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Basketball: 2. Liga Pro B

WWU Baskets flambieren auch die Bayern-Talente

Münster

Die Traumreise der WWU Baskets Münster durch die Playoffs der 2. Liga Pro B geht in atemberaubendem Tempo weiter. Gegen Bayern München II feierte der Nordmeister im ersten Viertelfinalspiel einen 77:65-Erfolg vor ausverkaufter Kulisse. Im schlechtesten Fall gibt es zumindest ein weiteres Heimspiel.

Thomas Austermann

Wild entschlossen: Münsters Kai Hänig Foto: Jürgen Peperhowe

Auch eine Super-Serie kann man noch toppen: Die WWU Baskets Münster packten sich im Spiel eins des Playoff-Viertelfinals die Zweite des FC Bayern München mit 77:65 (39:29) und dürfen am Samstag sehr zuversichtlich an die Isar und in den Audi-Dome reisen. Den bemerkenswerten „Arbeitssieg“ (Trainer Philipp Kappenstein) färbten die Gastgeber phasenweise zum Spektakel – vor allem im ersten und letzten Viertel.

Tatsächlich hievt sich Münster auf ein neues Niveau, wenn die Aufgabenqualität zunimmt. Der Nord-Erste schaffte es gegen die bestens ausgebildeten Youngsters des Süd-Vierten, im mannschaftlichen Auftritt jenes Plus hinzulegen, das wohl entscheidend war. In der mit 3000 Zuschauern zum vierten Mal in Folge ausverkauften Halle Berg Fidel feierten die Fans im 13. Heimspiel den zwölften Sieg dieser Saison. Kappenstein wirkte so entspannt wie selten, weil er „gut zufrieden“ war. „Auch taktisch ist das wieder ein neues Level, das macht doch Spaß. Wir haben den Team-Basketball geboten, den wir bieten wollten.“

Geradezu furios stürmten Jan König und Kollegen los, spürbar motiviert von der lauten und geschlossen wirkenden Kulisse. In den ersten sechseinhalb Minuten fanden fünf Dreier ihr Ziel. Eine sehr griffige Abwehr stellte den FCB von Coach Demond Greene, in Würzburg einst gemeinsam mit Dirk Nowitzki am Ball, vor Probleme. Münster nutzte den ersten Schwung und legte eine 21:10-Führung vor. Dann stellten sich die Gäste um Kapitän Viktor Frankl-Maus besser auf das Geschehen ein und zeigten in einem 10:0-Lauf, was sie an Tempo und Wurfkunst drauf haben.

Dass die Baskets mal durchatmen und das Personal wechseln mussten, war angezeigt und hinterließ Wirkung. Denn offensiv lief dann eine Zeit lang nicht mehr viel. Münchens Top-Scorer Nelson Weidemann wurde von Andrej König immer besser kontrolliert, weshalb der Bayern-Star Pausen bekam. Kappenstein rotierte viel und stellte mit seiner Abwehrformation den Gegner vor Rätsel. Noch vor dem Wechsel war Malcom Delpeche mit drei Fouls vorbelastet und damit angezählt.

Auch wenn die Baskets das dritte Viertel 14:16 verloren, weil es offensiv bisweilen fahrig wurde und einige Pässe unkonzentriert gespielt wurden, gingen sie aufrecht in den Schlussdurchgang. Leo Padberg eröffnete mit einem Dreier, und wiederholt kam Münster nach feinen Zuspielen frei zum Wurf. Die Bayern verballerten jetzt einiges und blieben oft an Jan König hängen, der seiner feinen Offensivleistung die herausragende „Maloche“ unterm eigenen Korb folgen ließ.

Als das Tempo des Spiels nochmals anzog, waren die Baskets voll da und brachten den Erfolg ganz sicher ins Ziel. FCB-Trainer Greene versprach seinem Kader eine arbeitsintensive Woche: „Wir haben viel zu tun. Ich erwarte eine Reaktion.“ Punkte: J. König (22/5), Delpeche, Cooper (beide 11), Geretzki (8/2), Weß (6), Porcher (5/1), Goolsby (4), Padberg, Funk (beide 3/1), A. König, Hänig (beide 2)

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