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Leichtathletik: Serie zu 20 Jahren Münster-Marathon

Sixdays als Grundstein einer Erfolgsserie

Münster

Michael Brinkmann schuf als Cheforganisator nicht nur den Münster-Marathon, sondern auch die Riesenbecker Sixdays. Bei der Premiere 1989 gehen 34 Ausdauercracks an den Start über die 140 Kilometer. Der Grundstein für den Volksbank-Münster-Marathon.

Von André Fischer

Ein ultimatives Lauferlebnis legte den Grundstein für eine Erfolgsgeschichte in Münster: Die Riesenbecker Sixdays feierten ihre Premiere 1989 – der Volksbank-Münster-Marathon seine 2002. Foto: Jan Kappelhoff

Radfahrer am Rande der Besinnungslosigkeit und exzessive Partys auf den Rängen – das schreibt das Nachrichtenmagazin „Spiegel“ im Januar 2009 unter der Headline „Fahren, feiern, umfallen“. Im Fokus: das erste Sechstagerennen in Berlin 1909. Ein Sport-Event wie Sodom und Gomorrha, heißt es da. Allemal gewöhnungsbedürftig. Aber: Die Jungs auf ihren schnellen Rädern bahnen sich ihren Weg – im Holzoval und durch die deutsche Geschichte.

Sechs Tage Sport, sechs Tage körperliche, mitunter seelische Leiden. Die versüßt werden durch ein motivierendes Rahmenprogramm, durch ein großartiges, gesittetes Publikum. Das geht auch bei uns, denkt sich Michael Brinkmann Ende der 80er Jahre. Im heimischen Riesenbeck hebt er die „Sixdays“ auf Anregung seiner Frau Ingrid aus der Taufe, ein sechstägiger Etappen-Lauf über Waldwege und durch mehrere Kommunen des Tecklenburger Landes mit vielen Anstiegen und Gefällstrecken. Bei der Premiere 1989 gehen 34 Ausdauercracks an den Start über die 140 Kilometer. Der Grundstein für den Volksbank-Münster-Marathon.

„Ich wollte was Neues machen, nichts kopieren“

„Das ist so“, verrät der 61-jährige Cheforganisator. Denn: Im Zuge des Spektakels kommen immer mehr Münsteraner mit einer ganz speziellen Bitte auf ihn zu: „Michael, kannst du so was nicht auch in Münster aufziehen?“ Aus gutem Grund: Der beliebte Stadtlauf in der Domstadt hat zu jener Zeit ausgedient, die begeisterte städtische und regionale Laufkundschaft lechzt nach neuen Events. Brinkmann nimmt die Idee mit. Macht sich monatelang Gedanken. „Ich wollte was Neues machen, nichts kopieren.“ Er führt viele Gespräche, als Ausrichter des Riesenbecker Triathlons seit 1983 und der Sixdays hat er sich ein Netzwerk aufgebaut, das Gold wert ist. Immer mehr reift der Wunsch aus einem einzigen Gedanken, einen Marathon in Münster auf die Beine zu stellen.

Brinkmann kramt in seinen Erinnerungen. In Steinfurt und Berlin ist er selbst dreimal gelaufen, Bestzeit 3:02,07 Stunden. Wägt ab: Bundeshauptstadt? Nein, zu wuselig, zu viel Trubel. Steinfurt? Sehr überschaubar, ruhig. Vielleicht zu ruhig?! Die goldene Mitte – das ist es. „Ich wollte einen gesunden Mix aus Lauferlebnis und Party.“ Heißt: Nach dem Halbmarathon runterkommen, verschnaufen, bevor ab Kilometer 30 die Post abgeht.

2000 stellt Brinkmann seine Idee vor

Brinkmann, im Vorstandsstab der heimischen Volksbank, stellt das Konzept 2000 seinen Bossen vor – die die Idee interessant finden. Von 1000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern ist anfangs die Rede, von 10 000 Zuschauerinnen und Zuschauern an der Strecke und im Stadtgebiet. Als er grünes Licht bekommt, bittet er die münsterischen Laufvereine zu sich, um sie für das Projekt zu gewinnen, tingelt in seiner Freizeit durch die Republik, betreibt Marktforschung.

Cheforganisator Michael Brinkmann Foto: Peter Leßmann

Nebenbei holt er sich kompetente Mitstreiter ins Teamboot, gründet im März 2021 den Münster Marathon e.V. Von den damaligen Gründungsmitgliedern sind neben Brinkmann noch Helmar Winkler (2. Vorsitzender) und Thomas Schluer (Zielbereich) dabei – das Fundament. Inzwischen gibt es mit Heike Keller (Leiterin der Geschäftsstelle) und Laura-Maria Hinz (Mitarbeiterin der Geschäftsstelle) zwei angestellte Teilzeitkräfte, zu denen sich eine kompetente Schar an ehrenamtlichen Kräften gesellt. Hier greift ein Rädchen ins andere.

In den Wochen vor dem Probelauf ist die Anspannung groß. Der Volksbank-Vorstand ist dank Brinkmann über alle Schritte informiert – und positiv überrascht. „Da hingen überall Plakate in der Stadt, die Zeitungen waren voll, alle freuten sich auf die Premiere, das nahmen auch die Geldgeber wahr“, so Brinkmann. Der weiß: „Die Bank ist unser Schirm, wenn etwas aus dem Ruder läuft.“ Läuft es – im positiven Sinne. 5000 Sportlerinnen und Sportler sprengen beim ersten Marathon am 8. September alle Erwartungen. Eine denkwürdige Geburtsstunde an jenem Sonntag.   André Fischer Teil 3: Helmar Winkler, Mann der ersten Stunde und 2. Vorsitzender des Münster Marathon e.V.

Viel Lob - aber auch Kritik

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