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Fußball: Westfalenliga

TuS Hiltrups Nullnummer mit einem Punkt belohnt

Münster

90 Minuten, 22 Akteure, zwei Halbzeiten, aber keine Tor: In der Fußball-Arithmetik wird das mit je einem Punkt für jedes Team geahndet – und so nahmen an diesem Sonntag in der Westfalenliga sowohl der TuS Hiltrup als auch die Gäste vom Lüner SC etwas Zählbares mit nach Hause.

Von Michael Schulte

Schwerer Stand für die TuS-Offensive: Hier stört Lünens Ali Caliskan Luca de Angelis (l.) bei der Ballannahme Foto: Ansgar Griebel

Schon Bochums großer Fußball-Philosoph Hermann Gerland wusste: „Hätte, wenn und aber – alles nur Gelaber.“ Im Klartext: Im Konjunktiv hat noch niemand ein Tor geschossen. Aber was sollten die Trainer denn machen, wenn sie eine kurze Analyse nach einem torlosen Unentschieden liefern mussten? Axel Schmeing vom Lüner SV meinte: „Wenn wir vor der Pause unsere guten Chancen genutzt hätten, dann wäre mehr drin gewesen als dieses Unentschieden. Aber wenn Hiltrup nach der Pause die Feldüberlegenheit in Tore umgemünzt hätte, dann wären wir als Verlierer vom Platz gegangen.“ Immerhin befand Lünens Coach auch, dass er sich in Hiltrup bei bestem Wetter auf einer schönen Anlage vor zahlreichen Zuschauern wohlgefühlt habe. „Es war schön bei euch.“

Hebbeler unzufrieden

So richtig schön fand es TuS-Trainer Christian Hebbeler offensichtlich nicht. Beim Verlassen des Platzes fluchte er leise vor sich hin. Und bei der groß angekündigten Pressekonferenz hatte er nicht einen Punkt gewonnen, sondern einen Sieg verpasst. „Vielleicht hätten wir am Ende eine Viertelstunde früher auf totale Offensive umstellen müssen, weil Lünen doch mit den Kräften am Ende war.“

Kein Chancenplus

Haben sie aber nicht, so dass sich in der Tat die Feldüberlegenheit nicht einmal in klaren Chancen widergespiegelt hat. Mit viel Wohlwollen kann man die beiden Flugkopfbälle von Luca de Angelis und sein Abschluss nach dem Wechsel als gute Chancen bezeichnen. Dazu noch ein missglückter Heber von Daniel Mladenovic. Denen standen zwei sehr gute Möglichkeiten durch Ferdinand Franzrahe gegenüber, die der LSV-Angreifer beide nicht gegen den stark parierenden Romain Böcker nutzen konnte.

Viel Kampf – wenig Glanz

Ansonsten: Viel Kampf, zahlreiche Fouls, fünf Gelbe Karten, reichlich misslungene Schauspieleinlagen, manches Kabinettstückchen und sehr viel fußballerisches Handwerk. „Immerhin war es für die Zuschauer doch recht unterhaltsam, auch wenn keine Tore gefallen sind“, glaubte Axel Schmeing. Dem konnte ein Lüner Anhänger überhaupt nicht folgen: „Was redet der denn da? Wir hatten Chancen ohne Ende, machen aber die Bude nicht. Immerhin war die Bratwurst lecker und das Bier schön kalt.“ Also drei Sterne für die Hiltruper Stadiongastronomie, aber nur ein Punkt für die TuS-Fußballer. Alles Realität, kein Konjunktiv.

TuS: Böcker – Krieger, Kisker, Finkelmann (60. Herbermann), Schulte (68. Stegt) – Bezhaev – Hammami, Cömzü, Johannknecht (82. Golparvari) – Mladenovid, de Angelis (82. Hajdini)

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