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Volleyball: Frauen-Bundesliga

USC Münster begeistert und siegt vor 1100 Zuschauern

Münster

Wie auch immer ein jeder mit der Fußball-WM umzugehen gedenkt, als sportliche Alternative böte sich Volleyball-Bundesligist USC Münster nicht nur an, nein er drängt sich auf: Am Samstagabend begeisterte der USC 1100 Zuschauer beim 3:0-Erfolg über die Roten Raben aus Vilsbiburg.

Von Ansgar Griebel

Stimmungsmacherinnen in Jubellaune: Der USC Münster begeisterte 110 Zuschauer am Berg Fidel. Foto: Jürgen Peperhowe

Der USC Münster gegen die Roten Raben aus Vilsbiburg, dieses Duell weckt unter Volleyball-Romantikern durchaus feinste Erinnerungen, setzt allerdings auch ein gut geschultes Langzeit-Gedächtnis voraus. Zur Erinnerung: Vilsbiburg war zuletzt 2010 Deutscher Meister, der neunte nationale Titel des USC datiert sogar schon auf das Jahr 2005 zurück, seither zählen beide Teams zwar weiter zur Stammbesetzung der Liga, sind dort aber nur noch Wegbegleiter für andere Vereine, die inzwischen den deutschen Frauen-Volleyball dominieren. Am Samstagabend begegnete man sich als Tabellenfünfter (USC) und -vierter (Vilsbiburg) so exponiert wie seit Jahren nicht mehr – und auch auf dem Feld weckte die Auseinandersetzung Erinnerungen an bessere Zeiten: Nicht immer fehlerfrei, aber jederzeit mit Hochspannung, Energie und jeder Menge Leidenschaft. Zur Begeisterung der 1100 Zuschauer trug zweifelsfrei auch bei, dass der USC mit 3:0 (25:21, 25:18, 25:19) die Oberhand behielt und als veritabler Vogelschreck die Raben in der Tabelle überflügelte.

USC-Trainerin Lisa Thomsen hatte im Vorfeld ein „Duell auf Augenhöhe“ avisiert – und nur bedingt Recht behalten, weil Augenhöhe letztlich von der Körpergröße abhängig ist, und hier überragte der USC die Gäste mindestens um Netzkantenbreite..

Bereits im ersten Satz war der USC stets etwas präsenter, handlungsschneller und drum zurecht auch spielbestimmend. Langsam, aber zunehmend sicher setzten sich die Gastgeberinnen vor allem dank der Durchschlagskraft von Kapitänin Iris Scholten vom Gegner ab. Nach 27 Minuten war der erste Durchgang mit 25:21 abgehakt und verbucht.

Auch von einer kurzen Drangphase der Gäste zu Beginn des zweiten Satzes ließ sich der USC nicht aus dem Rhythmus bringen. Der 4:6-Rückstand war eine flüchtige Momentaufnahme, ehe der USC getragen vom bestens gelaunten Publikum das Tempo erneut anzog: Nachdem Juliane Schröder den dritten Satzball zum 25:18 ins Ziel brachte, war schon einmal der erste von drei möglichen Zählern auf dem USC-Konto.

Selbst der Minutenschlaf zum Start des dritten Durchgangs brachte die Gastgeberinnen nicht mehr aus dem Rhythmus. 0:4 lag der USC hinten,   doch beim ersten technischen Time-Out war das Team wieder dran (7:8), ließ die Gäste nicht mehr aus den Augen und legte nach dem 17:17 ein letztes Mal den Turbo ein. Mia Kirchhoff durfte nach gerade einmal 90 Minuten den Schlusspunkt setzen – und die Halle emotional zumindest kurz in die guten alten Zeiten zurückversetzen.

Am kommenden Mittwoch geht es bereits weiter für den USC, um 18.30 Uhr sind die Münsteranerinnen in Stuttgart beim Allianz MTV zu Gast – einem der Teams, die aktuell zu den führenden Kräften im Land zählen. Der USC dann als krasser Außenseiter. Mit der Einstellung vom Samstagabend besteht allerdings die Hoffnung, dass die Stuttgarter Fans trotzdem nicht rechtzeitig zum Anpfiff des ersten deutschen WM-Spiels gegen Japan um 20 Uhr wieder zuhause sind.

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