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Volleyball: Bundesstützpunkt Münster

Wolff-Abgang reißt Lücke – Nachfolger wird noch gesucht

Münster

Der Volleyball-Bundesstützpunkt Münster steht ohne Cheftrainer da. Justin Wolff tritt zum 1. August als Juniorinnen-Bundestrainer eine neue Anstellung in Berlin an. Ein Nachfolger wird gesucht, ist aber noch nicht gefunden. Stützpunktleiter Jaromir Zachrich stellt eine „gute Lösung“ in Aussicht.

Von Wilfried Sprenger

Justin Wolff arbeitete drei Jahre am weiblichen Nachwuchsstützpunkt Münster. Zum 1. August wird der 29-Jährige Bundestrainer der deutschen Juniorinnen. Foto: Jürgen Peperhowe

Das ist eine Zäsur am Volleyball-Bundesstützpunkt (BSP) Münster. Justin Wolff, drei Jahre lange Ausbilder besonderer Talente, wechselt zum Deutschen Volleyball-Verband. Schon zum 1. August tritt er in Berlin die Nachfolge des langjährigen Junioren-Bundestrainers Jens Tietböhl an.

In Münster reißt der geschätzte Fachmann eine respektable Lücke. „Wir lassen ihn nicht gerne ziehen. Aber wir sehen natürlich auch die Chance, die sich für Justin in seinem neuen Amt auftut“, sagt Jürgen Aigner, Präsident des dem BSP angeschlossenen Drittligisten VC Olympia Münster.

"Da konnte ich nicht nein sagen“

Wolff war 2019 an den BSP gekommen. Als Interimstrainer hatte er zuvor den Männer-Bundesligisten Düren betreut. In Münster fasste der 29-Jährige rasch Fuß. „Ich verlasse ein liebgewonnenes zu Hause und eine unglaublich erfüllende Stelle“, erklärt er. Andererseits sei die Bundestrainer-Position das höchste Amt im nationalen Bereich. Wolff: „Ich wollte da immer hin. Als sich die Tür aufgetan hat, konnte ich nicht nein sagen.“

Der Trainer ist fort, die Suche nach einem Nachfolger läuft. DVV und der Landessportbund haben die Stelle ausgeschrieben und hoffen, das Vakuum bestmöglich schließen zu können. VCO-Chef Aigner bereitet der Zeitpunkt der Veränderung „ein wenig Kopfzerbrechen: Viele gute Trainer haben schon einen Job. Und die schlechten brauchen wir nicht.“

BSP sucht unaufgeregt nach einer Lösung

BSP-Leiter Jaromir Zachrich teilt diese Sorge „nach bereits vielen guten Gesprächen mit potenziellen Kandidaten“ nicht. „Wir sind da ganz unaufgeregt und werden eine gute Lösung finden“, sagt der ehemalige Nationalspieler. Den Trainerwechsel bezeichnet Zachrich als „normalen Prozess. Sportler werden das immer wieder in ihrer Karriere erleben. Wichtig ist, dass sie professionell darauf reagieren und sich nicht ablenken lassen.“ Spielerinnen und Eltern seien frühzeitig über die Entwicklungen am Stützpunkt informiert worden, heißt es. „Die Mädchen waren am Anfang ziemlich traurig. Danach gab es aber auch viel Verständnis für Justins Schritt“, so Aigner.

Wolff hatte keine einfache Zeit in Münster. Die ersten beiden Jahre waren von der Pandemie geprägt, erst im dritten fand er mit seinem (Zweitliga-)Team in einen wirklichen Wettkampf-Rhythmus. Zachrich bescheinigt ihm „super Arbeit“. Aigner konstatiert: „Dass der DVV Justin ins Boot holt, spricht für seine Qualität.“

Wolff soll erstmal noch helfen

Aktuell sind am BSP Ferien, für die erste Zeit danach arbeiten viele Köpfe an einer klugen und wertigen Übergangslösung. Solange die Trainerstelle nicht neu besetzt ist, soll Wolff helfen. Umfang und das „Wie“ sind offenbar noch zu klären. Zachrich spricht „vom Maß des Möglichen“. Wolff sagt seine Unterstützung zu, aber auch: „Spruchreif ist da noch nichts.“

Im August möchte Wolff ein Fest in Münster ausrichten, um sich offiziell von seinen Schützlingen zu verabschieden. Einige wird er gewiss wiedersehen. In seiner neuen Funktion als Junioren-Bundestrainer.

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