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Basketball: 2. Regionalliga

UBC Münsters Trainer Schneider kritisiert „unverantwortlichen“ Schritt

Münster

Im Westen der Republik diskutieren Sportler und Verantwortliche über den Sinn und Zweck der Fortführung des Spielbetriebs. Der Basketballverband hat sich nach einer Vereinsbefragung dazu entschlossen, die 2. Regionalliga der Herren sowohl im November als auch Januar an den Start gehen zu lassen. Dass es keinen grundsätzlichen Aufschub gibt, trifft auf Kritik aus Reihen des UBC Münster.

Thomas Austermann

Kontakte sind unvermeidlich, das weiß auch UBC-Spieler Alex Goolsby (oben r.) zu gut. Foto: pp

Die Entscheidung des Westdeutschen Basketball-Verbandes (WBV) zum Angebot des zweigeteilten Saisonstarts in der 2. Regionalliga der Herren findet von Seiten des UBC Münster keinerlei Beifall, sondern erntet deutliche Kritik. Für „unverantwortlich, jetzt mit der Spielzeit zu beginnen“, hält Christoph Schneider, Trainer der Zweiten und langjähriger Verantwortungsträger im Club, den Präsidiumsbeschluss. Seine Mannschaft wird erst im Januar 2021 an den Start gehen – mit Stand heute.

Schneider steht als Lehrer an einer Berufsschule, Ehemann und Vater mitten im Leben und damit mitten in der alle belastenden (Corona-)Lage. „Aus guten Gründen sind wir alle jetzt aufgerufen, Kontakte zu reduzieren und Vorsicht walten zu lassen. Noch haben wir die Chance, für jeden das Risiko zu minimieren“, sagt Schneider. „Wir sprechen über den Amateursportbereich – und was kann hier so wichtig sein, dass wir jetzt den Saisonstart ausrufen? Ich bin enttäuscht. Der WBV hätte ein klares Zeichen setzen können. Diese Chance hat er verpasst.“ Nur für die Klassen ab Oberliga abwärts ist der verspätete Start geregelt.

Die UBC-Zweite trainiert wie alle anderen Teams unter den gebotenen Einschränkungen – der Coach hält Abstand zu den Spielern, die mehrfach die Hände desinfizieren und sich in Listen eintragen, um dem Gebot der Kontakt-Nachverfolgung gerecht zu werden. In der ohnehin schon gut durchlüfteten Halle werden zusätzlich die Außentüren geöffnet. Testspiele gab es nur dorthin, wo jeweils keinen Risikogebietsstatus galt.

Das ist freilich schon Geschichte, wenn man auf Münster blickt. „Künftig werden wir genau hinsehen, was die Zahlen sagen. Tests werden wir in absehbarer Zeit nicht mehr bestreiten“, sagt Schneider und weiß diesbezüglich Verein und Kader geschlossen hinter sich. Womöglich müsse es bald Überlegungen geben, auch mit dem Teamtraining übergangsweise aufzuhören. „Meine Angst ist diese: Uns wird irgendwann die Entscheidung abgenommen, was unsere Sportausübung angeht.“ Da andernorts bald unter den Körben gekämpft werde, sei „dem reinen Glücksspiel, ob etwas passiert oder nicht“, Tür und Tor geöffnet. „Es ist utopisch zu glauben, dass wir die Bedrohung mit irgendwelchen Konzepten in den Griff kriegen werden.“

WBV-Vize Lothar Drew­niok, verantwortlich für Spielbetrieb und Sportorganisation, glaubt seinerseits, „dass wir sehr wohl ein Zeichen gesetzt haben mit der Abfrage unter den Vereinen, wer wann spielen möchte. Wir nehmen die Sorgen aller sehr ernst, halten aber das Risiko während der Spiele für ein niedriges.“ Wenn denn alles gemäß dem Hygiene-Rahmenkonzept ablaufe. „Unsere Entscheidung ist auch unter dem Aspekt gefallen, dass die Clubs bisher alles getan haben, um den Betrieb aufrecht zu erhalten“, sagt Drewniok.

Spieltechnisch gesehen nimmt er an, „dass etwa zehn Clubs“ frühestens ab 14. November starten. Die ehemalige regionale Einteilung der beiden Staffeln ist passé. „Es wird eine ganz neue Aufteilung geben.“ Diejenigen, die im Januar an den Ball wollen, sollen wie die Frühstarter mit Hin- und Rückspielen ins Rennen gehen. „Dafür haben wir Zeit bis zum 30. Juni 2021.“

Noch nicht im Detail geklärt ist, wie der WBV mit Teams verfährt, die gar nicht antreten mögen. Bisher gab es dazu nur die Aussage, dass für Clubs unterhalb der 2. Regionalliga keine Nachteile – wie etwa ein Zwangsabstieg – entstehen werden.

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