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Rudern: Bundesliga

Sieg in Hamburg – Münsters Achter wird ungeschlagen Meister

Münster

Fünf Renntage, fünf Standorte, 25 Zweierduelle – und am Ende doch die gleiche Prozedur, wie im letzten Jahr: Der Sprint-Achter aus Münster ist wie schon im Vorjahr ungeschlagen zum Titel der Ruder-Bundesliga gejagt.

Von Ansgar Griebel

Der alte und der neue Deutsche Meister der Ruder-Bundesliga: (v.r.) Steuerfrau Rena Brüggemann, Christoph Koebe, Jonathan Reithenbach, Lukas Frederichs, John Heithoff, Mika Kohout, Martin Schröder, Yannik Sacherer und Jan Sauer Foto: RVM

Gut, dass es zum Abschluss und zur Titelverteidigung auch Medaillen und Preise gab. Die halfen dann zwei Tage später der etwas verschwommenen Erinnerung wieder auf die Beine, an das, was der Sprint-Achter aus Münster an den Tagen zuvor auf der Hamburger Binnenalster und anschließend auf dem Kiez geleistet hatte. Denn nach dem Sieg am fünften und letzten Renntag der Ruder-Bundesliga war der alte auch der neue Meister – und die Zeit gekommen, die fünf Saisonsiege und die 25 lupenreinen Auftritte ohne Niederlage im Verlauf dieser Serie ein wenig zu feiern.

Teamsprecher Christoph Koebe hatte die nicht ganz leichte Aufgabe, den letzten Parforceritt des Münster-Achters und die folgende Partynacht, am Montag noch einmal Revue passieren zu lassen.

Dass der Vorjahressieger sich auch in 2022 den Titel holen würde, war nach den ersten vier Erfolgen in Kassel, Berlin, Minden und Krefeld keine Überraschung mehr. Aber: Wenn, dann auch richtig und standesgemäß mit dem Tagessieg. „Da wollten wir jetzt auch ungeschlagen durch“, so Koebe.

Schwinde und Kern nicht dabei

Allerdings brachten die kurzfristigen Ausfälle von Henri Schwinde und Max Kern die Statik im schnellsten Ruderboot des Landes ein wenig aus dem Gleichgewicht. „Wir mussten schon einiges umbesetzen.“ Von vorne nach hinten, von links nach rechts, vor Steuerfrau Rena Brüggemann kam vor dem Finale so einiges in Bewegung – an der Vormachtstellung des dominierenden Bootes änderte allerdings auch das nichts. Das mussten auf dem Weg ins Finale die Konkurrenten aus Frankfurt, Kassel und Osnabrück einmal mehr neidlos anerkennen. Im letzten und 25. Zweiervergleich dieser Saison trat dann der Lokalmatador aus Hamburg hoch motiviert an, den bereits feststehenden Meistern aus Münster im letzten Rennen doch noch ein wenig den Spaß zu verderben. „Die hatten noch einmal richtig aufgerüstet und wollten vor heimischem Publikum den Tagessieg holen“, so Koebe, „und wir waren schon ziemlich durch.“ Aber manchmal ist im Sport der Geist noch willig, wenn das Fleisch schon schwach zu werden beginnt: „Und darum war das letzte Rennen nicht schön, aber der pure Wille“. Die letzten Reserven wurden mobilisiert und die zahlreichen Zuschauer an der Binnenalster aus Sicht der Gastgeber um den emotionalen Höhepunkt gebracht: Mit blütenweißer Weste rauschte der Münster-Achter als Sieger über die Ziellinie.

Gebührende Meisterparty

Im Anschluss ging es dann zunächst auf die traditionelle Rudererparty, die jeden Renntag im Normalfall beschließt. In Ausnahmefällen wird die Partynacht dann allerdings noch ein wenig verlängert. Aus gegebenem Anlass nutzten also die frischgebackenen Meister die Gunst der Stunde und örtliche Gelegenheiten zu einem Ausflug ins Hamburger Nachtleben. „Das musste gefeiert werden“, so Koebe.

Auch, wenn diese Rennserie ohne Heimauftritt in Münster auskommen musste, war auch das Finale in Hamburg der Höhepunkt, den sich der Titelverteidiger gewünscht hatte. „Eine großartige Stimmung auf einer großartigen Strecke“, so Koebe, der bei der Rückfahrt einen nagelneuen Ruderergometer im Gepäck vorfand, als Prämie für die meisten Saisonsiege, sowie 1000 Euro, die der Finalgastgeber Hamburg für den Tagessieg ausgelobt hatte. „Das können wir gut gebrauchen für ein neues Zelt.“ Und als kleine Erinnerungsstütze an ein denkwürdiges Wochenende in Hamburg.

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