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Fußball: Tribünengespräch

Spitzenreiter, Spitzenreiter – na und? Gievenbeck und Roxel bleiben ganz ruhig

Münster

Tabellen sind wie guter Wein, je älter sie sind, desto wertvoller. Und da die aktuellen Versionen gerade mal vier Spiele auf dem Buckel haben, messen die Spitzenreiter ihrer exponierten Position wenig Bedeutung zu. Der Platz kann vergänglich sein, die erzielten Punkte allerdings sind für den BSV Roxel und den 1. FC Gievenbeck schon mal eine Menge wert.

Von Camillo von Ketteler

Gievenbecks Stürmer Christian Keil hat seinen Club an die Tabellenspitze geschossen – feine Sache, findet man beim 1. FCG, aber (noch) nichts Ernstes. Foto: Wilfried Hiegemann

Die Tabelle lügt bekanntlich nicht, aber so recht vertrauenswürdig scheint das Zahlenwerk dann doch noch nicht zu sein. Allemal entlockt die Spitzenposition den betroffenen Trainern nach dem vierten Spieltag bestenfalls ein müdes Lächeln. Oliver Logermann vom BSV Roxel beispielsweise winkte direkt nach dem Schlusspfiff ab. Den 3:1-Erfolg beim SV Herbern feierte der BSV-Trainer gerne und mit gutem Gewissen, den dazugehörigen Sprung auf Platz eins der Landesliga-Staffel 4 kann ­Logermann dagegen großzügig übersehen. Allemal, so Logermann, tauge die Tabelle (noch) nicht als Wandschmuck. „Die hänge ich mir nicht an die Wand.“ 28 Spieltage stehen den Teams noch bevor, schon am kommenden Wochenende könnte sich die Lage grundlegend ändern, wenn die IG Bönen in Roxel aufschlägt: Aktuell nur einen Zähler hinter den Kleeblättern platziert, aber auch mit einem absolvierten Spiel weniger.

Liga noch in der Findungsphase

Auch Florian Reckels verweigert freundlich, aber bestimmt die Aussage: Zwar führt der 1. FC Gievenbeck die Westfalenliga-Tabelle an, der Trainer jedoch sieht sein Team aus gegebenem Anlass noch in der Start- und Findungsphase. Rückschlüsse auf die Befindlichkeiten der Liga im Allgemeinen und der dazugehörigen Rolle des FCG im Besonderen beantworte er gerne – sobald das zugrundeliegende Zahlenwerk auch nur halbwegs belastbar sei, ein paar Spieltage fehlten dem Trainer schon noch bis zu einer soliden Diskussionsgrundlage. Die bisher erzielten Punkte allerdings nimmt den beiden Spitzenreitern niemand mehr – hier zumindest lügen die Zahlen nicht. Auch nicht für den erklärten Top-Favoriten der Westfalenliga: Preußen Espelkamp hat sich nach der Heim-Niederlage gegen Westfalia Kinderhaus vor Wochenfrist beim 1:1 beim TuS Tengern schon den zweiten kleinen Wackler geleistet.

GW Gelmer genießt den Augenblick

Zurückhaltend ist auch die Lesart, die bei der Tabellenlektüre in Gelmer empfohlen wird. Die Grün-Weißen belegen nach dem dritten Sieg im vierten Spiel mit strammen neun Zählern Rang zwei in der Bezirksliga – gegen alle Vorhersagen und mit ganz schmalem Kader: Trainer Gerrit Göcking freut sich über jeden dieser neun Punkte, zumal die holprige Vorbereitung einen derartigen Turbostart nicht hätte vermuten lassen. Göcking stört eigentlich nur, dass er die Spiele von außen nicht so richtig beobachten und analysieren kann, weil er aktuell vor allem auf dem Feld unverzichtbar ist. Auch das sollte nur eine Momentaufnahme sein – der Tabellenstand darf aber gerne bleiben.

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