1. www.muensterschezeitung.de
  2. >
  3. Sport
  4. >
  5. Muenster
  6. >
  7. „Was wir versprechen, halten wir“

  8. >

Hendrik Snoek und seine Mitstreiter freuen sich auf das Comeback des Turniers der Sieger

„Was wir versprechen, halten wir“

Münster

Drei Jahre lang herrschte, zumindest was den Reitsport angeht, Ruhe vor dem Schloss. Damit ist es ab Donnerstag vorbei, dann meldet sich das Turnier der Sieger zurück. Vor dem Comeback spricht Turnierchef Hendrik Snoek über Sport, Sponsoren und den Status der traditionsreichen Veranstaltung.

Von Henner Henning

Der Lenker und Denker: Turnierchef Hendrik Snoek (o. und kl. Bild, Mitte) geht voller Vorfreude in das Turnier der Sieger. Foto: Jürgen Peperhowe

Nach drei langen Jahren der Pause und den Absagen des Turniers der Sieger 2020 und 2021 spürt man förmlich die Vorfreude von Hendrik Snoek und seinen Mitstreitern vom Westfälischen Reiterverband. Endlich wieder Reitsport der Spitzenklasse vor dem Schloss, für den im Parcours Top-Stars wie Europameister André Thieme, der WM-Fünfte Marcus Ehning oder die in der Riders-Tour führende Sophie Hinners im Parcours sowie Isabell Werth, Frederic Wandres oder Ingrid Klimke im Viereck bürgen. Vor dem Comeback der traditionsreichen Veranstaltung spricht Turnierchef Snoek über...

... die Absagen in den vergangenen beiden Jahren:

„Es war natürlich nicht schön, diesen Schritt zu gehen. Aber das Turnier stattfinden zu lassen, war für uns nie eine Option. Das Turnier der Sieger ist ein Unikat, vor dem Schloss muss alles aufgebaut werden. Jedes Zelt, jede Tribüne, der Haupt- und der Abreiteplatz, die Stallungen. Für andere Veranstalter wie etwa Aachen oder Riesenbeck ist es einfacher, die haben mit ihren Stadien andere Voraussetzungen, müssen nicht alles aufbauen. Daher sind die Entscheidungen bei uns immer recht schnell gefallen, Kosten sind dabei keine angefallen.“

... den gestiegenen Kostendruck:

„Es ist alles teurer geworden, die Kosten sind um bis zu 30 Prozent gestiegen. Überall herrscht Personalmangel, vom Zelt- und Tribünenbauer bis hin zum Bewachungsdienst. Wir mussten daher ein paar Einsparungen vornehmen und hoffen, dass wir diese nicht mit einem Mangel an Qualität bezahlen. Unsere ganze Mannschaft dieses Turniers ist wieder mit Begeisterung dabei. Wir machen das hier mit Herz und Seele.“

... die Unterstützung der Sponsoren:

„Ein Großteil ist dabei geblieben und hat sogar die finanzielle Unterstützung erhöht. Einige sind leider nicht mehr dabei, auch einer der Hauptsponsoren ist abgesprungen. Daher sind wir sehr glücklich, dass wir die Auto-Nagel-Gruppe, die auch alle Fahrzeuge für den Fahrdienst sowie für den Parcoursauf- und -umbau stellt, gewinnen konnten.“

... den Status des Turniers als „Einladungsturnier“:

„Start- und Nenngeld, Stallgebühren und Hotelkosten übernehmen wir wie gewohnt für alle Reiter. Damit verzichten wir auch auf Einnahmen, aber wir wollen das Level hochhalten, das ist unser Versprechen. Und was wir versprechen, das halten wir auch.“

... das leicht modifizierte Programm

mit zwei Springen – eines der Youngster-Tour und das Joker-Springen – weniger: „Wir haben gemerkt, dass Qualität auch davon abhängt, dass es vernünftig läuft. Durch diese kleine Reduzierung verschaffen wir uns etwas mehr Zeit und Ruhe, das ist auch für die Zuschauer schöner. Ansonsten haben wir an unserem Programm nichts geändert, das bewährte Konzept bleibt.“

... das Starterfeld bei den Springreitern:

„Wir haben mit Jana Wargers, Marcus Ehning und André Thieme drei deutsche Reiter dabei, die bei der WM in Herning geritten sind. Dazu kommen Gerrit Nieberg als Sieger des Großen Preises beim CHIO in Aachen und viele spannende Reiter und Reiterinnen. Das Starterfeld ist sehr stark besetzt, wir dürfen uns auf sehr guten Reitsport freuen.“

... den Fauxpas von André Thieme,

der bei der WM im Mannschaftsspringen von seiner Stute Chakaria gefallen ist: „Ich habe da richtig mitgefühlt und werde André erst einmal in den Arm nehmen. Das ist das Schlimmste, was einem Reiter passieren kann. Ich bin einmal beim Nationenpreis in Aachen heruntergefallen und wäre am liebsten unter der Grasnarbe aus dem Stadion gegangen. Daher kann ich gut nachvollziehen, wie sich André gefühlt hat. Zumal das Team ja durchaus eine Medaille hätte holen können. Aber das sind Dinge, die im Sport passieren.“

Startseite
ANZEIGE