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Rudern: Bundesliga/Weltcup

Münsteraner jubeln in Kassel und Posen - zwei Tickets für Diening

Münster

Heiß war es für die Aktiven aus Münster, doch auch, wenn das Wasser kochte, die Athleten und Athletinnen blieben eiskalt. Manuela Diening sicherte sich beim Weltcup in Posen das WM-Ticket, Jasper Angl siegte beim ersten Auftritt im Deutschland-Achter und der Münster-Achter dominierte einmal mehr die Bundesliga.

Von Ansgar Griebel

Mittendrin statt nur dabei: Die Jungs aus dem Münster-Achter um Steuerfrau Lena Brüggemann machten einmal mehr das Rennen. Foto: RBL

Der Münster-Achter bleibt auch zum Auftakt der Ruder-Bundesliga der unangefochtene Dominator auf der Sprintstrecke, die Frauen sammeln dabei zudem erste wertvolle Meisterschaftserfahrungen.

Para-Ruderin Manuela Diening ordnet beim Weltcup in Posen die Hierarchie im DRV und sichert sich das Ticket zu den Europa- und Weltmeisterschaften, und RVM-Athlet Jasper Angl sammelt bei seiner internationalen Wassertaufe in Polen den ersten vielversprechenden Sieg im Deutschland-Achter. Das Ruder-Wochenende der Münsteraner im Überblick:

Ruder-Bundesliga in Kassel:

Wer aufmerksam die Liste der Exponate der Documenta in Kassel durchforstete, der vermisste dort ein eindrucksvolles Gesamtkunstwerk, das am Eröffnungswochenende der Kunstschau im öffentlichen Raum definitiv einen Besuch wert war: den Münster-Achter. Das Schnellboot unter den deutschen Großbooten wächst sich mehr und mehr zu einer echten Plage für die Konkurrenz aus.

Nach einer Saison ohne Niederlagen war der Titelverteidiger auch beim Neustart der Serie in der Documenta-Stadt Kassel keine ernsthafte Messlatte für die Verfolger, die in der Bugwelle des Dominators nur die Plätze ausfuhren. Teamsprecher Christoph Koebe war mit viel Respekt ins Rennen gegangen, weil das Team im Vorfeld nur wenig Gelegenheit hatte, im Kollektiv Kilometer zu machen – und weil sich pünktlich zum Meisterschaftsstart gleich zwei Ruderer krank abmelden mussten.

Doch der RVM kann in solchen Notfällen auf ein Clubumfeld bauen, das in Deutschland wohl kein anderer Verein zu bieten hat. So sprang mit Yannick Sacherer ein Aktiver ein, der für Deutschland im Juniorenbereich bereits Welt- und Europameister wurde. Ivan Maidachevskyi und Maximilian Kern wollen auf dem Nachwuchssektor jetzt angreifen, nutzten aber ihre Vorbereitungszeit nach Verletzungen und Krankheiten zu einem gelungenen Hilfseinsatz bei den Sprintern.

Mit dem schnellsten Zeitlauf und vier klaren Siegen vom Achtelfinale bis zum Finale blieb die Crew nach einem lupenreinen Start-Ziel-Sieg in der Vorsaison erneut ungeschlagen. „Das war ein Top-Renntag für uns“, so das nachvollziehbare Fazit von Koebe. Hinter dem Münster-Achter brachten sich allerdings neue Teams in Stellung, während die erwarteten Herausforderer überraschend schlecht abschnitten. Vor allem der hoch gehandelte Riemax-Achter aus Osnabrück enttäuschte auf Rang sieben von 18 Teams, während das Sprintteam Mülheim Zweiter wurde.

Münsters Frauen-Achter musste bei seiner Meisterschaftspremiere noch Lehrgeld zahlen und belegte am Ende Rang sieben unter neun Teams.

Weltcup in Posen:

Für Manuela Diening stand gleich zu Beginn der internationalen Wettbewerbe eine wichtige Weichenstellung auf dem Programm: Im deutschen Duell mit der Hamburgerin Sylvia Pille-Steppat ging es in Polen um das Ticket zu den Europameisterschaften in München und zum Saisonfinale zur WM nach Racice.

Die Para-Ruderin machte es den Bundestrainern diesmal leicht. Bereits im Bahnverteilungsrennen am Freitag kam sie als Dritte zwei Plätze vor der Konkurrentin ins Ziel, beim Finale am Sonntag gab es den gleichen Zieleinlauf. Und nicht nur der nationale Vergleich macht Lust auf mehr. Wie schon im vergangenen Jahr war Diening Augenzeugin bei einem neuen Weltrekord von Olympiasiegerin Birgit Skarstein aus Norwegen – doch diesmal erlebte sie das Rekordrennen aus nächster Nähe und halbierte den Rückstand auf die Weltbeste auf nur noch 20 Sekunden.

Im Finale fehlten gerade einmal neun Sekunden, Manuela Diening ist bereit für einen ganz besonderen Ruder-Sommer. „Am nächsten Wochenende geht es zu den Finals nach Berlin“, so Diening, die auf der Rückfahrt aus Polen schon an den Sommerplänen feilte: „Die Vorbereitung für die EM in München machen wir in Münster und in Essen. Vor der WM in Racice steht ein sechswöchiges Trainingslager in Berlin an.“

Und das deutsche Flaggschiff? Eigentlich wollte RVM-Newcomer Jasper Angl mit dem neu formierten Deutschland-Achter „mal gucken, wo wir stehen“. Nach dem Finale wissen der Bundestrainer und seine Schützlinge ein wenig mehr. Nach dem ungefährdeten Erfolg im Vorlauf mit erkennbar schwacher Gegnerschaft, ging es im Finale gegen die Weltelite – und das Ergebnis blieb dasselbe: Deutschland auf der eins – Debüt geglückt. Auch hier steht die WM in Racice im Fokus.

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