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Thaiboxen beim SC Falke Saerbeck

Kampf nach allen Regeln der Kunst

Saerbeck

Neben Taekwondo bietet der mehrfache Weltmeister Pasa Baylan seit einigen Jahren auch Thaiboxen beim SC Falke Saerbeck an. Mit seinem Schüler Steffen Krumbeck, der mittlerweile Co-Trainer ist, trafen wir uns, um mehr über diesen Kampfsport zu erfahren

Sandra Lüttmann

Auch Mädchen dürfen sich angesprochen fühlen und können beim SC Falke Saerbeck am Thaibox-Training mit Steffen Krumbeck (kl. Foto) teilnehmen. Foto: Sandra Lüttmann

Erste Überraschung am Montagmorgen: Nun ziehen Flüchtlinge in den Saerbecker Gymnastikraum ein, wo das Training normalerweise stattfindet. „Dann gehen wir halt nach draußen oder in die kleine Halle“, bleibt Thaiboxer Steffen Krumbeck gelassen. Er hat gerade seine Prüfung für den schwarz-roten Gürtel bestanden und macht ganz den Eindruck, als könne ihn so schnell nichts umhauen.

Thaiboxen müsse man sich wie Kickboxen vorstellen – nur, dass auch Knie und Ellenbogen zum Einsatz kommen, erklärt Krumbeck. Der Kampf mit den Fäusten steht im Mittelpunkt, die Tritte werden eher als Abschluss eingesetzt. Beim parallel von Pasa Baylan im Falke unterrichteten Taek­wondo steht dagegen die Beinarbeit in Form von Sprüngen und Tritten mehr im Mittelpunkt. Der große Unterschied: Taekwondo wird kontaktfrei praktiziert, beim Thaiboxen dagegen gehört der Kampf zu zweit mit dazu.

Daher das Image des Hau-Drauf-Sports? „Wir trainieren zwar mit Kontakt, aber nicht mit voller Kraft. Eine blutige Nase habe ich im Training noch nicht erlebt, vielleicht mal einen geprellten Zeh“, beruhigt Krumbeck. Er empfiehlt Kindern zunächst die Teilnahme am Taekwondo, wo sie bereits eine gute Grundlage in der Beinarbeit erlernen. In der Saerbecker Gruppe sind derzeit vor allem Jugendliche, Jungen und Mädchen. Aber auch Erwachsene, die einfach mal eine neue Fitnessaktivität ausprobieren wollen, sind willkommen.

Einen Meisterkult wie bei vielen chinesischen oder japanischen Kampfstilen betreiben die Saerbecker übrigens nicht, sie sind eher Kampfsportler als Kampfkünstler. Und doch wird nach allen Regeln der Kunst gekämpft. Eine respektvolle Verbeugung vorm Gegner, vor den Trainierenden und dem Trainer gehört allerdings dazu. Die Jugendlichen lernen hier Disziplin und Selbstverantwortung, aber auch Spaß am Sport und in der Gruppe gehören eindeutig dazu.

Steffen Krumbeck hat vor sieben Jahren mit Thaiboxen begonnen – da war er 14 Jahre alt. Mit Fußball hatte er aufgehört und war auf der Suche nach etwas Neuem. Thaiboxen als Angebot im selben Verein war naheliegend und erwies sich für ihn als Glücksgriff. Selbstbewusstsein aufbauen, sich verteidigen können und auch in der Lage sein, anderen zu helfen – das war und ist seine Motivation.

Hinzu kommt für ihn, dass man zwar gemeinsam trainiert, aber als Individuum Fortschritte erleben kann. Für Einzelgänger wie ihn sei das sehr angenehm. Er freut sich auf das Training in der Gruppe, übt aber auch zu Hause am Sandsack oder geht zusätzlich Laufen, um seine Ausdauer zu verbessern.

Das und sein Training mit Pasa Baylan in Saerbeck, Nordwalde und Münster sollen ihm helfen, in zwei Jahren seinen schwarzen Gürtel zu machen. Bis dahin wird Pasa Baylan die Leitung des Trainings wohl vollends an seinen Schüler Steffen Krumbeck abgegeben haben.

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