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Fußball: 3. Liga

Preußen Münster gastiert an der Grünwalder Straße in München

Münster

Die Preußen haben so richtig Fahrt aufgenommen. Mit dem Rückenwind des 4:2-Erfolgs gegen den Halleschen FC geht es zum Duell mit der Reserve des FC Bayern an die Grünwalder Straße. Gespielt wird am Mittwoch um 19 Uhr.

Alexander Heflik

Anlaufen, springen, stehenbleiben, hochhüpfen, schützen: Maurice Litka (von links), Lucas Cueto, Jan Löhmannsröben, Luca Schnellbacher, Heinz Mörschel und Kevin Rodrigues Pires verteidigen gegen Halle einen Freistoß. Foto: Jürgen Peperhowe

Ende September 2019: Es war eine sportliche Bankrotterklärung, die der SC Preußen Münster in diesem Heimspiel bot. Damals rutschte der Fußball-Drittligist nicht nur erstmals auf einen Abstiegsrang, sondern zeigte beim 1:4 gegen Aufsteiger Bayern München II eine derart desolate Leistung, dass jedem der über 7000 Zuschauer angst und bange werden musste. Seitdem haben die Preußen die Abstiegsränge nicht mehr verlassen. Seitdem hat die Bayern-Reserve die Liga aufgemischt. Nun trifft man sich wieder, im legendären Stadion an der Grünwalder Straße (Mittwoch, 19 Uhr).

„Wir werden“, sagt SCP-Coach Sascha Hildmann, „über uns hinauswachsen müssen.“ Das werden die Preußen, die gerade mit dem 4:2-Heimerfolg über Halle Kontakt zur Nicht-Abstiegs-Zone hergestellt haben, vermutlich in jedem der noch anstehenden zehn Punktspiele tun müssen. Anders wird der Klassenerhalt nicht zu erreichen sein. Motto: Das Limit erreichen, und notfalls sogar etwas mehr abliefern.

Hildmann hat sich dieses vermaledeite 1:4 im September aktuell wieder angeschaut. Zwei Mal, wie er sagt. Er war zu diesem Zeitpunkt, als die Partie gespielt wurde, gerade erst beim 1. FC Kaiserslautern beurlaubt worden. In Münster stand Sven Hübscher in der Verantwortung.

Gegen die Bayern-Zweite lief der SCP damals ins offene Messer, der Ex-Osnabrücker Kwasi Okyere Wriedt mit drei Treffern sowie Oliver Batista Meier hatten es sich zur ersten Aufgabe gemacht, die Hausherren in ihre Einzelteile zu zerlegen. Die Bayern vernichteten den SCP an diesem Tag, von dieser Pleite erholte sich Münster lange, lange Zeit nicht mehr wirklich.

Gegner-Check: FC Bayern München II

Ausgangslage: Die „kleinen Bayern“ sind die beste Mannschaft der Rückrunde, nur eine Niederlage in neun Partien unterstreicht das. In diesem Jahr unterlag das Team nur in Chemnitz (0:1). Dagegen zeigt sich der FCB II gerade gegen die Aufstiegsanwärter meist in bestechender Form. Zwar hat München Tuchfühlung zu den Aufstiegsrängen, darf aber als Zweitvertretung nicht in die 2. Bundesliga aufsteigen. Der Klassenerhalt ist praktisch geschafft, nun gilt es für den FCB möglichst viele Gegner zu ärgern.

Stichwörter: Hecht im Karpfenteich.Personal: Glaubt man dem Vereinsfunk, dann sind mit Torwart Früchtl, Mai, Singh, Batista Meier, Dajaku und Zirkzee ein halbes Dutzend Akteure hochgewandert in den Kader des Erstliga-Tabellenführers. Bislang wurden 30 Spieler eingesetzt, mit 22,07 Jahren im Schnitt ist der Aufsteiger das jüngste Team der 3. Liga. Nun sollen vermehrt die Top-Talente aus der U-19-Bundesliga-Auswahl – Spitzenreiter nach 19 Spieltagen in der mittlerweile abgebrochenen Südwest-Liga – eingesetzt und auf Profi-Tauglichkeit getestet werden. Angelo Stiller auf der „Sechs“ gehört dazu.

Trainer: Sebastian Hoeneß, Sohn des früheren Bundesliga-Stürmers Dieter (VfB Stuttgart und Bayern München), kam 2017 vom Nachwuchsleistungszentrum von RB Leipzig zum FCB und betreute die A-Junioren. Der 38-Jährige, seit Saisonbeginn für die Reserve zuständig, bevorzugt seit der Winterpause ein 4-3-2-1.

Kuriosum: Fünf von zehn Saison-Niederlagen kassierten die Bayern gegen „Kellerkinder“. Chemnitz, Kaiserslautern, Jena, Zwickau und Köln stecken im Abstiegskampf. Ein gutes Omen für den SCP

Zeitenwende:

In seinem neunten Spiel als Chefcoach der Preußen weiß Hildmann um die Schwere der Aufgabe. „Fußballerisch ist das die beste Mannschaft der 3. Liga.“ Sein Rezept der preußischen Gegenwehr: „Mit viel Kampf müssen wir ihnen die Lust am Spiel nehmen.“

„Ein Brett“, erklärt er, das wären die Bayern. Nur hat Hildmann auch ein paar Asse im Ärmel. Seine Preußen sind in der Rückrunde immerhin die achtbeste Mannschaft, es ging unter ihm zehn Plätze nach vorn, wenn man auf die Hin- und Rückrunden-Tabelle schaut. Klar, der Bayern-Sprung von Rang 15 auf Platz eins in diesem Ranking ist noch einmal beeindruckender.

Die Preußen, die am Dienstag bereits nach München gereist sind, aber erst am Donnerstag wieder zurückkehren, haben Mut geschöpft. Es würde keinen Sinn machen, viel zu ändern, meint Hildmann. Die siegreiche Halle-Elf genießt höchstes Vertrauen. Fridolin Wagner, der als zentraler Mittelfeldspieler eigentlich gesetzt ist, muss gegen München und am Sonntag im Heimspiel gegen Unterhaching seine Rot-Sperre verbüßen. Vielleicht denkt Hildmann über einen Wechsel im linken Mittelfeldbereich nach, Philipp Hoffmann dürfte dann erste Wahl für Alexander Rossipal sein.

Doppelpack:

  • Maurice Litka muss das 2:0 beim 4:2-Heimsieg über den Halleschen FC zugesprochen werden. Der DFB wertete seinen Schuss genau so, obwohl HFC-Spieler Sebastian Mai den Ball erst unhaltbar per Hacke ins eigene Tor gelenkt hatte. Für Litka war das damit Saisontor Nummer drei, das vierte folgte mit dem 4:2-Endstand.

Voraussichtliche Aufstellung von Preußen Münster:

  • Schulze Niehues – Schauerte, Scherder, Löhmannsröben, Steurer, Hoffmann – Cueto, Rodrigues Pires, Mörschel, Litka – Schnellbacher
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