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Borghorsterin qualifiziert sich beim Ironman 70.3 in Kroatien für die WM in Finnland

Dörte Michels fährt zur Weltmeisterschaft

Steinfurt

Dörte Michels hat einen rausgehauen. Beim Ironman-Wettkampf im kroatischen Porec gewann die Ausdauersportlerin vom Tri Team Steinfurt nicht nur die Konkurrenz in ihrer Altersklasse, sondern qualifizierte sich auch für die Weltmeisterschaft im kommenden Jahr in finnischen Lathi. Dabei war Michels‘ bisheriger Saisonverlauf alles andere als rund verlaufen. Sogar Knochenbrüche hatte die Münsterländerin zu überstehen.

Von und

Wer könnte es ihr verübeln? Die Freude nach dem Sieg beim kroatischen Foto: privat

Mit einem Paukenschlag beendete Dörte Michels ihre Triathlon-Saison 2022: Mit einen souveränen Sieg beim Ironman 70.3 im kroatischen Porec dominierte die Ausdauersportlerin vom Tri Team Steinfurt nicht nur ihre Altersklasse der 55- bis 59-jährigen Frauen, sondern qualifizierte sich auch auf direktem Weg für die Mitteldistanz-Weltmeisterschaft im finnischen Lahti im kommenden Jahr.

Und das obwohl die diesjährige Triathlonsaison für Dörte Michels bisher alles andere als erfolgreich verlaufen war. Nicht nur musste sie – wie viele andere Athleten auch – aufgrund der Pandemie auf viele Wettkämpfe verzichten. Sie zog sich auch noch durch zwei Stürze im Training Armbrüche zu, die jeweils langwierige Pausen zur Folge hatten.

Dennoch gelang es Michels bei traumhaften Wetterbedingungen in Kroatien gut vorbereitet bei einem Ironman-Mitteldistanz-Rennen an der Startlinie zu stehen (1,9 km Schwimmen/90 km Radfahren/21 km Laufen). Geschwommen wurde in der Adria in der Nähe der Ortschaft Porec, die im nordwestlichsten Zipfel von Kroatien liegt. Dabei bietet die Strecke Besonderes: Sie ist ein so genanntes Punkt-zu-Punkt-Schwimmen, bei dem Schwimmstart und -ende maximal weit voneinander entfernt liegen. So wurde in diesem Fall um eine Lagune herumgeschwommen.

Um kurz nach 8 Uhr legte die Borghorsterin los und verließ in 33:04 Minuten als zweite Athletin der AK 55-59 das Wasser. Dabei erarbeiteten sich das Führungsduo bereits ein zehnminütiges Polster auf ihre Verfolgerinnen. Die bis dato führende Schwedin Margot Jacobs wurde von Michels in der Wechselzone überholt.

Die anschließende Radstrecke war zwar wellig, führte aber auf sehr gutem Asphalt auf einer Autobahn durch das Hinterland der Halbinsel Istrien. Nach starken 2:45:19 Stunden stellte Michels ihr Arbeitsgerät wieder ab und hatte zudem ihre Führung auf komfortable 20 Minuten ausgebaut.

Als es auf der abschließenden Laufstrecke zuerst 10,5 Kilometer entlang der nördlichen Küste ins Stadtzen­trum von Porec ging, war von der Schwedin Jacobs nichts mehr zu sehen. Die Italienerin Stefania Filippi rückte aber allmählich näher an Michels heran. Nach dem Wendepunkt musste die Deutsche den rund 160 Höhenmetern ihren Tribut zollen und alle Kräfte mobilisieren. Mit einer Endzeit von 5:26:45 Stunden kam Michels hochzufrieden und mit 13 Minuten Vorsprung auf die Zweitplatzierte im Ziel an.

„Ich bin einfach super zufrieden mit mir“, freute sich die 59-Jährige über ihre Leistung und die Qualifikation für die Weltmeisterschaft. Eigentlich hatte Michels geplant, sich bei einem Wettkampf in Duisburg das Ticket für Lathi zu sichern, doch der zweite Knochenbruch des Jahres verhinderte den Start im Ruhrgebiet. „Das wäre sechs Wochen nach meinem Unfall gewesen, da hätte ich den Arm gar nicht aus dem Wasser bekommen“, so die Tri-Team-Athletin. So wurde umdisponiert und für Porec gemeldet. „Ich bin ja schon ein paar Jahre im Triathlon-Geschäft, aber das war mein erster Start auf internationalem Boden“, berichtet die Ausdauerspezialistin.

Das wird nicht der letzte dieser Art sein, denn am Ende August nächsten Jahres stellt sich Dörte Michels ja bei der Ironman-Weltmeisterschaft in Lathi der Konkurrenz – dann in der Altersklasse 60. Michels hält die Fahne Steinfurts dann übrigens nicht als Einzige hoch. Mit Jonas Schlieckmann und Fritz Sitte haben sich zwei weitere Triathleten aus der Kreisstadt qualifiziert.

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