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Inoffiziell Meisterin: Matzke erfüllt sich Traum und beerbt Venjakob

Münster

Der Sparkassen-Münsterland-Giro vereint die Breite und die Spitze. Mehr als 50 000 Menschen tummeln sich am Tag der Deutschen Einheit beim Comeback in der City auf dem Schlossplatz. Jedermänner, Jederfrauen und Profis werden gleichermaßen gefeiert.

Von André Fischer

Juliane Matzke gewann im Rahmen des Sparkassen-Münsterland-Giro die Gesamtwertung im German-Cycling-Cup. Foto: André Fischer

Marmor- und Nusskuchen, dazu ein isotonisches Weißbier – Juliane Matzke greift zu, füllt ihre Energiespeicher wieder auf. „Die Saison war lang“, sinniert sie. Saisonsieg zwei nach dem Triumph im Juli am Schleizer Dreieck bleibt ihr beim Heimspiel über die 125 Kilometer verwehrt, Carmen Burmeister (Haberich Cycling Crew) ist einen Hauch schneller.

Macht nichts, das Gelbe Trikot gehört ihr. Das 36-jährige Mitglied des RSV Münster darf sich im Rahmen des German-Cycling-Cups (GCC), der Rennserie für Amateursportlerinnen und -sportler, „inoffiziell“ Deutsche Meisterin nennen. „Ein Traum“, gesteht sie. Nach Katharina Venjakob, die 2014 und 2015 in der Serie triumphiert, ist wieder eine Münsteranerin top. Die Bürokauffrau, die für das Team Deutsche Kinderkrebsstiftung fährt, sitzt erst seit 2019 im Sattel.

Rose schafft es dreimal aufs Treppchen

Relativ neu im „Geschäft“ ist auch Sina Maaßen. „Ich fahre erst seit gut einem Jahr“, verrät die 22-Jährige. Für den Giro schlüpft sie als Gastfahrerein in das Trikot des Rose-Teams Münsterland – und hat mit der zweimaligen Amateur-Weltmeisterin Venjakob eine prominente Wegbegleiterin auf den 95 Kilometern. „Sie ist hungrig, macht das gut“, schätzt Venjakob die mutige Fahrweise von Maaßen, die hinter ihrer erfahrenen „Ziehmutter“ als Zweite ins Ziel kommt. Dritte wird Vanessa Wulf. Dreimal Rose auf dem Treppchen – exzellent.

Ein kühles Blondes mit Umdrehungen gönnt sich nach seiner wilden Hatz durch das Münsterland Pa­trick Altefrohne vom „Leeze-Team-by-Tinteistbesser.de“. Er stößt mit seinem Sportlichen Leiter Florian Otterpohl auf den Tagessieg über 125 Kilometer an. Damit springt er wieder auf den zweiten Platz im GCC – Vizemeister.

Kommentar von
André Fischer

„Eine perfekte Mannschaftsleistung“, geht sein Lob an die Truppe um Ex-Profi Daniel Westmattelmann und Robin Willemsen, die ihn ins Ziel „hofieren“. 2018 triumphiert er schon mal vor der Haustür, nun wiederholt er seinen Sieg auf dem Schlossplatz und distanziert mit Julian Horstmann einen Teamkollegen, der sich ebenfalls noch Chancen auf Rang zwei ausgerechnet hatte. Horstmann wird Achter, muss sich in der Gesamtwertung mit dem vierten Platz trösten.

3948 Jedermänner und Jederfrauen machen sich am frühen Morgen bei besten Bedingungen auf die Reise. Das Teilnehmerfeld reicht vom reinen Hobbyaktiven bis hin zum ambitionierten Amateursportler. Auf dem Schlossplatz kommen sie alle zusammen. Das reine Sammelbecken radsportlicher Begeisterung. Als hätten sie danach gelechzt. Nach der schnellen Dusche harren sie mitunter bis zur Ankunft der Profis aus. Münster im Giro-Wahn.

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