1. www.muensterschezeitung.de
  2. >
  3. Sport
  4. >
  5. Muenster
  6. >
  7. WWU Baskets zeigen gegen Schwelm Qualität mit ihrer Reaktion

  8. >

Basketball: 2. Bundesliga Pro B

WWU Baskets zeigen gegen Schwelm Qualität mit ihrer Reaktion

Münster

Auch wenn es zu Hause phasenweise mal nicht so läuft wie geplant, haben die WWU Baskets Münster meist Antworten. Zum Beispiel beim 79:70-Sieg gegen die auch stark eingestuften EN Baskets Schwelm. Nach der Halbzeit steigerte sich der Gastgeber in allen Belangen.

Thomas Austermann

Gemeinsam stark: Malcolm Delpeche (M.), der mit 19 Punkten Top-Scorer der Baskets war, und Stefan Weß stemmen sich erfolgreich gegen Schwelms Dario Fiorentino. Foto: Jürgen Peperhowe

In Berg Fidel trotzen die WWU Baskets Münster zuverlässig der Leere und gewinnen auch ohne Fan-Unterstützung. In der 2. Bundesliga ProB drehten die zur Wende aufgerufenen Baskets nach schwacher erster Halbzeit an den richtigen Schrauben und erreichten noch sehenswert mit dem 79:70 (38:44) über die EN Baskets Schwelm den vierten Heimsieg im vierten Heimspiel. Jetzt sollte „nur“ noch auswärts endlich der Bann gebrochen werden ...

Dass Adam Touray (Bänderdehnung im Sprunggelenk) und Cosmo Grühn (sechs Wochen Pause nach Bruch eines Handwurzelknochens) fehlten, schlug ins Kontor der Baskets, für die die nominierten Youngsters Max Schell und Benedikt Christophel nicht zum Einsatz kamen – weil der Spielverlauf das nicht zuließ. Denn anders als zuletzt gegen Düsseldorf fand außer Jasper Günther und zunächst auch Stefan Weß niemand zur richtig ernsthaften Arbeitsmoral. Viele unscharf gespielte Pässe, ein eher statisches Offensivverhalten und etliche vergebene Würfe spielten Schwelm in die Karten. Nur 30 Prozent der Würfe saßen im ersten Viertel. „Wir waren viel zu langsam“, sagte Trainer Philipp Kappenstein, der wiederholt energisch eingriff. „In der ersten Phase fehlte uns wohl das Verständnis dafür, wie wichtig dieses Spiel ist.“

Drei Fragen an Jasper Günther

Die meisten Minuten für Münster absolvierte Aufbau Jasper Günther gegen Schwelm – nur ein Hinweis auf den Wert, den sich der 21-Jährige bei den Baskets erarbeitet hat.

Warum waren im ersten Viertel nicht alle so wach wie Sie?

Günther: So ein Start wie gegen Düsseldorf gelingt nicht immer – oft bin ich eben anfangs schnell hellwach, in anderen Vierteln sind es andere. Wir haben viele gute Jungs ...

Was führte aus Ihrer Sicht zur klaren Steigerung des Teams?

Günther: Wir haben gemerkt, mit besserer Ballbewegung agieren zu müssen und die frühen Würfe, die uns vorher oft misslangen und uns aus dem Rhythmus brachten, nicht mehr zu nehmen.

Der Coach sprach von einer Richtungsentscheidung mit diesem Spiel. Stimmen Sie zu?

Günther: Man sieht, es geht in die richtige Richtung! So ein Spiel hinten heraus zu gewinnen, gibt einem viel Selbstvertrauen.

Vom einmal mehr starken US-Spieler Montrael Scott (23 Punkte) angeführt, liefen die Gäste auch von außen immer wieder leicht in Position und trafen. Kam Münster mal punktemäßig näher heran, schlug Schwelm sofort zurück – von einem Rhythmus war in den ersten beiden Vierteln wenig zu sehen, so sehr Kappenstein auch nach neuen Team-Mischungen fahndete.

Die Qualität einer ambitionierten Mannschaft ist es, zusammenzufinden und die richtige Reaktion zu zeigen. Am Nikolaustag fanden die Baskets immer besser zum zwingenden Miteinander, weil der Ball schneller durch mehr Hände lief und in der Abwehr das erforderliche Plus an Aggressivität geboten wurde. Auch im Duell von Marck Coffin gegen Scott, dem später die Luft ausging. „Wir haben es da richtig gut gemacht und es mehr gewollt als der Gegner“, sagte Kappenstein und sah „eine andere Körpersprache.“ Nur zehn Punkte erlaubten der durchweg sehr effektive Günther, der 30 Minuten spielte, traf und emsig verteidigte, sowie dessen Kollegen im dritten Durchgang dem Gast, der zur ansteigenden Fehlerquote regelrecht gezwungen wurde. Zwei Dreier von Jan König trugen zur Aufholjagd bei, auch Coffin schoss jetzt mal genau aus der Distanz.

Delpeche dreht auf

Vor den letzten zehn Minuten lag Münster immer noch hinten, aber nach dem 63:64 folgte die Superphase von Malcolm Delpeche, der vor der Pause nur schwer zum Wurf gefunden hatte. Jetzt aber holte der physisch so starke 25-Jährige richtig aus, bekam die passenden Bälle für die richtigen Bewegungen unterm Gästekorb. Binnen weniger Minuten sorgte er in der Verwertung alleine für einen 9:0-Lauf und trotzte dabei seiner hohen Foulbelastung. Eine Sanktion mehr, und er wäre in der wichtigsten Phase draußen gewesen. „Das muss man ihm hoch anrechnen“, lobte Kappenstein den gebürtigen US-Amerikaner. Als Jan König mit seinem dritten Dreier zum 75:66 traf, war auch der letzte Widerstand gebrochen.

Startseite
ANZEIGE