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Basketball: 2. Bundesliga ProB

Zylka-Gala in Baskets-Festung – Heimniederlage für Kappenstein-Team

Münster

Die Basketball-Festung am Berg Fidel hat schon so manchem Ansturm getrotzt, aber der Einfall der Sachsen am Sonntagnachmittag war am Ende nicht zu verhindern. Mit einer 78:88-Niederlage gegen die BSW Sixers kassierten die WWU Baskets die zweite Saisonniederlage – und die erste vor heimischem Publikum.

Ansgar Griebel

Seine 18 Punkte waren gut: Jojo Cooper war der beste Punktesammler bei den WWU Baskets, wurde aber von Ferdinand Zylka, der sich in dieser Szene links im Hintergrund hält, ausgestochen. Foto: Jürgen Peperhowe

Es war der versprochene Sonntagskrimi, allerdings ohne das liebgewordene Happy End. Im Spitzenspiel der zweiten Basketball-Bundesliga Pro B mussten sich die WWU Baskets in eigener Halle den BSW Sixers aus Sachsen-Anhalt mit 78:88 (37:39) geschlagen. 2750 Zuschauer hatten sich erwartungsvoll zum Berg Fidel begeben und wurden in Sachen Spannung nicht enttäuscht, waren dann aber doch Zeuge der ersten Heimniederlage der Baskets in einem Punktspiel seit mehr als einem Jahr. Und vier Tage vor Halloween hatte das Schreckgespenst der WWU Baskets auch einen Namen: Ferdinand Zylka. Der 21-jährige Basketballer aus Sachsen-Anhalt hatte am Samstag noch 17 Punkte für den Mitteldeutschen BC in der Bundesliga erzielt, am Sonntag legte er unfassbare 36 Zähler gegen Münster nach.

Für Baskets-Trainer Philipp Kappenstein eine selten erlebte Horrorvorstellung. „Ich finde, wir haben das heute gar nicht so schlecht gemacht, aber Zylka konnten wir heute einfach nicht verteidigen. Da können wir nur gratulieren.“

Dabei begann alles noch ganz harmlos, doch dann wurde es auch schon schnell gruselig: Nach einem 4:0-Blitzstart begannen die Gastgeber, in eigener Halle ungewohnt zu fremdeln. Nicht nur optisch war die Ähnlichkeit des Spielgeräts mit einem halloweentauglichen Kürbis unverkennbar, auch in der Verarbeitung ging der Ball den Baskets urplötzlich alles andere als leicht von der Hand. Ob Malcolm Delpeche aus kürzester Distanz, Max Fouhy unbedrängt vom Freiwurfpunkt oder Jojo Cooper aus zwölf Metern, mehr als Korbannäherungen wollten nicht gelingen.

Baskets-Punkte wurden in dieser Phase nur in homöopathischen Dosen abgegeben, die Gäste nutzten dankbar die Gunst des ersten Viertels und setzten sich ohne größere Anstrengungen Punkt um Punkt ab. Nach dem ersten Viertel führten das etwas präzisere zweier ansonsten gleichwertiger Teams mit 25:17, für die Baskets begann einmal mehr die auch in dieser Spielzeit wohl unvermeidliche Aufholjagd.

Dabei hatten die Männer aus Sachsen-Anhalt ein besonders waches Auge auf den Baskets-Mann der letzten beiden Partien. Spielmacher Jojo Cooper, der sich pünktlich zum Anpfiff fit gemeldet hatte, wurde auf Schritt und Tritt eskortiert und liebevoll betreut. Jede Aktion des US-Amerikaners wurde zu einem Kraftakt, oft fehlte am Ende die entscheidende Präzision. Schnell wurde deutlich, dass an diesem Sonntag der Mann mit der Nummer vier diese Partie nicht als Alleinunterhalter würde nach Hause bringen können. Gefragt waren jetzt das Kollektiv und Männer ohne Nerven. Helge Baues bot als Erster seine Dienste an, versenkte den ersten und einzigen Baskets-Dreier in Abschnitt eins. Mit sieben Punkten hielt er sein Team im Spiel, ein fulminanter Zwischenspurt von Delpeche brachte die Baskets noch vor der Halbzeitpause zurück auf Schlagdistanz.

Münster war bis zur Pause in Sichtweite (37:39), wenig später auf Augenhöhe (42:42/22.) und nach einer kaum noch erwarteten Dreierserie in Abschnitt drei sogar am Gegner vorbei (49:47/25.). „Da dachte ich, wir hätten es im Griff“, so Kappenstein. Doch so einfach machen es die Baskets ihren Fans natürlich nicht. 2750 hatten sich am Sonntag am Berg Fidel auf das nächste filmreife Drama gefreut und natürlich gab es zum Süßen prompt wieder Saures – großzügig eingeschenkt vom unglaublich starken und effektiven Ferdinand Zylka. Der 21-Jährige wurde an diesem Abend zum personifizierten Schreckgespenst der WWU Baskets. Punkte: Cooper (18), Weß (13), Andrej König (10), Delpeche (9), Baues (7), Jan König (7), Hänig (6), Fouhy (6), Goolsby (2).

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