1. www.muensterschezeitung.de
  2. >
  3. Sport
  4. >
  5. Muenster
  6. >
  7. Ungewohnte Rolle: Warum der UFC inzwischen gegen den Abstieg spielt

  8. >

Futsal: Regionalliga

Ungewohnte Rolle: Warum der UFC inzwischen gegen den Abstieg spielt

Münster

Es gab viele Jahre, in denen der UFC Münster zu den besten deutschen Futsalmannschaften zählte. Inzwischen hat sich das Gesicht des Teams verändert, der Umbruch setzte mit der Pandemie ein. Aktuell spielen die Jungs von Spielertrainer Maik Solisch gegen den Abstieg aus der Regionalliga.

Von André Fischer

Eine Größe bei den Futsalern: Spielertrainer Maik Solisch Foto: UFC

„Bist ein dufter Typ, du disziplinierter Zlatan Brinkmann! Bleib so wie du bist und dem UFC noch Schock-out-Jahre erhalten!“ Auszüge aus dem kurzweiligen Steckbrief von Maik Solisch in einem sozialen Netzwerk. Der junge Mann ist inzwischen mit den heimischen Futsalern so etwas wie verwurzelt, schließlich ist er seit 2013 beim Uni-Club. Er erlebte die „fetten“ Jahre hautnah mit. Dreimal Westdeutscher Meister – der 32-Jährige hat zusammen mit Größen wie Wendelin Kemper, Eike Wessels, Eduard Nickel oder Christoph Rüschenpöhler eine äußerst erfolgreiche Ära mitgeprägt.

Solisch war weltweit am Ball, die Studentenweltmeisterschaft 2016 in Brasilien mit einer Abordnung des UFC besuchen zu dürfen – ein Privileg. Selbst wenn im Viertelfinale nach dem 3:5 gegen den Gastgeber Schluss war. „Wir haben auf einem sehr hohen Niveau gespielt“, erinnert er sich gern. Ein Stück Münster im Kreis der Besten. Der UFC war in der Szene einer der angesagtesten Vereine, sogar Drittliga-Fußballer tummelten sich ab und an beim Training.

„Es hat sich vieles verändert"

Seit knapp drei Jahren steht Solisch nun auch auf der anderen Seite. Als Spielertrainer. Er hat den Umbruch in Zeiten der Coronakrise hautnah miterlebt. Und stellt fest: „Es hat sich vieles verändert. Die Qualität ist eine andere.“ Von den „alten Haudegen“ ist neben Solisch allein Tormann Moritz Auth geblieben. Der UFC bekam eine ordentliche Frischzellenkur verpasst, neue Gesichter prägen seither das Team. In dem der eine oder andere schon mal andere Interessen hat. „Wenn ich vor dem Training manchmal auf die Zahl der Abmeldungen blicke, dann ist sie länger als jene Liste mit Spielern, die zugesagt haben.“

Das geht mitunter nicht immer gut, aktuell hinkt der Club den eigenen Ansprüchen, die längst nicht mehr so hoch sind wie in all den Jahren davor, zurück. Aus sieben Partien holte Münster magere fünf Pünktchen, muss den Blick unweigerlich nach unten richten. Erst am Wochenende kamen Till Remke, Colin Geske und Co. beim 2:14 gegen Cherusker Detmold gehörig unter die Räder. „Wir hatten einen unglaublich schlechten Tag, ich habe in meiner Karriere noch nie so hoch verloren“, sagt Solisch. Worte, in den die Enttäuschung unweigerlich mitklingt.

Aber auch der Ehrgeiz, es in Zukunft besser machen zu wollen. „Die Mannschaft ist jung, muss sich finden, hat aber viel Potenzial“, ist sich der Coach sicher. Er weiß, dass der Abstiegskampf längst begonnen hat – ernsthaft mit der Westfalenliga hat er sich indes noch nicht auseinandergesetzt. „Wir werden den Dreh finden.“ Die vor zwei Jahren ins Leben gerufene Bundesliga scheint zurzeit Lichtjahre entfernt. „Ich bleibe solange, bis wir in der Liga wieder mithalten können“, verspricht Solisch. Durchhalten.

Startseite
ANZEIGE