwehraktion von Eimsbüttels Abdulai Abaker gestoßen wurde und fallen musste. Touray, der mit 2,06 Meter größte Baskets-Spieler, wird noch genauer untersucht.

Münsters von einer Erkrankung geschwächtes Aufbau-Ass Jasper Günther spielte mit 17:24 Minuten länger, als vorab beabsichtigt war. „Er musste sich aber nicht durchquälen“, hatte Kappenstein ein Auge auf die Verfassung seines wichtigsten Akteurs, der jede der gewählten Formationen stärker machte und zur Effektivität führte.

Die Baskets rotierten kräftig durch – der 17-jährige Lorenz Neuhaus bekam 7:30 Minuten im Aufbau – und wirkten nur phasenweise konsequent und griffig. Die von Trainerin Sükran Gencay aufs Feld geschickten Hamburger lebten wie so oft von Shooting-Guard Mubarak Salami und Regisseur Abdulai Abaker. Die zwei Solisten aber zogen das abwehrschwache Team nicht auf ein erforderliches Niveau. Topwerfer Salami haderte immer mehr mit sich selbst, hatte sieben Fehlabspiele und traf im vierten Viertel gar nicht mehr – er blieb mit 13 Punkten bei einer 20-Prozent-Ausbeute weit unter seinem Schnitt. Abaker (29 Punkte) ragte vielfach heraus. Allein auf weiter Flur.

Münsters Kollektiv steckte ein 17:18 weg und kam nach vier Dreiern viertelübergreifend zum sicheren Halbzeit-Vorsprung. Da durfte Coffin auch mal zehn Minuten pausieren. Distanzwürfe von Jan König und Thomas Reuter saßen, nachdem Halbzeit eins offensiv noch im Zeichen von Stefan Weß gestanden hatte (14 Punkte). Die stärkere Physis unter den Körben dokumentierte das Reboundverhältnis (52:34). Dass einige offene Würfe noch verballert wurden – geschenkt an diesem Abend. Die Pflicht wurde erfüllt, die Kür kann kommen.

Startseite