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Triathlon: Bundesliga

W+F Münster fehlt am Schliersee – jetzt droht der Sturz in Liga zwei

Münster

W+F Münster war am Sonntag beim dritten Bundesliga-Wettkampf am Schliersee nicht vertreten. Personelle Probleme waren ursächlich für das „Stornieren“ der Reise in den Süden der Republik. Aktuell bleibt das Team Schlusslicht – und wird am Ende der Saison wohl den Gang in die 2. Liga antreten müssen.

Von André Fischer

Keine Rennräder in der Wechselzone – W+F Münster musste das Event am Schliersee aus personellen Gründen canceln. Quentin Staudinger (kleines Foto) und Co. sind enttäuscht. Foto: W+F Münster

Das Foto, das Quentin Staudinger per Whatsapp zugestellt wird, spricht Bände. Es zeigt eine verwaiste Wechselzone am Schliersee. Dort, rund 50 Kilometer südöstlich von München, gibt sich am Sonntag das Triathlon-Oberhaus die Ehre. Ohne W+F Münster – das Fleckchen, das der Veranstalter für die Rennmaschinen des heimischen Bundesligisten bereitstellt, bleibt gähnend leer.

„Wir haben seit Beginn der Saison mit erheblichen personellen Problemen zu kämpfen“, sagt Staudinger stellvertretend für den Sportlichen Leiter Luca Hagemeyer. Folglich werden die Jungs in ihrem fünften Bundesliga-Jahr im Kraichgau und in Berlin bis ans Tabellenende durchgereicht. Trauriger Höhepunkt ist am dritten Wettkampftag die Absage der Reise in den Landkreis Miesbach. Mit Leonard Arnold, Simon den Braber und Kenneth Warmuth stehen lediglich drei Athleten zur Verfügung. Minimum sind vier Dreikämpfer. Bitter.

Staudinger: „Wir sind realistisch...“

W+F – das sind inzwischen zwei bedeutende Buchstaben in der Szene. Seit 2018 ist das Team in Liga eins beheimatet. Innerstädtisch liefert sich der Verein, der keine Gelder zahlt, mit dem Traditionsclub Tri Finish Münster heiße Rennen. Im Aufstiegsjahr springt gar Rang neun in all der Euphorie heraus – das eine Mal thronen die „Wassermänner“ vor dem Konkurrenten um die Ecke (Zehnter).

2019 und 2021 reicht es zu Rang zwölf, 2020 findet wegen der Pandemie keine Ligawertung statt. Und nun? Deutet alles darauf hin, dass die erstklassige Zeit endet. „Wir sind realistisch“, redet Staudinger nicht um den heißen Brei herum. „Der Abstand zu den vor uns platzierten Mannschaften ist schon jetzt riesig.“ Nürnberg (7. August) und Hannover (3. September) – das sind möglicherweise die beiden Abschiedsrennen aus Sicht von Arnold und seinen Mitstreitern.

Drei Abgänge schmerzen besonders

Ein Neuanfang in Liga zwei deutet sich an. Dabei hat Wasser+Freizeit schon vor Monaten kräftig rotieren müssen, um überhaupt eine schlagkräftige Truppe zu stellen. Mit Cedric und Jonas Osterholt verließen zwei talentierte Nachwuchskräfte die heimische Kader-Schmiede. Beide wollten unbedingt unter Profibedingungen arbeiten, schlossen sich Tri Post Trier an, trainieren seit Monaten im Olympia-Stützpunkt in Saarbrücken.

Auch der begnadete Robin Willemsen zog die Reißleine – aus beruflichen Gründen. Die sportliche Karriere stand für ihn nur an zweiter Stelle, das betonte er immer wieder. „Das Risiko, als Profi auf die Schnauze zu fliegen und mit 30 keine Zukunft zu haben, war mir zu groß“, hat er Thorsten Eisenhofer von der Deutschen Triathlon-Union mal in einem Interview erzählt.

Verband lehnt Eilantrag ab

Immerhin acht Athleten präsentiert Hagemeyer vor dem Startschuss im Kraichgau. Aber schon Ende Mai stehen diese Namen nur auf dem Papier – mit Arnold, Warmuth und dem Niederländer Joey van’t Verlaat sind drei Ausdauersportler safe. Tim Sievers vervollständigt das Quartett pro forma, er startet am Tag drauf beim 70.3-Ironman – wird aber später aus der Wertung genommen. Der Anfang vom Ende.

Jüngst am Schliersee soll zumindest Youngster Bruno Krumbeck der Vierte im Bunde sein – darf aber als 16-Jähriger laut Regularien nicht mit einer höheren Übersetzung fahren. Das Aus. „Wir haben beim Verband noch einen Eilantrag gestellt, nur mit drei Athleten starten zu dürfen. Der wurde abgelehnt“, sagt Staudinger zerknirscht. Die siebenstündige Tour wird kurzerhand gecancelt.

„Wir sind damals mit einem dynamischen Team sensationell aufgestiegen und wollten eine Saison die Klasse rocken. Dass daraus viel mehr geworden ist, hat uns alle überrascht“, so der Vorsitzende Ralf Pander. Er gibt sich keiner Illusion hin. „Die 1. Bundesliga ist Geschichte.“ Im Unterhaus wird sich W+F neu sortieren (müssen).

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