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Fußball: Westfalenliga

Spätes Eigentor kostet Kinderhaus den Derby-Sieg gegen TuS Hiltrup

Münster

Den Derby-Sieg hatte Westfalia Kinderhaus schon fast sicher verbucht, doch trotz 2:0-Führung ließ der Gastgeber noch das 2:2 des TuS Hiltrup zu – beziehungsweise besorgte es selbst durch ein Eigentor. Schon im Stadtduell gegen den 1. FC Gievenbeck hatte das Team spät den Ausgleich geschluckt.

Von Michael Schulte

TuS-Torschütze Arne Stegt (r.) bedrängt den Kinderhauser Felix Ritter in dieser Szene erfolglos. Foto: Peter Leßmann

Nun gehört es nicht unbedingt zur Kernkompetenz von Jendrik Witt, für Westfalia Kinderhaus auf Torejagd zu gehen. Vielmehr beackert der Mittelfeldspieler die rechte Seite und bedient seine Kollegen. Aber als sich der junge Mann am Samstag im Westfalenliga-Derby gegen TuS Hiltrup schon nach zwei Minuten mit schnellen Schritten Richtung Gäste-Tor auf den Weg machte, elegant Gegenspieler Edgar Krieger umkurvte und einfach aus spitzem Winkel abzog, da hatte er bereits für den ersten Paukenschlag gesorgt. Mit gnädiger Unterstützung von Hiltrups Schlussmann Romain Böcker fand der Ball den Weg ins Netz und Witt sich in den Armen seiner Mitspieler wieder. Es war der fulminante Auftakt einer Partie, die 2:2 (2:0) endete und große Unterhaltung bot.

Die Trainerstimmen

Jendrik Witt hatte nach seiner frühen Führung offensichtlich Blut geleckt, denn nach einer knappen halben Stunde ging er wieder auf und davon, hatte aber im Abschluss dieses Mal kein Glück. Das war nur eine weitere Chance, die sich die Gastgeber vor der Pause herausspielten. Denn zuvor und danach hatte Massih Wassey das 2:0 auf dem Fuß, ließ es aber dort liegen. Auch ein Fernschuss von Kevin Schöneberg flog knapp über das Tor. Da war es nur gut für die Westfalia, dass wenigstens Daniel Schürmann (29.) besser gezielt und auf 2:0 gestellt hatte. Sein Trainer Holger Möllers zeigte sich zu diesem Zeitpunkt sehr angetan von seiner Truppe, die das Derby offensichtlich angenommen und weitgehend dominiert hatte. „Nur schade, dass wir nicht schon höher führen.“

Wenig zu lachen für Hiltrup

Für Hiltrups Co-Trainer Marcel Stöppel, der den verhinderten Chefcoach Christian Hebbeler vertrat, gab es zum Pausentee wenig zu lachen. „Wie man in einem Derby so passiv zu Werke gehen kann, ist mir ein Rätsel.“ Er wechselte zweimal das Personal und offensichtlich auch die Einstellung bei seiner Truppe. Die Hiltruper schienen erkannt zu haben, dass sie einfach mehr tun mussten. Und sie taten mehr. Okay, das 1:2 durch Arne Stegt (68.) war eine Mischung aus Flanke und Torschuss und entsprang eher dem Zufall. Aber es war die Initialzündung für eine Hiltruper Schlussoffensive. Logisch, dass sich nun Räume für die Kinderhauser boten, die diese aber ziemlich dilettantisch nicht nutzten. Nacheinander scheiterten Fabian Witt, Marvin Kehl und Wassey und verpassten damit die Entscheidung zum 3:1. Zu allem Überfluss gab die Westfalia dann auch noch den Sieg aus der Hand, als ihrem Kapitän Nick Rensing in der Nachspielzeit ein Eigentor unterlief. „Hiltrup hatte für mich gefühlt keine Torchance und nimmt einen Punkt mit. Wer jetzt von einem verdienten Unentschieden spricht, hat keine Ahnung vom Fußball“, so der enttäuschte Möllers. Als sich Stöppel aus der Hiltruper Jubeltraube gelöst hatte, stellte er sachlich fest: „Unser Punkt ist glücklich. Aber ich bin stolz auf die Truppe, wie sie sich am Ende dieses Unentschieden erkämpft hat.“

Westfalia: Siegemeyer – Rensing, Niehues, Lambert, Graberg – J. Witt (65. Venikh), Ritter, Schöneberg (80. F. Witt), Schürmann – Haverland (66. Kehl), Wassey (89. Liebert)

TuS: Böcker – Stegt (78. Hajdini), Kisker, Sammerl, Krieger (46. Schulte) – Cömzü (66. Johannknecht), Kilinc (46. Gockel), Bezhaev, Hammami – Mladenovic, de Angelis

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