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Leichtathletik: Marathon-DM

Unerhoffter Titelgewinn für Manuel Goerlich in München

Münster

Geplant war der Start in München nicht. Doch dann lief es plötzlich rund. Manuel Goerlich von den Laufsportfreunden Münster fand sich beim Marathon in der Landeshauptstadt auf Platz neun wieder – und holte den DM-Titel in der M35.

Von Alexander Heflik

Manuel Goerlich Foto: privat

Der Tag danach hat für alle Läufer eines Marathons die gleiche Konsequenz. „Vor allem Muskelkater“, sagt Manuel Goerlich, und lacht. Schmerzen ja, Freude aber auch, als Deutscher Meister in der M 35 und Neunter der Gesamtwertung beim München-Marathon lassen sich die Blessuren doch gewiss etwas leichter ertragen. „Ich wusste nicht, was mich erwartet. Mein Start war spontan, eigentlich hatte ich die Saison nach dem Marathon in Münster schon beendet“, blickt er zurück. Aber: „Jetzt bin ich richtig happy.“

Goerlich, der zur Trainingsgruppe bei Laufsportfreunde Münster um Trainer Marcel Reinold gehört, hat in München alles richtig gemacht. Das war so nicht zu erwarten. Denn in Münster musste der 37-Jährige noch verletzungsbedingt aussteigen, da war der entspannte Urlaub in Italien zwar ein Trost, aber die Herausforderung in der bayerischen Metropole rutschte dann doch noch auf die Agenda.

Gutes Karma kann da nur festgestellt werden. In München lief Goerlich zwei fast identische Halbmarathonstrecken, obwohl: „Es war ein Kurs über zwei Runden. Die erste war super, die zweite schwieriger weil man da beim überholen mehr mit ,Achtung-Rufen’ beschäftigt ist.“ Die schnellen Athleten holten die langsameren ein.

Von Platz 13 auf neun

Was den LSF-Starter nicht davon abhielt, seine persönliche Bestzeit um 23 Sekunden auf 2:28:30 Stunden zu verbessern. „Als ein Ordner nach 30 Kilometern unserer Gruppe zurief, dass die Top Ten nicht weit entfernt wären, gab das noch mal einen Schub“, sagt Goerlich. Von zwischenzeitlich Rang 13 lief er bis auf Platz zehn vor, kurz vor dem Zieleinlauf ins Olympiastadion schnappte er sich noch Tim Göhler – Position neun war erreicht, der Titel eines Deutschen Meisters in der M 35 perfekt. Goerlich: „Ich hatte vielleicht mit einer Medaille geliebäugelt.“ Und dann das.

Die Siegerehrung fiel aber aus, der neue Meister musste den Zug nach Münster erwischen, Urkunde und Medaille werden nachgeschickt, und am Montag stand für Goerlich wieder die Arbeit an in der Unternehmens-Kommunikation von Atruvia – zum Glück an diesem Tag im Homeoffice. Der Muskelkater halt ...

Manuel Goerlich

Fußballer war er früher mal, kickte für TuS Laer, zuletzt dann für den FC Münster 05 bis zur Kreisliga A. „Ich hatte nie Probleme in der Vorbereitung“, sagt er, laufen sei immer einfach gewesen. Um sich dann selbst auf den Arm zu nehmen: „Problematisch wurde es, wenn der Ball ins Spiel kam.“ Goerlich der Außenverteidiger, Linie hoch- und runterrennen, das ging gut.

Als er mit 30 Jahren als Spätberufener seinen ersten Marathon in 3:13 Stunden lief, war das Feuer entfacht. Vor zwei Jahren auf dem superschnellen Hauptstadtkurs in Berlin rannte er in 2:28:53 Stunden seine bisherige persönliche Bestzeit. In München setzte er noch eine drauf.

100 bis 110 Kilometer pro Woche

Und nun? Goerlich macht jetzt erst einmal nichts, zwei Wochen ohne Rennerei geht auch mal ganz gut bei ihm, der eher weniger Trainingskilometer abspult als andere Läufer seiner Leistungsstärke, auf 100 bis 110 Kilometer kommt er in der Woche. Bis Ende Oktober werden nicht viele Meter dazu kommen, dann folgen vielleicht der eine oder andere Volkslauf, man wird sehen.

„Noch einmal eine Medaille mit dem Team bei der Deutschen Meisterschaft zu gewinnen, mit Läufern aus dieser coolen Trainingsgruppe bei den LSF; das wäre toll“, blickt er dann doch voraus. Im April in Hannover steht die Team-DM an, im April 2022 wird er 38 Jahre alt. „Das wäre doch ein schöner Abschluss.“

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