Futsal: Landesstützpunkt der Frauen

Standort Münster mit Blick auf eine DFB-Auswahl ein „Leuchtturm“

Münster

Futsal, die offizielle Hallenvariante des Fußballs, wird immer populärer – auch unter Mädchen und Frauen. Bald soll eine Frauen-Futsal-Nationalmannschaft gegründet werden. Münster spielt dabei eine besondere und wichtige Rolle.

Von Joel Hunold

21 Frauen, von denen nicht alle zum ersten Training erscheinen konnten, gehören zum neuen Futsal-Kader in Münster. Foto: Joel Hunold

Am Montag ist Deutschlands erster Frauen-Futsal-Stützpunkt in Münster offiziell an den Start gegangen. 21 junge Damen im Alter zwischen 19 und 31 trainieren dort alle zwei Wochen unter der Anleitung einer jungen Trainerin und eines jungen Trainers: Jeanne Lengersdorf und Fabian Nehm, beide in Münster bestens bekannt.

Der nun erfolgte Startschuss, der wegen der Pandemie um mehrere Monate verschoben werden musste, sei von enormer Bedeutung, sagt Marianne Finke-Holtz vom FLVW, der Frauen-Futsal brauche „einen Leuchtturm“. Im kommenden Jahr will der DFB eine Nationalmannschaft gründen, der Stützpunkt in Münster sei dann „eine wichtige Anlaufstelle“. „Es gibt keinen anderen Stützpunkt als unseren. Von daher habt ihr hier beste Voraussetzungen“, sagte Finke-Holtz in Richtung der Spielerinnen.

Das erste große Ziel könnte die Qualifikation für die EM 2023 sein. Zunächst soll aber das Training nach der langen Corona-Pause, in der die Spielerinnen in ihren Vereinen weniger üben konnten als üblich, im Vordergrund stehen. Auch die ersten Testspiele seien schon in Planung. Dabei hat der neue Stützpunkt den Kaderstatus, was aus Sicht der Corona-Schutzverordnung bedeutet, dass wie im Profibereich trainiert werden darf.

Münster als Vorreiter

Aus Sicht von Finke-Holtz soll der neue Stützpunkt nur der Anfang sein. „Ich könnte mir schon vorstellen, dass es bald mehrere regionale Stützpunkte in Deutschland gibt.“ Dass der erste nun in Münster eröffnet wurde, ist kein Zufall. Das Maß aller Dinge im Frauen-Futsal in Deutschland ist aktuell der UFC, mehrmaliger Gewinner der Regionalliga West, der höchsten Liga bundesweit. Viele Stützpunkt-Teilnehmerinnen kommen vom UFC, einige vom Ligakonkurrenten aus Paderborn – aber auch Spielerinnen von anderen münsterischen Fußballvereinen sind von Minute eins an dabei.

Sobald der Sportbetrieb im Land wieder richtig anläuft, soll auch das Scouting für die neue Kaderschmiede am Horstmarer Landweg beginnen, zudem wollen die Verantwortlichen in die Schulen gehen, um Mädchen für Futsal zu begeistern. „Für sie ist es im geschützten Hallenraum einfacher anzufangen“, erklärte Finke-Holtz.

UFC-Präsident Georg von Coelln: „Wir haben Großes vor“

Für Georg von Coelln, den UFC-Präsidenten und bundesweiten Futsal-Pionier, ist der Stützpunkt eine Chance in schweren Zeiten. „Unsere Mitgliederzahl hat sich während der Pandemie fast halbiert, wir sind eben kein Stadtteilverein.“ Auch die Hallenzeiten an der Uni seien weiterhin ein Problem. „Insofern sehe ich ein zartes Pflänzchen. Denn wir stehen in Münster am Scheideweg, gerade was die Infrastruktur betrifft“, erklärt von Coelln. Mit dem Knowhow im Club sei der Standort allerdings genau passend gewählt. „Eine gute Basis, der FLVW macht es richtig. Wir haben Großes vor.“ Sogar ein Bundesstützpunkt könnte auf Sicht durchaus ein Thema in Münster werden.

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