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Leichtathletik: Volksbank-Münster-Marathon

Zuschauer-Öffnung oder „Plan B“? Unsicherheit durch Corona-Schutzverordnung

Münster

Durch die neue Corona-Schutzverordnung könnte der Volksbank-Münster-Marathon am 12. September vor Probleme gestellt werden. Maximal 25.000 Zuschauer sind demnach zugelassen, aber wie soll man die entlang der Laufstrecke überprüfen? 

Von Jürgen Beckgerd

Start frei für den 19. Volksbank-Münster-Marathon am 12. September: Darauf hofft Chef-Organisator Michael Brinkmann der am Freitag auch eine Kooperation mit dem Enschede-Marathon bekanntgab Foto: Oliver Werner

Als wäre die Pandemie-Angelegenheit mit all ihren Verfügungen, Verordnungen und Einschränkungen nicht schon kompliziert genug: Die Organisatoren vom Volksbank-Münster-Marathon wähnten sich jedenfalls auf der sicheren Seite angesichts der aktuellen Inzidenzzahlen in Münster. Starttermin 12. September: „Dabei bleibt es“, hatte Michael Brinkmann als Vorsitzender des Münster Marathon e. V. noch gesagt. Und behielt recht. Bis Mittwoch. Dann lockerte die NRW-Landesregierung die Corona-Schutzverordnung – und die Unsicherheit bei den Marathon-Organisatoren nahm zu.

Im Zuge der ab 9. Juli geltenden neuen Schutzverordnung sind Großveranstaltungen mit bis zu 25.000 Zuschauern möglich. Dieses beinhalte allerdings, dass Hygienekonzepte und Tests vonnöten sind, sagte Brinkmann und stellte sogleich infrage: „Wie sollen wir in der Fläche die Bereiche abgrenzen und dann Tests oder G-G-G-Kontrollen (genesen, geimpft, getestet) durchführen?“ Berechtigte Frage, denn Zuschauer halten sich ja auch an der Strecke und nicht nur im Start- und Ziel-Bereich auf. „Da hat sich die Landesregierung schlicht vertan oder sich nur an Stadionveranstaltungen orientiert“, monierte Brinkmann. Einzelne Veranstaltungsflächen – beispielsweise in Gievenbeck, Roxel und Nienberge – müssten dann sogenannte Eintrittskanäle erhalten. Ein erhebliches Mehr an Aufwand für diesen „Plan B“. Brinkmann hofft auf Korrektur durch die Institutionen.

Brinkmann verhehlte während einer Pressekonferenz am Freitag nicht, dass wirtschaftliche Zwänge „nach einem verlustreichen Jahr“ mit der Absage 2020 sehr wohl im Raum stehen. Auf 35 000 Euro bezifferte er – nach Abzug der Corona-Soforthilfe – den finanziellen Verlust für den kleinen Verein mit seinen zwölf Mitgliedern.

Ein besonderer Marathon

Der 19. Volksbank-Münster-Marathon wird in diesem September natürlich ein besonderer – ungeachtet der veränderten Verordnung. Ausländische (bisher vorwiegend afrikanische und japanische) Elite-Läufer werden nicht eingeladen, die Marathonmesse im Paulinum ist gestrichen, ebenfalls die Pasta-Party. Nicht fehlen werden die zahlreichen künstlerischen Programmpunkte mit Musikgruppen, Kleinkunst, Stelzenlauf. Neu ist die Kooperation mit dem Enschede-Marathon, die in einer „Euregio-Meisterschaft“ münden soll.

Im Programm bleiben die Sonderwertungen wie beispielsweise die der Handwerkskammer. Fiducia& GAD-Staffelmarathon und Stadtwerke-Kids-Marathon sind ausgebucht. Für den Charity-Lauf über zehn Kilometer sowie den Sieben-Kilometer-Gesundheitslauf (ohne zeitliche Wertung) gibt es noch freie Plätze. Für den Marathon haben sich bereits etwa 1700 Läuferinnen und Läufer und damit mehr als im Vergleichszeitraum 2019 angemeldet.

Als Ersatz für den 2020 abgesagten Marathon erfanden die pfiffigen Organisatoren den (virtuell gewerteten) „Lauf in den Mai“, bei dem über 30 Unternehmen ihre Mitarbeiter ins Rennen schickten, die wiederum 51 883,70 Kilometer liefen. Als Sieger wurden Müller Touristik, Best Practise Consulting, und das Deutsch-Niederländische Corps am Freitag ausgezeichnet.

Spendenaktion zugunsten von „KiO“

Der Marathon soll weitgehend „normal“ stattfinden. Einen „Plan B“ gibt es laut Michael Brinkmann, sofern die Inzidenzen doch wieder steigen sollten und die Organisatoren gehalten sind, ein erweitertes Hygienekonzept einzusetzen. „Wir agieren vorsichtig mit dem Blick auf die Entwicklung der Pandemie – und sind jederzeit in der Lage, uns anzupassen“, versprach der Vereinsvorsitzende. Dass die Traditionsveranstaltung tatsächlich und buchstäblich „ans Laufen kommt“, hoffen auch die „Botschafter“ des Charity-Partners „KiO (Kinderhilfe Organtransplantation e.V.). Laufen – und Gutes tun: Diese Symbiose ist seit Jahren Bestandteil des Volksbank-Münster-Marathons. In Handball-Weltmeister Heiner Brand, sowie den beiden Leichtathletik-Olympiasiegern Heike Henkel (Hochsprung) und Klaus Wolfermann (Speerwurf) waren am Freitag drei Sport-Ikonen in Münster zu Gast und warben für diese Organisation. KiO unterstützt Kinder mit kranken Organen und deren Familien vor und nach einer Transplantation in sozialen Notlagen. Die Startgebühr des Charity-Laufes über zehn Kilometer von mindestens 15 EUR geht in voller Höhe an die KiO-Hilfe.

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