1. www.muensterschezeitung.de
  2. >
  3. Sport
  4. >
  5. Muenster
  6. >
  7. Mauritz-Knipser Voß verrät: „In Brasilien bin ich im Sturm gelandet“

  8. >

Fußball: Interview

Mauritz-Knipser Voß verrät: „In Brasilien bin ich im Sturm gelandet“

Münster

Er trifft und trifft und trifft. Wenzel Voß hat einfach einen Lauf, der Stürmer des SV Mauritz kommt auf 22 Treffer. Dabei ist der 26-Jährige erst spät nach vorne gerückt – neben Coach Ivo Kolobaric spielt auch Brasilien eine Rolle.

Beim Kicken in Brasilien entdeckte Wenzel Voß (vorne) seine Offensivqualitäten – und trifft nun regelmäßig für den SV Mauritz. Foto: privat

Wer hin und wieder einen Blick auf die Torjägerliste dieser Zeitung wirft, dem wird ein Name gewiss schon aufgefallen sein: Wenzel Voß. Seit drei Wochen steht der 26-jährige Kicker von A-Ligist SV Mauritz unangefochten an der Spitze, hat bereits 22 Treffer gemacht – und das, obwohl er eigentlich in der Defensive zu Hause ist. Voß stammt aus Freiburg, lernte 2018 bei einer Wohnungsbesichtigung in Münster SVM-Spieler Paul Varnhagen kennen und ist in Mauritz seitdem nicht mehr wegzudenken. Im Interview spricht der Rechtsreferendar über seine Reiselust, die Aufstiegschancen des Tabellenzweiten und seine Torjägerqualitäten.

Sie sind die dritte Woche in Folge an der Spitze der Torjägerliste. Interessiert Sie das überhaupt?

Voß: Ich kriege das schon mit, und ab und zu senden die Jungs das in die Whats­App-Gruppe. Aber ich gucke mir jetzt nicht an, wie viele Tore die Spieler aus anderen Ligen so machen – das wäre mir dann doch zu viel.

Sie sind eigentlich Innenverteidiger – wo kommen denn Ihre Offensivqualitäten her?

Voß: Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung. Aber man muss auch zugeben: Ich habe zwar relativ viel Tore gemacht, finde aber, dass da nicht ein schönes dabei war. Ich glaube immer noch, dass es bei mir gerade mehr Glück als Können ist.

Wer ist auf die Idee gekommen, Sie in den Sturm zu stellen?

Voß: Ich habe bei Mauritz ein, zwei Jahre Innenverteidiger gespielt. Dann kam unser Trainer Ivo Kalobaric auf die Idee, mich mal vorne reinzustellen. Das erste Mal im Sturm habe ich aber in Brasilien gespielt…

Sie haben mal in Brasilien gekickt?

Voß: Ja! Ich habe Jura studiert und meine zwei Auslandssemester in Rio de Janeiro verbracht. Beim Fußballspielen bin ich da irgendwie im Sturm gelandet.

Sie kommen gut herum, waren ja auch schon in Nepal, richtig?

Voß: Genau! Durch meinen Vater bin ich recht „bergbegeistert“, wollte immer mal in den Himalaya. Zu Beginn meines Studiums habe ich dann eine Reise nach Nepal gemacht und in Kathmandu auch ein Fußballprojekt besucht. Aufgebaut wurde es von dem Deutschen Holger Obermann, dem ehemaligen Nationaltrainer Nepals. Ich will dort auch auf jeden Fall noch einmal hin und die Leute besuchen.

Sind in Zukunft noch weitere Reisen geplant?

Voß: Mal sehen, an sich schon. Ich kann jetzt leider nicht mehr so viel reisen, wie im Studium. Meine Freundin kommt aber aus Brasilien und lebt jetzt hier in Deutschland bei mir. Deswegen sind wir eigentlich jedes Jahr einen Monat dort.

Reisen wir mal wieder zurück zum SV Mauritz. Aktuell stehen Sie auf dem zweiten Tabellenplatz – was macht den SVM stark?

Voß: Wir sind einfach ein geiles Team in dieser Saison. Es sind ja auch noch ein paar Neue dazugekommen. Nils Hönicke zum Beispiel hat ja viel Erfahrung und macht auch ordentlich Dampf im Training. Besonders stark finde ich aber die Entwicklung bei uns. Am Anfang war es noch schwer, jetzt fügt sich alles immer mehr. Aktuell macht es richtig Bock.

Ivo Kolobaric peilte vor der Saison die Top vier an. Wie sehen Sie die­ ­Chancen?

Voß: Es ist super eng, das ist bei uns in der Liga schwer abschätzbar. Ich finde, einer der schwierigsten Gegner bisher war der 1. FC Gievenbeck II. Die sind beispielsweise ganz oben gar nicht dabei. Deswegen finde ich das sehr schwierig und würde mich da Ivos Aussage anschließen. Die Top vier peilen wir an.

Startseite
ANZEIGE