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Rudern: EM in München

Silbermedaille: Manuela Diening feiert und wird gefeiert

Münster

Oliver Zeidler im deutschen Einer: Platz vier. Der deutsche Achter: Platz vier. Kein Wunder, dass sich nach der Ruder-EM in München plötzlich alle auf Manuela Diening aus Münster stürzen. Die 30-Jährige erfüllt alle Erwartungen und mehr: Silber im Para-Einer sorgt für Erleichterung im deutschen Ruderlager.

Von Ansgar Griebel

Nur strahlende Gesichter: Manuela Diening vom RV Münster sicherte sich EM-Silber hinter Siegerin Birgit Skarstein Foto: Imago/Bildbyran

Am Sonntagvormittag war Manuela Diening nicht mehr mittendrin, sondern nur noch dabei – endlich. Auf der Tribüne der Regattastrecke von Oberschleißheim hatte die 30-Jährige endlich Zeit, die letzten Tage noch einmal ohne dreistelligen Puls Revue passieren zu lassen, Zeit, entspannt den Kollegen und Kolleginnen die Daumen zu drücken und die verdiente Zeit, den größten Erfolg ihrer Ruderkarriere zu genießen. Dabei feierte nicht nur die Athletin des RV Münster ihr EM-Silber – die Medaille tat auch dem deutschen Ruderverband sehr gut, der auf der Olympiastrecke von 1972 insgesamt deutlich hinter den eigenen Erwartungen zurückblieb und den Coup von Manuela Diening entsprechend euphorisch in den sozialen Medien einsetzte.

Unbeindruckt von der Konkurrenz

Am Donnerstagabend stand die Pararuderin des RV Münster noch vor den Kameras von Championships TV Rede und Antwort – am frühen Samstagmorgen ließ sie den Worten dann Taten folgen: Im Para-Einer machte Diening unbeeindruckt von der namhaften Konkurrenz ihr eigenes Rennen, folgte den Vorgaben von Trainer Sebastian Fuchs und kam schließlich kurz hinter Weltmeisterin Birgit Skarstein aus Norwegen als Zweite ins Ziel – die Konkurrentinnen aus Ungarn und Israel hatten da noch etliche Hektoliter Wasser zwischen sich und der Ziellinie. Das sah zu Beginn des Rennens noch ganz anders aus: „Die anderen zischten erst mal ab“, beschrieb Diening den erwarteten Start. Kein Grund zur Sorge: „Das war so zu erwarten“. Aus den Augen, aus dem Sinn, Diening blieb ihrer Marschroute treu und ruderte ihr Rennen: „Wir hatten vorher besprochen, dass ich auf den ersten 500 Metern einfach cool bleiben muss und ab 750 Metern dann mein Sprint kam.“ Der führte erst vorbei an Moran Samuel aus Israel und kurz danach auch an Anna Sheremet aus der Ukraine bis ins Bugwasser der norwegischen Dominatorin. Dass die Zuschauer und Zuschauerinnen die letzten 200 Meter von Manuela Diening frenetisch anfeuerten, bekam sie selber gar nicht mit. „Während des Rennens war ich so auf mich fokussiert, dass ich von den Tribünen nichts mitbekommen habe, aber als ich an den Siegersteg ankam, war das schon genial.“

Angl knapp geschlagen

Weniger erfolgreich verliefen die Titelkämpfe für den zweiten Münsteraner im deutschen Kader: Jasper Angl kam mit dem Deutschland-Achter knapp geschlagen nur auf den undankbaren vierten Platz. Das Boot lieferte sich im Schatten der überragenden britischen Crew auf den Bahnen eins und zwei lange einen erbitterten Zweikampf um Silber mit dem italienischen Achter, ehe sich fast unbemerkt auf Bahn sechs die Niederlande an beiden Teams vorbeizog Bronze ging an Italien, Deutschland leer aus.

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