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Alexander Weifenbach aus Köln gewinnt das Eliterennen

Mit 54 km/h übers Kopfsteinpflaster

Burgsteinfurt

Bestes Wetter, aber nur wenige Zuschauer, dafür aber guter Radsport: So lässt sich das 34. Abendrennen des RSV Friedenau, das diesmal als Altstadtrennen ausgetragen wurde, zusammenfassen. Mit einem Sieger aus Köln, der in Burgsteinfurt kein Unbekannter ist.

Von Matthias Lehmkuhlund

Das Zuschauerinteresse Bei den für Oktober warmen Temperaturen schmeckte auch das Eis besonders gut. Alexander Weifenbach (M.) gewann das Eliterennen vor Jelle Johannink und Sven Thurau Foto:

Keine Wolke am Himmel, strahlender Sonnenschein, angenehme Temperaturen und Radsport der regionalen Spitzenklasse. Die Rahmenbedingungen für das Steinfurter Altstadtrennen als Ersatzveranstaltung für das traditionelle Abendrennen, hätten nicht besser sein können. Allerdings hielt sich das Zuschauerinteresse im Vergleich zum Traditionsrennen eher in Grenzen. Bis zu 54 Stundenkilometer hatten die insgesamt rund 180 Fahrerinnen und Fahrer auf ihrem Tacho.

Gewinner des Eliterennens über 67 Runden, das als Kriterium ausgetragen wurde, wurde mit 29 Punkten Alexander Weifenbach vom Team Colonia Kids vor Jelle Johannink (14 Punkte) aus den Niederlanden und Sven Thurau (13 Punkte) vom Team Dauner. Auf einem ausgezeichneten fünften Platz landete Aaron Grosser vom heimischen Rolinck Racing Steinfurt/Münster Team. Dem 26 Jahre alten Radrennfahrer aus Hamm fehlten am Ende nur ganz drei Pünktchen, um auf dem Treppchen zu landen.

„Wir haben in unserem Team eigentlich einen viel schnelleren Sprinter. Der konnte aber heute nicht dabei sein. Deswegen haben wir beschlossen, dass wir für mich fahren, weil ich halbwegs schnell bin. Das war dann auch der Schlüssel zum Erfolg, weil ich super schnell durch die Kurven gekommen bin. Außerdem bin ich jedes Mal von meinen Kollegen super in Position gebracht worden“, freute sich Alexander Weifenbach über seinen Sieg.

Der 30 Jahre alte Kölner war schon öfter beim Steinfurter Abendrennen dabei und hatte diesen Wettkampf auch bereits einmal gewonnen. Bei ihm stand der Sieg schon früh fest, weil er die dafür benötigten Punkte schon nach zwei Dritteln des Rennens eingesammelt hatte und nur noch ein Sturz seinen Erfolg verhindert hätte.

„Weil unsere Sprinter nicht dabei waren, ahnten wir schon, dass es schwierig wird, ganz vorne zu landen“, erklärte Jarno Reimers vom Rolinck Racing-Team. Der 24-Jährige landete auf dem 39. Platz.

Während des Eliterennens mit rund 50 Fahrern gab es nur wenige Ausreißversuche. Wenn jemand versuchte, dem Peloton zu entfliehen, wurde dieser innerhalb einer Runde wieder eingeholt. Mitte des Wettkampfes setzte sich für einige Zeit eine sechsköpfige Gruppe ab. Aber auch die wurde nach wenigen Runden wieder gestellt. Ohnehin agierten nicht nur die Spitzenfahrer, sondern alle sehr diszipliniert. Keinen einzigen Sturz meldeten die Sanitäterinnen und Sanitäter des DRK Ortsvereins.

Philipp Bartsch, Leiter des Team Rolinck Racing Steinfurt | Münster, beteiligte sich auch am Eliterennen, stieg aber zehn Runden vor dem Ende aus. „Bei mir war Game over. Ich habe mich dann schön unter der Dusche wieder aufgewärmt“, hatte der 40-Jährige keine Kraft mehr. „Ich muss ja selber nicht mehr so im Vordergrund stehen.“

Seine Mannschaft habe im Vorfeld ziemlich viel Pech gehabt. „Vor diesem Rennen waren wir fast jedes Wochenende auf dem Treppchen. Ich habe heute morgen sechs oder sieben Krankmeldungen bekommen. Einige sind aber trotzdem gekommen, jedoch sehr geschwächt an den Start gegangen“, wusste Bartsch, dass ein Sieg oder Podestplätze für Fahrer aus seinem Team schwer zu erreichen waren.

„Wir sind froh, dass wir diese Veranstaltung durchführen durften und die Genehmigung bekommen haben“, bedankte sich der Vorstandsvorsitzende des Ausrichters RSV Friedenau Steinfurt, Alexander Pauquet, und ergänzte. „Die Herausforderung ist gewesen, dieses Rennen innerhalb weniger Wochen auf die Beine stellen können. Ein tolles Gefühl, dass das noch geklappt hat.“

RSV Friedenau-Urgestein Ludger Mester war von der sportlichen Beteiligung begeistert und zog ein insgesamt zufriedenes Fazit: „Es ist alles gut gelaufen. Die Fahrerinnnen und Fahrer waren sehr zufrieden. Sie schwärmten über die perfekte Organisation und die tolle Atmosphäre. Ich denke, mit diesem Rennen können wir uns sehen lassen.“

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