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Neue Corona-Schutzverordnung

Tischtennis-Verband versucht den Corona-Spagat

Münster

Die Pandemie setzt dem Sport nun schon im dritten Jahr zu. Längst sorgt sich der Amateurbereich wieder um einen seriösen Saisonabschluss. Die Tischtennisspieler haben ihre Spielzeit unterbrochen, Volleyballer, Handballer oder Basketballer mögen diesem Beispiel noch nicht folgen.

Von Wilfried Sprenger

Im WTTV ruht der Spielbetrieb bis Monatsende. Sollten sich zwei Mannschaften auf die Austragung einer Begegnung einigen, kann aber gespielt werden. Foto: Imago/Eibner

Der Westdeutsche Tischtennis-Verband (WTTV) hat auf die neue Corona-Schutzverordnung, die für den Hallensport die 2G-Plus-Regel im Wettkampf- und Trainingsbetrieb vorsieht, reagiert und den Spielbetrieb bis Ende Januar unterbrochen. Dies allerdings nicht ohne Ausnahme: Sollten sich Mannschaften auf eine Austragung der angesetzten Partie einigen, darf gespielt werden.

Blick in eine Glaskugel

„Wir versuchen diesen Spagat, um allen Interessengruppen gerecht zu werden. 2G Plus ist eine sehr hohe Hürde. Wer in der praktischen Umsetzung kein Problem sieht, soll spielen“, sagt WTTV-Geschäftsführer Michael Keil. Am Ende dieses Monats will der Verband das weitere Vorgehen beraten. „Aktuell schauen wir da in eine Glaskugel. Der Gedanke an einen abermaligen Saisonabbruch ist aber gar nicht so weit weg“, meint Keil. In jedem Fall sieht sich der WTTV gewappnet. „Wenn wir weiterspielen können, verlängern wir die Saison in den April und hängen die beiden ausgefallenen Spieltage an. Sollte dies nicht möglich sein, kommen wir trotzdem zu einer Wertung. In allen Klassen sind 50 Prozent der Begegnungen ausgetragen. Es wird also Auf- und Absteiger geben, zumindest in dieser Hinsicht sind wir ganz entspannt“, konstatiert Keil.

Warten auf Ministerpräsidenten-Konferenz

Natürlich haben auch andere Verbände vom Vorstoß der Tischtennisspieler Kenntnis genommen. Das Präsidium des Westdeutschen Basketball-Verbandes (WBV) wird sich am Dienstagabend beraten, „um die Situation neu zu bewerten. Bisher sind wir ja ziemlich gut durch die Saison gekommen. Natürlich hatten wir auch schon Spielausfälle infolge von Corona-Erkrankungen, aber noch keine besonderen Auffälligkeiten und deshalb auch noch keinen Stress“, sagt Präsident Uwe Plonka. Der Hagener geht davon aus, dass die 1. Regionalliga den Spielbetrieb am Wochenende wie geplant aufnimmt. „Es sei denn, die Ministerpräsidenten-Konferenz entscheidet etwas anderes.“

Situation "außerordentlich schwierig"

Die MPK tagt am Freitag. Auch die Handballer warten gespannt auf die Ergebnisse. Andreas Tiemann, Vizepräsident des westfälischen Verbandes, stuft die Situation als „außerordentlich schwierig“ ein. Grundsätzlich wünscht er sich eine Fortsetzung der Saison: „Wir sind keine Sportverhinderer, wir organisieren Sport. Deshalb priorisieren wir sportliche Lösungen.“ In den nächsten Tagen will der HVW in den Dialog mit den Vereinen treten. „Danach werden wir sehen, ob die 2G-Plus-Regel in der Breite umsetzbar ist.“ Eine Unterbrechung der Spielzeit hält er für praktikabel. „Nach hinten hätten wir vier Wochen Luft. Da könnten wir einiges auffangen.“

Im Bereich des Westdeutschen Volleyball-Verbandes (WVV) enden die Weihnachtsferien am Wochenende. „An eine Unterbrechung ist nicht gedacht, wir halten uns an die Vorgaben der Politik. Sollten die sich ändern, werden wir natürlich umsteuern. Momentan gibt es dazu aber keine Veranlassung“, sagt WVV-Präsident Hubert Martens

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