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Leichtathletik: EM

„Schauer über den Rücken“ – Voigt läuft in München auf Platz acht

Münster

Achter bei der EM in München über 10 000 Meter in 28:02 Minuten – Nils Voigt hat seinem Ziel Taten folgen lassen. Der Münsteraner sammelte damit wichtige Qualifikationspunkte für eine etwaige Teilnahme an der Weltmeisterschaft 2023 in Budapest.

Mittendrin und dann am Ende als Achter vorne mit dabei: Nils Voigt blickt nach dem Rennen auf seine Zeit – und war zufrieden Foto: dpa

In der Mittagszeit am Montag wartete Nils Voigt auf seinen Rückflug aus München, im Gepäck hatte er einen achten Platz von der Europameisterschaft der Leichtathleten in München über die 10 000 Meter. Nach 28:02,19 Minuten war der 25 Jahre alte Münsteraner, der für TV Wattenscheid startet, im Ziel.

Er hatte Wort gehalten, genau da wollte er hin – in die Top acht. Und diese Platzierung war praktisch Gold wert, denn damit sammelt er wichtige Punkte für das Qualifikations-Ranking auf dieser Strecke für die Weltmeisterschaft 2023 in Budapest. 1,74 Sekunden betrug der Vorsprung auf seinen deutschen Teamkollegen Samuel Fitwi Sibhatu aus Gerolstein. Voigt ergatterte Quali-Punkte, Fitwi Sibhatu eben nicht – so wichtig war der letzte Sprint für die weiteren Planungen.

Bester Deutscher bei Crippa-Sieg

„Es war auf jeden Fall das größtes Rennen bisher. Schon beim Einlaufen lief mir ein Schauer über den Rücken“, war Voigt noch immer ganz bewegt von seinem Einsatz am Schlusstag der EM. Das Olympiastadion kochte. Seit drei Jahren betreibt er das Laufen professionell, nun war München ein weiterer Höhepunkt für ihn, der im Vorjahr Deutscher Meister auf der Bahn wie auch im Straßenlauf über 10 000 Meter geworden war.

Wahnsinnstempo von Gressier

Der Italiener Yemaneberhan Crippa gewann das Rennen in 27:46,13 Minuten. Voigt ließ sich nicht vom wahnwitzigen Starttempo der Franzosen Jimmy Gressier auf den ersten Kilometern aus der Ruhe bringen. Wann er gewusst habe, dass das nicht über die ganz Strecke so hoch sein würde, antwortete er: „Nach zehn Metern. Das wäre sonst ein Europarekord geworden. Einige, die mit dem Franzosen mitgelaufen sind, haben dafür bitter bezahlt.“ Nach der Hälfte des Rennens war Voigt wieder in der 20-köpfigen Spitzengruppe, im Finale konnte er mit den absoluten Topleuten nicht mehr mithalten. Voigts persönliche Bestzeit hätte im Übrigen für Rang vier gereicht.

WM 2023 in Budapest ist das Ziel

27:49 Minuten ist diese, er wird sie wohl verbessern müssen, um 2023 bei der WM und dann vielleicht auch 2024 bei den Olympischen Sommerspielen in Paris starten zu dürfen. Ein Sieg bei Deutschen Meisterschaften, der viele Punkte für das Quali-Ranking bringen würde, sowie ein Topzeit von 27:40 müssen dafür her. Sehr schwierig, aber nicht unlösbar für den Münsteraner. Er glaubt an sich – zumal dieser achte EM-Rang extrem viel wert ist. Vielleicht läuft der 25-Jährige noch in den nächsten Wochen in Italien bei einem Rennen, Starts bei den Diamond-League-Veranstaltungen werden eher schwierig zu realisieren sein. Zudem: Beim ISTAf in Berlin werden die Langstrecken gar nicht gelaufen. Aber für 2023 nimmt er eine Menge Schwung und einen Batzen Punkte mit, nach der zweiwöchigen Herbst-Pause geht es dann los mit der Kilometer-Sammlung. Voigts Erfolgsgeheimnis: „Das ist Kontinuität im Training.“

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