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Basketball: BBL

Münsteraner Adam Touray wagt den Sprung zum Vizemeister

Münster

Das Einmaleins im Basketball lernte Adam Touray beim UBC Münster. Vor fünf Jahren setzte er ganz auf die Karte Profisport, nun ist er beim deutschen Vizemeister MHP Riesen Ludwigsburg gelandet. Der 26-Jährige unterschrieb einen Zwei-Jahres-Vertrag – und bereitet sich vor der Haustür auf die neue Saison vor.

Alexander Heflik

Adam Touray trug zuletzt das Schalker Trikot, im Sommer trainiert er auf dem Court am Mauritz-Lindenweg. Foto: imago-images

Der Basketball-Freiplatz beim SC Münster 08 ist momentan sein Kiez. Fast so, als würde sich ein Erstliga-Kicker in einem Hartplatz-Fußballkäfig auf die neue Saison vorbereiten. Adam Touray ist das gleich, der 2,06 Meter große Münsteraner hat noch ein paar Wochen zu überbrücken, ehe er ein Riese wird. Am 1. September startet die Vorbereitung beim deutschen Vizemeister MHP Riesen Ludwigsburg, Trainer John Patrick hat sich für die neue Nummer 19 stark gemacht, Touray hat einen Zwei-Jahres-Vertrag erhalten. Er ist oben angekommen, Bundesliga, internationales Geschäft in der Champions League, Basketball der Extraklasse.

„Das war viel Arbeit in den letzten Jahren. Ich habe viel an meinem Körper gearbeitet, gelernt, das Spiel besser zu lesen. Auch mein Selbstvertrauen ist gewachsen“, sagt er, der 2015 den UBC Münster verließ und ganz auf die Karte Profisport setzte. Fünf Kurzeinsätze kamen beim Mitteldeutschen BC in der Abstiegssaison zusammen. Dann folgte noch eine weitere Serie bei der BG Bitterfeld-Sandersdorf-Wolfen.

Durchgestartet im Westen

Richtig voran kam Touray dann aber bei der Rückkehr in den Westen, als er in der Pro B bei ETB Essen (2017/18) andockte. „Das war ein gutes Jahr“, erklärte er, weil die Werte mit 13,3 Punkten und 5,3 Rebounds die Werte im Mittel überdurchschnittlich gut waren.

Die letzten beiden Spielzeiten bei, FC Schalke 04 erweiterte Touray in der Pro A sein Repertoire, mit über elf Punkten sowie sechs Rebounds im Durchschnitt gehörte er zu den auffälligsten Akteuren. Die Königsblauen meldeten ihre professionelle Basketball-Abteilung in der Corona-Pause ab, beim hochverschuldeten Revierclub wird an jeder Ecke gespart, und Basketball war ein Zuschussgeschäft.

Touray ging deshalb auf Vorstellungsrunde, in so genannten Try-Outs bei Bundesligisten versuchte er sich in den Vordergrund zu spielen. „Bekanntere Spieler müssen das nicht machen, für mich war das eine gute Chance“, blickt er zurück. Zwei Tage in Ludwigsburg, und Trainer John Patrick war überzeugt vom Center. Am ersten Tag haben wir noch fünf gegen fünf gespielt, am nächsten Tag individuell gearbeitet. Ich habe schon gemerkt, dass es gut für mich läuft.“ Am 1. September also startet der Bundesliga-Kader die Vorbereitung, erster Härtetest wird das BBL-Pokalturnier im Oktober, die neue Punktrunde soll am 7. November starten. Touray ist dabei, der erste Münsteraner seit Jan Sprünken in der Bundesliga. Nicht schlecht. In Ludwigsburg ist er nach Jonas Wohlfarth-Bottermann, Lukas Herzog, Barry Brown Jr. und Tre Demps der fünfte Neuzugang und ersetzt Hans Brase.

„Die letzten drei Jahre habe ich immer gegen den Abstieg gespielt, nun ist es spannend, oben mitspielen zu dürfen“, erwartet der 26-Jährige den oft zitierten nächsten Schritt. Von der Pro A in die Bundesliga – das ist fast ein Quantensprung. Im Power-System der Ludwigsburger dürfte sich Touray als Typ-Mix aus Center und Power Forward wohl fühlen.

Training mit Türkel

Nun also legt er die Basis vor der Haustür im Stadtteil Mauritz, Fitnesscoach Baris Türkel bringt ihn in Schwung, fürs Wurftraining reicht die Anlage alle mal. „Ich weiß noch, wie wir vor 50 oder 100 Zuschauern in Münster gespielt haben, heute ist der Berg Fidel ausverkauft“, blickt er auf die frühen Jahre in der Regionalliga beim UBC zurück, wo er das Basketball-ABC lernte. Bis heute ist der Kontakt geblieben. Münster, Heimatstadt, Heimatclub, aber kein Heimweh. Dass die WWU Baskets in den letzten beiden Spielzeiten nach dem Aufstieg in die Pro B durch die Decke gehen, freut ihn, er ist bestens informiert, hat noch Kontakt zu früheren Mitspielern, will immer gleich das Ergebnis wissen.

Foto: Cengiz Sentürk

Aber seine persönliche Entwicklung ging schneller, war anders. Während die Baskets mittelfristig die Pro A anpeilen, greift er im zweiten Anlauf die BBL an. Viel höher hinaus geht es nicht. Dennoch die Frage aller Fragen: Münster, warum nicht bei den Baskets spielen? Touray grinst, Ludwigsburg ist im Hier und Jetzt tatsächlich die bessere Adresse, aber: „Zum Karriereende ein, zwei Saisons in Münster, warum nicht?“

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