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Volleyball:  U-17-EM

Besser als jeder Aktivurlaub – Finja Kurtz auf dem Treppchen

Senden

Finja Kurtz kommt aus Senden und hat einst sowohl für den örtlichen ASV als auch für Union Lüdinghausen aufgeschlagen. Bei der Kontinentalmeisterschaft in Tschechien feierte die 16-Jährige kürzlich ihren bis dato größten Erfolg.

Von Florian Levenig

Hatte bei der U 17-Europameisterschaft in Tschechien allen Grund zu strahlen: Diagonalangreiferin Finja Kurtz (Trikotnummer 26). Foto: CEV

Die Sommerferien sind in diesem Jahr für Finja Kurtz weitestgehend gestrichen. Was für die Sendenerin, die das Pascal-Gymnasium in Münster besucht und am Volleyball-Bundesstützpunkt in der Domstadt trainiert, aber durchaus okay ist. Die vergangenen, ziemlich aufregenden Wochen stellen schließlich jeden Abenteuerurlaub in den Schatten. Vorläufiger Höhepunkt in ihrer noch jungen Karriere: Bei der U-17-EM in Tschechien gewann Kurtz Bronze mit der deutschen Mannschaft.

Die 16-Jährige ist auch ein paar Tage danach noch „ziemlich geflasht“. Sie habe ja nicht zwingend damit gerechnet, jenem erlauchten Kreis der zwölf besten Deutschen in ihrer Altersklasse anzugehören, die sich schließlich auf den Weg zur Europameisterschaft machen durften. In Kienbaum, im Trainingslager, waren es noch 18 gewesen, sechs wurden anschließend aussortiert.

Bereits über die Einladung ins Olympiazentrum nahe Berlin habe sie sich „sehr gefreut“. Klar, Kurtz weiß um ihre besondere Begabung. Mit der traditionell starken Landesauswahl des WVV war sie bereits beim Bundespokal. Aber die Berufung ins Nationalteam sei eine ganz andere Nummer gewesen – zumal für sie als Novizin. Während ihre Teamgefährtinnen größtenteils bei der EM-Quali im Einsatz waren und/oder schon in der Altersstufe U 16 internationale Erfahrung gesammelt hatten, betrat die junge Frau aus der Stevergemeinde in Kienbaum und Hradec Králové, wo das DVV-Team seine Vorrundenspiele bestritt, völliges Neuland.

Zwei Einsätze in der Endrunde

Entsprechend habe sie jeden Moment aufgesogen, jeden Einsatz genossen. Wobei: Kurtz war natürlich nicht (nur) bei der Europameisterschaft, um große Augen zu machen und das Drumherum mitzunehmen. Sie wollte schon auch auf dem Parkett stehen. Beim 0:3 gegen die Niederlande wurde die Diagonalangreiferin eingewechselt, beim 3:0 über Kroatien – letztlich entscheidend für den Einzug in die Vorschlussrunde – spielte sie durch.

Gern hätte Kurtz im Halbfinale (0:3 gegen Italien) und in der Partie um Platz drei (3:1 über Serbien) eine aktivere Rolle gespielt. Doch zum einen gibt es da auf ihrer Position mit Leana Grozer (TV Gladbeck) eben eine, die nicht nur einen berühmten Nachnamen trägt, sondern auch über einen ähnlich furchterregenden Armzug verfügt wie Papa Georg (den sie nicht ohne Grund „Hammer-Schorsch“ rufen). Zum anderen sei das Anfeuern und Mitfiebern am Rand ebenfalls „ganz schön schweißtreibend“ gewesen.

Die Top-Platzierung der Deutschen bei der Kontinentalmeisterschaft ist für Kurz und Co. auch deshalb von Belang, weil sie mit der Qualifikation für die WM im kommenden Jahr einhergeht.

Auf Vereinsebene geht die Sendenerin, die in frühester Jugend für den örtlichen ASV und Union Lüdinghausen am Ball war, nun den nächsten Schritt auf dem Weg zu ihrem großen Ziel, der Volleyball-Bundesliga. Nach ersten Einsätzen in der Bezirks- (BW Aasee 4) und der Verbandsliga (USC Münster 3) hat sich Kurtz just dem Drittligisten VCO Münster angeschlossen.

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