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Bezirksliga: SV Burgsteinfurt erwartet Borussia Münster zum Spitzenspiel

Julius Fliß fehlt beim Duell der Serientäter

Burgsteinfurt

Hochspannung und guten Fußball verspricht am Sonntag das Spitzenspiel in der Bezirksliga 12: Der Tabellendritte SV Burgsteinfurt lädt sich Primus Borussia Münster ein – mehr geht nicht.

rVon Marc Brenzel

Julius Fliß (r.) ist beim SV Burgsteinfurt voll eingeschlagen. Umso bitterer, dass der 22-jährige Mittelfeldmann am Sonntag im Spitzenspiel gegen Borussia Münster nicht zur Verfügung steht. Foto: Thomas Strack

Julius Fliß ist im bisherigen Saisonverlauf der Burgsteinfurter Senkrechtstarter. Im Sommer vom A-Ligisten Turo Darfeld zum SVB gewechselt, hat der 22-Jährige alle zwölf Punktspiele von Beginn an bestritten. Ausgerechnet am Sonntag, wenn Spitzenreiter Borussia Münster im Bezirksliga-Gipfeltreffen im Volksbankstadion zu Besuch ist, muss Fliß passen.

„Das ist echt blöd gelaufen“, lässt der Industriekaufmann die Szene vom Match in Gelmer vor neun Tagen vor seinem geistigen Auge ablaufen. „Ich gehe zum Kopfballduell hoch, lande auf dem Fuß meines Gegenspielers und knicke um. Danach ging nichts mehr. Mal gucken, was nächste Woche beim MRT-Termin diagnostiziert wird“, legt der Mittelfeldspieler die Stirn in Falten. Seine Vermutung: „Vielleicht ein Bänderriss. In diesem Kalenderjahr war es das wohl für mich.“

Dabei hätte der Tabellendritte seinen viertbesten Torschützen – Fliß bringt es auf vier Treffer – am Sonntag gerne dabei gehabt. „Jule geht uns leid ab. Seine Beweglichkeit und seine Arbeit gegen den Ball hätten wir gegen Münster super gebraucht“, bedauert Trainer Christoph Klein-Reesink. Dessen Idee war es auch, Fliß in das Zentrum zu beordern. „In Darfeld habe ich links offensiv gespielt – einfach, weil diese Position frei war, als ich aus der Jugend hoch gekommen bin. In Burgsteinfurt hat mich Reese auf die Achterposition gestellt. Ich denke, das passt ganz gut. Mein Passspiel ist nicht das schlechteste, zudem ich bin beidfüßig“, findet Fliß, der aber auch Selbstkritik übt: „Defensiv muss ich stärker werden, und ein paar Tore mehr hätte ich schon schießen können.“

Sonntag will der Fan des FC Bayern (Klein-Reesink: „Das ist der einzige Fehler, den Julius hat.“) so früh es geht anreisen, um schon in der Kabine bei „seinen“ Jungs zu sein. „Ich versuche es, aber das hängt auch viel von meinem Vater ab, der den Chauffeur für mich spielen muss. Ans Autofahren ist mit meinem Fuß momentan gar nicht zu denken“, erklärt Fliß, der vom Rand aus unterstützen will. „Vielleicht kann ich so meinen Teil zu einem Sieg beitragen. Ein dreckiges 1:0 würde mir ja schon reichen.“

Dass Julius Fliß von der Seitenlinie beide Daumen drückt, reicht Klein-Reesink nicht als Basis für einen Erfolg. Er fordert von seiner Truppe: „Unsere beiden letzten Auftritte gegen Münster 08 und in Gelmer waren zwar erfolgreich, aber spielerisch nicht überzeugend. Gegen die Borussen müssen wir von Anfang an voll auf der Höhe sein. Das ist eine sehr gute Truppe, die mit Hannes John einen richtig starken Mann im Mittelfeld hat.“

Wer die Rolle von Julius Fliß einnimmt? Da bietet sich in erster Linie Levin Schmieder an, der das zuletzt in Gelmer gut machte. Alternativ könnte Jason Petris von der linken Bahn ins Zentrum rücken. Eine Option wäre auch der Kameruner Dimitri Inenguini, der allerdings erst kurz vorher aus seinem Heimaturlaub zurückkehrt.

Die Burgsteinfurter haben seit acht Partien nicht verloren (22 Punkte) und sind im eigenen Volksbankstadion ungeschlagen. Die Münsteraner haben in den vergangenen zehn Partien dem Gegner nicht mehr gratulieren müssen und sind auf fremdem Geläuf mit fünf Siegen und einem Unentschieden nahezu fehlerfrei unterwegs. Daher treffen am Sonntag zwei echte Serientäter aufeinander – mehr Fußballkrimi geht nicht.

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