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Fußball: Kreispokal

Seitenaus statt freie Bahn: Fair-Play-Szene beeindruckt Kinderhaus

Münster

Der 3:0-Erfolg von Westfalia Kinderhaus im Kreispokal gegen GS Hohenholte war kein besonders überraschendes Ergebnis. Bei der Partie ereignete sich aber eine bemerkenswerte Szene, die selbst der Schiedsrichter in seinem Spielbericht notierte.

Von Johannes Oetz und Camillo von Ketteler

Hohenholtes Jeremias Lefert (l.), hier im Kopfball-Duell mit Westfalias Martin Lambert, sorgte für eine bemerkenswerte Fair-Play-Aktion. Foto: Johannes Oetz

Immer wieder gibt es unschöne Szenen auf den Fußballplätzen – auch in Westfalen. Oft gerät dabei allerdings in den Hintergrund, dass in der überwiegenden Mehrzahl der Fälle schöne Ereignisse den Sport auf dem von vielen geliebten grünen Rasen prägen. Auf eine besonders faire Begebenheit machte jetzt Schiedsrichter Nicolas Hendricks (Wacker Mecklenbeck) aufmerksam.

Die Szene ereignete sich in der vergangenen Woche beim Kreispokalspiel zwischen GS Hohenholte und Westfalia Kinderhaus. Wie berichtet, setzte sich der Westfalenligist mit 3:0 durch. In der 47. Minute zeigte sich Hohenholtes Jeremias Lefert dabei als fairer Sportsmann, was Hendricks in seinem Spielbericht an Pokalspielleiterin Manuela Imholt ausdrücklich vermerkte.

Seitenaus statt freier Bahn

Was war geschehen? Westfalia-Innenverteidiger Michel Schrick dribbelte in der 47. Minute mit dem Ball aus der Viererkette heraus an und knickte plötzlich ohne Fremdeinwirkung um. Der Gelb-Schwarze kam dadurch völlig freistehend weit in der gegnerischen Hälfte an den Ball. „Dadurch eröffnete sich Lefert die Chance, alleine auf den gegnerischen Torwart zuzulaufen oder eine 2-gegen-1-Überzahlsituation mit seinem mitgelaufenen Sturmpartner auszuspielen. Auch ein direkter Abschluss auf das gegnerische Tor bei relativ weit vorgerücktem Torwart schien möglich“, schreibt Hendricks in seinem Sonderbericht.

Schiedsrichter Nicholas Hendricks vermerkte die Aktion in seinem Spielbericht. Foto: Johannes Oetz

Und was machte Lefert? Er spielte den Ball umgehend ins Seitenaus und verzichtete auf die klare Torchance. Wohlgemerkt: Zu diesem Zeitpunkt führte der Favorit erst mit 1:0.

Schrick wohl glimpflich davon gekommen

„Der Gegner hätte schon freie Bahn gehabt, sowas ist echt nicht selbstverständlich“, erinnert sich Kinderhaus-Coach Holger Möllers und lobt den Fair-Play-Geist, den Lefert an diesem Dienstagabend an den Tag legte. „Da muss man vor dem Jungen, dem Verein und der Mannschaft den Hut ziehen und sagen: Chapeau.“

Schrick trug in der Situation eine starke Bänderdehnung davon, stand bei der 1:2-Westfalenliga-Niederlage beim Lüner SV am Sonntag nicht im Kader. „Zum Glück nichts gerissen, ein MRT-Termin steht noch aus. Aber er ist wohl glimpflich davon gekommen“, sagt Möllers, der noch nicht genau weiß, wie lange er auf seinen Defensivmann verzichten muss.

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