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Jugendfußball

MS Mitrovica: Ein Club als Geburtstagsgeschenk

Münster

Mit MS Mitrovica ist ein neuer Fußballclub auf der Landkarte erschienen. Gründer und Trainer Ronaldo Avdula erklärt, was dahinter steckt und wo es hingehen soll.

Von Jonas Austermann

Drei Generationen, ein neuer Club: Jasin Avdula (l.) spielt künftig für MS Mitrovica. Vater Naser (M.) bekam den Verein zum Geburtstag geschenkt – von Ronaldo (r.), hier mit Sohn Mohammed Resul. Foto: privat/Avdula

„Was schenke ich meinem Vater zum 50. Geburtstag?“ Diese Frage stellte sich Ronaldo Avdula, als sich der Ehrentag seines Vaters Naser näherte. Eine Party, einen Urlaub? „Das ist ja alles vergänglich“, dachte sich Ronaldo, selbst erst 26 Jahre alt. Also gründete er einen Club namens MS Mitrovica, besorgte die nötigen Unterlagen und kümmerte sich um die Eintragung ins Vereinsregister.

Die Überraschung für Papa Naser, der nun Vereinspräsident ist, gelang – doch eigentlich geht die Arbeit jetzt erst so richtig los. Der Club besteht zunächst einmal nur aus einer A-Jugend, die in Qualifikationsrunde 2 antritt. „Die Mannschaft soll aus meinem kleinen Bruder Jasin und seinem Freundeskreis bestehen. Das sind 15 Jungs“, erklärt Ronaldo.

Die ersten zehn Spielberechtigungen sind schon eingetroffen am Rincklakeweg. Denn dort, in Berg Fidel, ist der neugegründete Verein daheim. Das Bürgerzentrum „Alte Post“ stellt Mitrovica Räumlichkeiten für Teambesprechungen zur Verfügung. Eine zweite Heimat – die auf dem Platz – sucht der Club noch. Die Sentruper Höhe war schon im Gespräch, lieber aber wäre Avdula ein Unterkommen in Hiltrup. „Ich hätte gerne einen Platz hier in der Ecke, damit die Jungs nicht so weit fahren müssen zum Training“, sagt er.

Avdula erlebte das Rroma-Aus mit

Er, Ronaldo, fungiert vorerst auch als Trainer. „Mit Unterstützung von meinem Papa. Der ist bei den Laufeinheiten am Aasee auch schon dabei gewesen“, erklärt der 26-Jährige, der früher selbst für den ESV Münster, den TuS Hiltrup und den SC Münster 08 kickte.

Zuletzt war Ronaldo für den Rroma Kultur Verein aktiv, der im Juni vom Kreissportgericht für ein Jahr vom Spielbetrieb ausgeschlossen worden war. Der Grund: Nach der Attacke auf einen Schiedsrichter leistete sich der Club erneut ein Fehlverhalten – dieses Mal untereinander.

Ronaldo Avdula sagt: „Ich habe das alles auf dem Spielfeld miterlebt und versucht zu schlichten. Ich wusste ja, was auf den Verein zukommt.“ Eine Position als Verantwortlicher bei Rroma hatte Avdula nach eigener Aussage schon eineinhalb Jahre zuvor aufgegeben – „weil es nicht mehr so richtig passte“.

So setzt sich der Vereinsname zusammen

Jetzt wagen die Avdulas mit MS Mitrovica einen Neuanfang. Wofür der Name steht? „Wenn man die Jugendlichen in Berg Fidel fragt, wo sie herkommen, sagen sie alle: Münster. Und wenn man nach der Herkunft ihrer Eltern fragt, sagt ein Großteil: Mitrovica“, erklärt Avdula. Also brachte er die Abkürzung für Münster und den Namen der Stadt im Norden des Kosovo im Clubtitel unter.

Ronaldo Avdula will aus seinem Club eine „Art Familie“ machen. Und mit den Spielern soll auch die Mannschaft wachsen, schon bald also in den Herrenbereich. Denn Ronaldos Wunsch – das scheint durch – ist es, auch mal gemeinsam mit seinem kleinen Bruder Jasin auf dem Platz zu stehen. Läuft alles nach Plan, klappt das vor dem 50. Geburtstag.

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