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Fußball

Bannstrahl trifft Rroma Kultur Verein: C-Ligist wird vom Spielbetrieb suspendiert

Senden/Münster

Der Rroma Kultur Verein stand im vergangenen halben Jahr wegen diverser Vergehen unter verschärfter Beobachtung. Jetzt wird der Klub für ein Jahr vom Spielbetrieb ausgeschlossen. Kurios: der Vorfall, der dem Urteil vorausging.

Von Florian Levenig

Foto: dpa

Die Worte, die Reiner Hartdorf Ende November an Spieler wie Funktionäre des Rroma Kultur Vereins richtete, sie waren unmissverständlich. Erlaube sich der Fußball-C-Ligist in den kommenden Monaten ein weiteres, noch so geringes Fehlverhalten, „dann ist Schicht“, so der Vorsitzende des Kreissportgerichts (KSG), der den Ausschluss vom Spielbetrieb nach der mündlichen Verhandlung zur Bewährung aussetzte. Die ist nun vom Tisch: Weil es einen neuerlichen Vorfall im letzten Meisterschaftsspiel der Saison bei GW Marathon Münster gab, wird der Verein bis Mitte 2023 suspendiert.

Eigenen Mann attackiert

Kurios: Zum einen wäre die Bewährungsfrist an ebenjenem Sonntag Ende Mai abgelaufen, Rroma also aus dem Schneider gewesen. Zum anderen hatten die Gästespieler nicht etwa wie im Herbst den Unparteiischen (der viele Jahre für den VfL Senden pfiff, aufgrund der damaligen Vorkommnisse seine Schiedsrichterlaufbahn aber inzwischen beendet hat) oder den Gegner attackiert, sondern einen Mitspieler. Den verbalen und, wie es heißt, wohl auch körperlichen Angriffen folgte der Spielabbruch. Die Sache ging ans KSG, Hartdorf blieb angesichts der Vorgeschichte keine Wahl, als die Bewährung zu kassieren.

Urteil einmalig auf lokaler Ebener

Norbert Krevert, der Kreisvorsitzende, spricht von „einer Niederlage für unseren Sport“, begrüßt das Urteil aber ausdrücklich: „Sobald Gewalt – gegen wen auch immer – im Spiel ist, darf es kein Pardon geben.“ Die signifikante Zunahme an Übergriffen – Leidtragende waren insbesondere die Referees – in der abgelaufenen Spielzeit: schlicht nicht tolerierbar.

Begrüßt das Urteil: Norbert Krevert. Foto: oet

Deshalb werde er die Verbannung des Rroma Kultur Vereins – ein so drastisches Urteil habe es auf lokaler Ebene noch nie gegeben – zum Anlass nehmen, bei der Kreisfußballkonferenz am kommenden Dienstag im Preußenstadion den Klubs ins Gewissen zu reden: „Die Verantwortlichen müssen auf die Sportler einwirken, damit dieser Fall einmalig bleibt.“ Und der betroffene Verein? Dürfe sich, so er denn die kommenden zwölf Monate zur Läuterung nutze und bereit sei, sich künftig an Regeln zu halten, gerne 2023 wieder um einen Platz in der untersten Liga bemühen.

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