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Leichtathletik: Deutsche U-20-Meisterschaften

Lindstrot-Zwillinge: Zwei Brüder, ein gemeinsames Ziel

Burgsteinfurt

Ab Freitag greifen die Burgsteinfurter Läufer-Zwillinge Henrik und Lennart Lindstrot bei der deutschen U-20-Meisterschaft in Ulm an. Was die beiden vorab eint? Ihre Zielsetzung.

Von Jonas Austermann

Der Burgsteinfurter Henrik Lindstrot tritt ab Freitag bei den deutschen Jugendmeisterschaften in Ulm an – und könnte dabei durchaus in den Kampf um die Medaillen eingreifen. Foto: Imago/Beautiful Sports

Beim morgendlichen Blick aus dem Bett hat Henrik Lindstrot seine Trophäen-Sammlung immer vor Augen. In seinem Reich im Dortmunder Sportinternat hängen unter anderem die Medaillen für den deutschen Meistertitel über 10 000 Meter und im Straßenlauf mit der Mannschaft – jeweils in der Altersklassen U 20. Hinzu kommen einige Silber- und Bronzemedaillen. Diese Sammlung könnte schon am Wochenende erweitert werden, denn der Burgsteinfurter und sein Zwillingsbruder Lennart starten bei der Jugend-DM der U 18 und U 20 in Ulm.

„Ich freue mich sehr auf die Wettkämpfe. Wir sind mit vielen Freunden auf dem Weg nach Ulm“, erzählt Henrik am Donnerstagvormittag, als die Crew der LG Olympia Dortmund einen ersten Stopp auf der rund achtstündigen Bus-Tour gen Süden eingelegt hatte. Das Lindstrot-Doppel geht die Aufgabe gelassen an, das wird gleich deutlich. Wenn das Gepäck auf dem Rückweg um eine Medaille schwerer ist, wehrt sich dagegen keiner. Wenn nicht: auch kein Beinbruch.

Lindstrots legen schon am Freitag los

Lennart macht am Freitag den Anfang, läuft um 18.50 Uhr (Livestream auf leichtathletik.de) den Vorlauf über 1500 Meter in der U 20. „Ich werde versuchen, schon den ersten Lauf nicht zu unterschätzen“, sagt er. „Die Konkurrenz ist stark.“ Lennart Lindstrot ist mit der sechstbesten Zeit gemeldet (3:49,64) und könnte im Optimalfall in die Medaillenränge laufen. „Ich möchte an meinen Erfolg aus Rostock anknüpfen“, sagt er. Dort lief Lennart im August 2021 zu DM-Bronze.

Und in Ulm geht der 18-Jährige beflügelt an den Start, weil er jüngst die Erfahrung der Finals – also der Meisterschaft der Erwachsenen – im Berliner Olympiastadion machen durfte. „Ich weiß jetzt, wie genau es dort abläuft. Das war eine wertvolle Erfahrung für mich“, meint Lennart. Statt Olympiastadion Berlin heißt es nun aber wieder Donaustadion zu Ulm.

Ebenfalls noch am Freitagabend greift Henrik ins Geschehen ein. Um 19.35 Uhr fällt der Startschuss für das Finale über 2000 Meter Hindernis. Hinter dem Thüringer Robin Müller und dem Dülmener Silas Zahlten (LG Brillux Münster) ist Lindstrot als Drittschnellster gemeldet. Kurt Lauer aber startet mit einer Sondergenehmigung – und ist vorne zu erwarten. „Ich werde einfach mal gucken, wofür es reicht“, sagt Henrik. „Wenn es gut läuft, fahre ich mit einer Medaille heim. Aber ich will nicht zu hoch pokern und wäre mit einem Platz unter den ersten Vier zufrieden.“

Diese Steinfurter starten ebenfalls in Ulm

Wenn für Bruder Lennart im Vorlauf über 1500 Meter alles glatt geht, gibt’s am Samstag um 19.50 Uhr den zweiten Auftritt im Donaustadion. Und das Lindstrot-Wochenende beschließt dann womöglich wieder Henrik. Am Sonntagmorgen (10.55 Uhr) ist das Finale über 3000 Meter angesetzt. Ob der Burgsteinfurter da aber wirklich an den Start geht, ist noch offen. „Wir schauen Freitagabend nach dem Hindernis-Lauf, wie es lief und ob es am Sonntag Sinn macht“, sagt der junge Mann, der sich in der Meldeliste auf Platz sieben eingereiht hat.

Lennart Lindstrot gewann bei der U-20-DM im Vorjahr Bronze über 1500 Meter und ist in Ulm erneut heiß auf Edelmetall. Foto: Imago/Beautiful Sports

Weitere DM-Starter mit Wurzeln oder Vergangenheit im Kreis Steinfurt sind Pia Schlattmann (LG Brillux, U 20), die über 800 und 1500 Meter startet, sowie Diskuswerfer Marcel Reisch (TV Wattenscheid, U 20) und Hürden-Sprinterin Fiona Wildemann (LG Brillux, U 20).

Die größten Medaillenchancen in Ulm aber dürften die Lindstrot-Zwillinge haben. Henrik jedenfalls sagt: „In meiner Sammlung ist auf jeden Fall noch Platz für weitere Medaillen.“ Die Farbe ist egal. Hauptsache: Der morgendliche Blick aus dem Bett wird noch angenehmer.

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