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Fußball: Nordwalder schnürt mit 49 Jahren noch die Schuhe

Daniel Helmes bleibt am Abgrund gelassen

Nordwalde/Gimbte

Beim SC BG Gimbte läuft es sportlich suboptimal. Der Abstieg in die Kreisliga B wird immer mehr zur Realität. Doch am sportlichen Abgrund stehend bleibt Trainer Daniel Helmes ruhig. Mehr noch: Der 49-jährige Nordwalder streift sogar selbst noch das Trikot über.

-st-

Daniel Helmes weiß, dass auch im Falle eines Abstieges die Sonne am nächsten Tag wieder aufgehen würde. Foto: Martin Weßeling

Am letzten Spieltag vor der Winterpause, der mit dem ernüchternden 1:4 in Hohenholte endete, war es wieder einmal so weit. Statt von der Linie sein Team zu instruieren, streifte sich Daniel Helmes einmal mehr das Trikot über und stemmte sich Seite an Seite mit seinen Kickern geben den Abwärtstrend der vergangenen Wochen. Vergeblich. Zu verhindern vermochte der Nordwalder die neunte Saisonschlappe nicht. Gleichwohl demonstrierte Gimbtes Trainer, dass er mit seinen 49 Jahren in der A-Liga noch immer gut Schritt halten kann.

Sein erneuter Einsatz deckt aber auch ein gravierendes Problem auf. BG Gimbte gilt als ein heißer Abstiegskandidat, weil das Personal an allen Ecken und Enden fehlt. Den Klassenerhalt in der A-Liga – für Gimbte wird er immer mehr zu einem Himmelfahrtskommando.

Daniel Helmes ist niemand, der um den heißen Brei redet. Niemand, der die Situation besser darstellt als sie offenkundig ist. Nach 13 Spieltagen, die seine Blau-Gelben mit nur einem Sieg und drei Unentschieden auf dem vorletzten Platz zurückgeworfen hat, stellt er nüchtern fest: „Für uns gibt es nicht mehr so viele Möglichkeiten.“ Neun Punkte liegen zwischen Gimbte und dem rettenden Ufer.

Teils mangelnde Einsatzbereitschaft ist in der Analyse des Trainers der eine Grund für die sportliche Talfahrt. Als zweiten, nicht weniger ausschlaggebenden, nennt der Fitnessliebhaber – Helmes macht jeden Tag 100 Liegestützen – die dünne Personaldecke.

Mit gerade einmal 19 Spielern sind in die Gimbter in die Saison gestartet. Zu wenige, wie sich ein paar Monate später herausstellt. Mit Adam Kozakwoski und Christian Schürhoff fielen gleich zu Saisonbeginn zwei wichtige Leistungsträger verletzungsbedingt aus. „Das fällt schwer ins Gewicht“, meint Helmes, dem schlicht die Alternativen fehlen. Gegen Hohenholte nahm gerade mal ein Spieler Platz auf der Ersatzbank. Und das auch nur deshalb, weil der Trainer selbst die Fußballstiefel schnürte und im Angriff aushalf.

Das Problem liegt auf dem Tisch. Und Daniel Helmes hat Gesprächsbedarf angemeldet. Trainer und Vorstand beraten intensiv, wie es nach der Winterpause weitergehen soll. „Wir müssen uns etwas einfallen lassen“, hat Helmes klargestellt. Er hofft auf frisches Personal. Was leichter gesagt als getan ist. Der SC Gimbte gilt nicht als Verein, der A-Liga-Spielern verlockende Angebote unterbreiten kann oder will.

Überhaupt: Eine mögliche B-Liga-Rückkehr wäre für den Baustoffhändler aus Nordwalde, der sich trotz der sportlichen Misere nach eigener Aussage pudelwohl an der Schlage fühlt, kein Beinbruch. „Auch dann geht die Sonne am nächsten Tag wieder auf“, bemüht er einen jener Sprüche, mit denen der Routinier die Folgen eines Abstieges relativiert.

Was auch zeigt: Gimbtes Trainer ist nicht nur ein Mann klarer Worte, er strahlt auch eine gehörige Portion Gelassenheit aus. Und deshalb braucht es viel mehr als eine Niederlagenserie, um den in sich ruhenden Daniel Helmes aus dem Gleichgewicht zu bringen.

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