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Leichtathletik: Serie zu 20 Jahren Münster-Marathon

Teamarbeit: Wie der Staffelstart nach Münster kam

Münster

Was wäre der Volksbank-Münster-Marathon ohne seine Staffeln? Seit 2006 gibt es den Wettbewerb, der jedes Jahr binnen weniger Stunden ausverkauft ist. Die Idee geht auf Gregor Veauthier zurück, der 2005 in Frankfurt mit drei Kollegen das Format in einem Selbsttest unter die Lupe nahm.

Daumenstarkes Quartett in Frankfurt: (von links) Gregor Veauthier, Stefan Lammers, Helmar Winkler und Lars Meyer.

Ein Spektakel der Superlative: Zwei Streckenrekorde, 17 195 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, so viele wie nie zuvor, perfektes Wetter, fantastische Stimmung in der Festhalle in Frankfurt: Bei den Erfolgen von Wilfred Kigen (Kenia, 2:08,29 Stunden) und Alevtina Biktimirova (Russland, 2:25,12) bleiben keine Wünsche offen. „Überwältigend, diese Atmosphäre“, erinnert sich Gregor Veauthier aus dem Organisationsteam des Volksbank-Münster-Marathons. Er ist 2005 beim ältesten City-Event Deutschlands live dabei – und hat Ultraläufer Stefan Lammers, Helmar Winkler (Bereichsleiter Start) und Triathlet Lars Meyer im Gepäck. Das konditionsstarke Quartett hat ein Ticket für den beliebten Staffelmarathon ergattert – nicht ohne Grund.

Der Legende nach soll sich ein Bote namens Pheidippides nach dem Sieg der Athener über die Perser 490 vor Christus in der Schlacht von Marathon auf den gut 40 Kilometer langen Weg in die Hauptstadt Griechenlands gemacht und die Siegesbotschaft verkündet haben. Dann brach der Tageläufer angeblich tot zusammen. Eine Tragödie – die bis heute nicht überliefert, ob der junge Mann die gesamte Strecke am Stück lief oder zwischendurch ein Nickerchen machte. Unstrittig: Pheidippides vollbrachte eine Höchstleistung.

Aus den Anfängen vor Hunderten von Jahren hat sich eine weltweite Marathon-Bewegung entwickelt. Die 42,195 Kilometer sind magisch – und werden inzwischen gar aufgeteilt unter Arbeits- oder Sportkollegen, Familienmitgliedern und Freunden. Seit 2006 auch in Münster. „Wir haben so viele Anfragen von Läuferinnen und Läufern gehabt, die dabei sein, aber nicht die klassische Distanz absolvieren wollten“, erinnert sich Chef-Organisator Michael Brinkmann.

Idee fällt auf Veauthier zurück

Die eigentliche Idee fällt auf Veauthier zurück. Er ist die treibende Kraft 2005, als er Lammers und Winkler zu einem Staffelstart in der Hochhaus-Skyline von Frankfurt überredet. Meyer springt ein, weil Dieter Rosenbaum aus dem Orga-Team kurzfristig verhindert ist. Die Begeisterung schwappt schnell über. Im Ziel fallen sich die vier Protagonisten in die Arme. Das ist Zusammenhalt pur. Die nachträgliche Disqualifikation, man hatte sich im falschen Startbereich getummelt, wird überraschend registriert, tut der guten Laune aber keinen wirklichen Abbruch. Vielmehr: „Dieser Tag war der entscheidende Impuls, den Staffellauf nach Münster zu holen“, so Veauthier.

Schon ein Jahr später feiert das Format im Herzen Westfalens seine Premiere mit 429 Staffeln. „Wir mussten mit Blick auf Frankfurt viele Dinge überarbeiten“, sagt Winkler. In der bevölkerungsreichsten Stadt des Landes Hessen dient die Startnummer beispielsweise gleichzeitig als U-Bahn-Ticket, um relativ unkompliziert zur Wechselzone zu kommen. In Münster werden nach vielen Gesprächen mit den Stadtwerken Gelenkbusse eingesetzt, damit die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sicher ihre Startorte erreichen. Modifiziert wurde nach und nach auch der Wechselbereich selbst – ganz gleich ob Am Stadtgraben, in Nienberge oder in Roxel, mittlerweile können sich die Aktiven bei der Staffelübergabe in einer Zone von knapp 500 Metern aufhalten. Enge, oft überfüllte Areale mit Aktiven sind längst Geschichte.

Inzwischen sind 1500 Staffeln dabei

Weil der Wettbewerb so beliebt ist, sind inzwischen 1500 Staffeln dabei. Die Startplätze sind Jahr für Jahr nach Freischaltung der Online-Anmeldung binnen weniger Stunden ausgebucht. „Es kommt an“, freut sich Gregor Veauthier.

2022 beim Atruvia-Staffel-Marathon sind wie immer etliche Unternehmen am Start. Der Hauptsponsor, die Volksbank Münsterland Nord, schickt gar elf Staffeln unter dem Motto „Schlag die Chefs“ auf die Strecke. Eine vierköpfige Crew aus dem Vorstand und der zweiten Führungsebene nimmt die Herausforderung an. „Spannend“ für Michael Brinkmann, dem es selbst in den Füßen juckt. Aber der „Boss“ wird anderweitig gebraucht – ganz nebenbei moderiert der Tausendsassa die Veranstaltung.

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