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American Football: Regionalliga

Perfekte Blackhawks stellen Arbeit gegen Köln zu früh ein

Münster

Herrliches Wetter, ein 33:20-Erfolg für den Aufsteiger als Liga-Einstand vor mehr als 1000 Zuschauern – Footballherz, was willst du mehr? Alexander Naretz, Trainer der Münster Blackhawks, hat da ganz konkrete Ideen.

Von Ansgar Griebel

Touchdown: Blackhawk Chris Busse (l.) schnappt sich den Ball und legt ihn anschließend sich in der gegnerischen Endzone ab. Foto: Peter Leßmann

Zahlen lügen nicht – und wenn am Ende eines Footballspiels ein 33:20-Sieg aktenkundig wird, dann erzählt dieses Zahlenwerk zweifelsfrei von einem erfolgreichen Saisonauftakt für einen Regionalliga-Neuling. Aber es erzählt manchmal auch nur die halbe Wahrheit. Vor allem die fehlende andere Hälfte beschäftigte nach dem Spiel Alexander Naretz.

Der Trainer der Münster Blackhawks wollte sich nach der gelungenen Liga-Premiere seines Clubs gegen die Cologne Falcons nicht so recht freuen: „Zufrieden? Überhaupt nicht“, platzte es aus dem engagierten Coach heraus. „Das war nicht das, was wir spielen wollen und nicht das, was wir trainiert haben. Für die letzten anderthalb Stunden muss ich mich bei den Zuschauern entschuldigen.“

Mehr als 1000 Fans

Gut 1000 Fans wollten das erste Spiel der Blackhawks in der neuen Liga, das erste Spiel eines münsterischen Clubs überhaupt in dieser Spielklasse seit einem Kurzauftritt der Mammuts Mitte der 90er sehen – und eigentlich brauchte im Anschluss keiner von ihnen eine Entschuldigung. Im Gegenteil: Alle waren auf ihre Kosten gekommen – und genossen eine einstündige Galavorstellung der Heimmannschaft. Eine Vorstellung nahe an der Perfektion, die ungeschnitten als Lehrvideo für modernen Football taugt.

Quarterback Nils Korella bediente mit präziser Wucht die bewährten Kollegen Clemens Schuldt (2), Jannik Goltermann, Chris Busse und Florian Wirsen. Fünf lupenreine Touchdowns binnen 30 Spielminuten, während derer zur Vermessung des gegnerischen Raumgewinns ein Geodreieck locker gereicht hätte. Es war eine Demonstration der Überlegenheit des Liga-Neulings, der zur Pause mit 27:0 vorne lag, wenige Minuten nach dem Seitenwechsel dann sogar auf 33:0 erhöhte und einem spektakulären Auftaktsieg entgegenrollte. Jeder Ballbesitz der Blackhawks-Offensive endete mit einem Eintrag auf der Ergebnistafel. So weit, so gut.

Offense schwächelt, Defense wackelt

Doch dann folgte Teil zwei des Lehrvideos unter dem Titel „so nicht“: Naretz gönnte seinem überragenden Spielmacher Nils Korella Mitte des dritten Viertels nach getaner Arbeit eine Auszeit und übergab die Spielregie in die Hände von Tom Dittmann. An ihm alleine lag es nicht, dass urplötzlich nichts mehr zusammenpasste bei den Platzherren. Aber aus der Kommandozentrale kamen keine verwertbaren Impulse mehr für die Offense und gleichzeitig leistete sich die Defense ungewohnte Lässigkeiten.

„Da fehlte komplett die Einstellung. Das geht so nicht“, polterte Naretz nach dem Spiel. „Wir trainieren doch nicht mit elf Mann, sondern mit 111. Da müssen alle wissen, was zu tun ist.“ Stattdessen pirschte sich Köln Punkt um Punkt heran, produzierte in der Schlussphase sogar noch eine eigentlich nicht mehr vorstellbare Restspannung.

Ende gut, (fast) alles gut

Am Ende blieb es bei dem letztlich doch ungefährdeten Sieg der Blackhawks und nach der verbalen Entlüftung auch wieder bei einem versöhnten Trainer. „Da wäre heute ein ganz anderes Ergebnis drin gewesen. Vielleicht ganz gut, dass es am Ende so ausgegangen ist und die anderen Gegner nicht gewarnt werden.“ Bereits am kommenden Samstag reisen die Düsseldorf Bulldozer an – und sie kennen nur diese Zahlen: 33:20 – Ende der Geschichte.

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