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„Vorher undenkbar“: Schuldt geht von den Blackhawks in die Königsklasse

Münster

Clemens Schuldt war in den letzten Jahren ein Teil der Erfolgsstory der Münster Blackhawks. Jetzt wechselt er zu den Hamburg Seadevils in die European League of Football. Der 22-Jährige verlässt Münster mit einem weinenden und einem lachenden Auge.

Von Tim Kosel

Clemens Schuldt (.) hat seinen Bachelor abgeschlossen und schiebt für professionellen Football den Master in den Herbst. Foto: Olaf Kerber

Clemens Schuldt erlebt derzeit mehr als nur einen einfachen Tapetenwechsel. Der Wide-Receiver verlässt die Münster Blackhawks und wagt den Schritt zu den Hamburg Seadevils in die European League of Football (EFL). Für die Hanseaten war er bereits in der Jugend in seiner Heimatstadt aktiv.

Statt an der Sentruper Höhe wird Schuldt künftig auf dem höchsten europäischen Level zum Passempfänger. Der Sprung vom Aufsteiger in die German Football League 2 zum EFL-Finalisten der letzten Saison gelang Schuldt über den Kontakt zu seinen ehemaligen Trainern. „Ich wurde zur Combine eingeladen und durfte mich präsentieren. Nach ein, zwei Wochen kam dann die Rückmeldung mit dem Angebot“, erklärt er. Echte Erwartungen kann Schuldt kaum in Worte fassen: „Eine Einschätzung ist schwer, ich kenne das Niveau nicht. Ich bin sehr, sehr gespannt.“

„Amerika ist unrealistisch“

Die Chance war für ihn jedenfalls „vorher undenkbar“. Höhere Gefilde sind kaum möglich. „Amerika ist unrealistisch. Ich weiß nicht so wirklich, wo es hingehen soll. Mal schauen, wie es wird“, so Schuldt gelassen.

Clemens Schuldt geht zurück in die Heimat nach Hamburg. Foto: privat

Trotz der Lukrativität seiner neuen alten Heimat sei ihm der Weggang aus Münster nicht leicht gefallen. „Es ist einerseits eine Wahnsinnsgelegenheit. Andererseits ist es schwer, sich nach drei Jahren von seinen lieb gewonnen Mitspielern und Trainern zu verabschieden zu“, so der 22-Jährige. „Es freut die Leute nicht allzu sehr, wenn man ihnen erzählt, dass man geht.“

Schuldt hofft eine Menge zu lernen

Nach einer erfolgreichen Zeit bei den Blackhawks, samt Aufstieg aus der vierten in die zweite Liga ist Schuldt sich bewusst, bei den Seadevils nicht zu den primären „Targets“ seines Quarterbacks zu gehören. „Selbstverständlich werde ich nicht die gleiche Rolle spielen. Doch das Coaching ist auf einem neuen Level, und auch von meinen Mitspielern werde ich eine Menge lernen können“, sagt er. Für Schuldt, der im Februar sein Bachelor-Studium vollendet, ist es eine „Once-in-a-lifetime“-Situation. Einmal im Leben. „Ich weiß nicht, wann ich noch einmal so viel Zeit für Football habe, deshalb dachte ich mir, ich muss diese Chance nutzen.“

Allein sind die Blackhawks übrigens nicht mit dem Verlust. Auch die Fußballer von Eintracht Münster, Schlusslicht der Kreisliga A1, müssen mit Schuldt nun auf ihren Top-Scorer verzichten.

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