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Münsterlandklasse: Interview mit Daniel Ahmann, Trainer der Spielgemeinschaft Handball (SGH) Steinfurt

Aufgabe macht richtig Spaß

Steinfurt

Die erste Hälfte ihrer ersten Saison überhaupt hat die neue Spielgemeinschaft Handball (SGH) Steinfurt mit Bravour hinter sich gebracht. Die Spieler aus Borghorst und Burgsteinfurt führen ohne Niederlage ganz souverän die Tabelle in der Münsterlandklasse an. Ein wichtiger Erfolgsfaktor: Trainer Daniel Ahmann, der in einem Interview seine seit Sommer gesammelten Eindrücke zusammenfast.

Von Matthias Lehmkuhl

Daniel Ahmann trainiert erfolgreich die im Sommer neu gegründete Spielgemeinschaft Handball (SGH) Steinfurt Foto: Matthias Lehmkuhl

Nachdem in der vergangenen Saison die Handballer des TV Borghorst aus der damaligen Bezirksliga abgestiegen und die des TB Burgsteinfurt als Zweitplatzierte der ehemaligen Kreisliga nicht aufsteigen durften, gründeten beide Vereine im Sommer im Seniorenbereich die Spielgemeinschaft Handball (SGH) Steinfurt. In der SGH sollten für die Saison in der frisch ins Leben gerufenen Münsterlandklasse die besten Spieler aus beiden Ortsteilen zum Zuge kommen. Trainer ist der frühere TVB-Coach Daniel Ahmann aus Ibbenbüren. Der 45 Jahre alte ehemalige Bundesligaspieler hat eine Mannschaft formen können, die aktuell Spitzenreiter der Liga ist. WN-Mitarbeiter Matthias Lehmkuhl hat den als IT-Projektmanager arbeitenden Ahmann gefragt, wie er diesen Zwischenerfolg bewertet.

Bisher steht die SGH Steinfurt ungeschlagen an der Tabellenspitze. Als Sie die Mannschaft aus den Teams des TV Borghorst und dem TB Burgsteinfurt im Sommer zusammengestellt haben, wussten Sie bereits, dass ihre Mannschaft in dieser Liga etwas ausrichten könnte?

Daniel Ahmann: Nein, das war uns nicht klar. Bei der Zusammenstellung der Mannschaft spürte ich eine enorme Willensbereitschaft, die mich inspirierte, aus solchen Rohdiamanten ich eine spielfähige Truppe zu formen. Das ist meine Aufgabe, die in dieser Form richtig Spaß macht.

Worin liegt das Geheimnis des Erfolges?

Ahmann: Das Geheimnis besteht aus vielen kleinen Komponenten. Eine Wichtige ist der geformte Teamgeist, den jeder einzelne Spieler mittragen muss.

Normalerweise werden Spieler einer Mannschaft nicht einzeln gelobt. Aber wer hat sich Ihrer Meinung nach handballerisch toll entwickelt, wer hat Sie bisher am meisten überzeugt, und wer gehört zu den Stützen Ihres Teams?

Ahmann: Toll entwickelt hat sich der Zusammenbau der Mannschaft und der gesunde Konkurrenzkampf innerhalb des Teams. In den vergangenen Spielen konnten wir erkennen, dass jeder Partien in gruppentaktischen Konstellationen entscheiden kann. Wer gerade eine gute Leistung abliefert, wird vom gesamten Team unterstützt.

Wo kann sich die Mannschaft noch verbessern?

Ahmann: Unsere Mannschaft spielt zurzeit ergebnisorientiert einen souveränen Streifen, dennoch sind einige Stellschrauben zu justieren. Handlungsbedarf sehe ich in allen Facetten eines Spielverlaufs. Dazu gehören auch clevere taktische Spielweisen in besonderen Situationen. Da wir eine junge Truppe sind, ist mir bewusst, dass wir noch diese Performance weiter verbessern können.

Sie sind ja kein gebürtiger Steinfurter und kennen deshalb die Steinfurter Handballgeschichte nicht aus dem Eff-Eff. Sind Sie vorher informiert worden, wie groß die Rivalität zwischen den beiden Vereinen ist oder war?

Ahmann: Ja, das wusste ich. Genau aus diesem Grunde ist es für mich eine besondere Herausforderung, eine Mannschaft zusammenzustellen, die sich als Ganzes in den Vordergrund stellt.

Die Derbys zwischen den beiden Ortsrivalen gehörten immer zu den Höhepunkten. Haben Sie in der Vorbereitung oder im Training Ressentiments oder etwa Anfeindungen zwischen den Jungs gespürt?

Ahmann: Allen war von Anfang an klar, dass wir zusammen ein neues gemeinsames Projekt anfangen und erfolgreich werden wollen. Und jeder Anfang ist bekanntlich schwer. Das Ziel ist es, dass wir weiter erfolgreich spielen wollen und somit alle an einem Strang ziehen.

Wie ist die aktuelle Stimmung in der Mannschaft?

Ahmann: Aktuell haben wir eine positive Stimmung. Wir arbeiten zwei Mal in der Woche zusammen und wollen uns im Team verbessern. Wenn wir uns verbessern, steigern wir die handballerische Stimmung.

Glauben Sie, dass sich die Jungs auch – wenn es mal nicht so gut läuft – untereinander verstehen und respektieren werden?

Ahmann: Ja, diese Szenarien kann jede Mannschaft ereilen. Deshalb müssen wir uns immer wieder bewusst werden, wie wir mit derartigen Situationen neben und auf dem Spielfeld umgehen müssen. Wir sind eine junge Mannschaft, deshalb müssen wir auch so etwas mental trainieren.

Haben Sie den Eindruck, dass sich in dieser kurzen Zeit schon Freundschaften zwischen den Borghorster und Burgsteinfurter Spielern entwickelt haben?

Ahmann: Ja, das bekomme ich mit. Wir sind jetzt ein Team. Eine Trennung zwischen den Stadtteilen kennen wir nicht mehr.

Was ist denn das Ziel am Ende der Saison und darüber hinaus?

Ahmann: Im Team gibt es nur ein Ziel: das nächste Spiel. Wir schauen dabei nicht nach links und rechts.

Wie gefällt Ihnen bisher denn der Job als Trainer der SGH Steinfurt?

Ahmann: Die Funktion gefällt mir, weil ich sehe, wie sich junge Spieler mit modernster Spielweise identifizieren und verbessern können und ich damit meine Profi-Erfahrungen an junge Talente weitergeben kann. Diese sind ja keine Konkurrenz mehr für mich, ich stelle mir also selbst kein Bein.

Möchten Sie auch über die Saison 2022/23 bei der SGH als Trainer arbeiten, oder haben Sie mittelfristig gesehen andere Vorstellungen?

Ahmann: Ich fühle mich in Steinfurt sehr wohl. Wir sind ja auch erst gerade mit unserem Projekt angefangen und wollen noch vieles erreichen.

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